In unserer Reihe „Chef:in im Recht“ beleuchten wir typische Streitfragen und Alltagssituationen aus dem Arbeitsleben kleiner Unternehmen – und klären, was rechtlich gilt.
Diesmal: Ein harmloser Kommentar mit bitterem Nachgeschmack.
Eigentlich war es nur ein kurzer Moment im Büro. Zwischen Aktenstapeln und Telefonklingeln hält der Chef plötzlich sein Handy hoch. „Was meinst du, wie alt ist sie?“, fragt er – ganz locker und zeigt ein Bild seiner Freundin.
Die 19-jährige Auszubildende schaut kurz hin, denkt nicht lange nach und sagt: „So um die 40?“
Ein kurzes Schweigen. Ein schiefes Lächeln. Thema erledigt – dachte sie zumindest. Doch ein paar Tage später sitzt sie völlig fassungslos vor einem Schreiben: fristlose Kündigung. Begründung: respektloses Verhalten – und ganz nebenbei auch noch der Vorwurf, sie habe Arbeiten nicht zuverlässig erledigt. Eine Abmahnung? Fehlanzeige.
Was wie eine Lappalie klingt, sollte plötzlich ihre Ausbildung kosten. Das wollte sie sich nicht gefallen lassen – und zog vor Gericht.
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