Verbraucherzentrale warnt: Gefälschte Promi-Werbung überflutet Gesundheitsmarkt

Veröffentlicht: 19.03.2026
imgAktualisierung: 19.03.2026
Geschrieben von: Yvonne Bachmann
Lesezeit: ca. 2 Min.
19.03.2026
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ca. 2 Min.
Fake-Influencer-Arzt vor Kamera
Erstellt mit ChatGPT
Gefälschte Empfehlungen von TV-Gesichtern, Ärzten und Behörden nehmen zu. Auch Händler geraten in Zugzwang.


Fake-Promi-Werbung und missbrauchte Behördenlogos treten derzeit besonders häufig im Umfeld von Nahrungsergänzungsmitteln auf. Davor warnen die Verbraucherzentralen. Betrüger nutzen gezielt bekannte Persönlichkeiten, renommierte Ärztinnen und Ärzte wie Dr. Eckart von Hirschhausen sowie scheinbare Behördenbezüge, um Produkte für Herz-Kreislauf, Diabetes, Arthrose oder Gewichtsreduktion zu vermarkten – ohne Wissen oder Zustimmung der Genannten.

Wie die Masche funktioniert: Deepfakes, Fake-Magazine und missbrauchte Logos

Die Fälschungen treten in unterschiedlichen Formen auf: als vermeintliche Artikel in frei erfundenen Online-Magazinen, manipulierte Social-Media-Beiträge, Deepfake-Videos oder KI-generierte Audioausschnitte. Ziel ist es, maximale Glaubwürdigkeit und eine Wiedererkennungswert zu erzeugen, Kaufentscheidungen zu beeinflussen.

Dabei werden unter anderem bekannte TV-Persönlichkeiten wie Dieter Bohlen oder auch angesehene Einrichtungen wie die Charité instrumentalisiert. Auch Behördennamen und Logos werden missbräuchlich eingesetzt. Wichtig zu wissen: Deutsche Behörden wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sprechen grundsätzlich keine Produktempfehlungen aus. Gleiches gilt für internationale Institutionen oder Fachgesellschaften, deren Namen ebenfalls häufig zweckentfremdet werden.

Von „Wunderheilung“ bis Lifestyle-Versprechen

Produktkategorien im Fokus seien Herz-Kreislauf-, Cholesterin- und Diabetes-Produkte, Abnehmpräparate (inklusive vermeintlicher GLP-1-Alternativen), Mittel gegen Erektionsprobleme, Prostata- und Gelenkbeschwerden sowie „Detox“-Patches und Inhalatoren. Kombiniert wird das laut den Verbraucherschützern häufig mit zahlreichen Marken- und Fantasienamen. Teilweise würden Verbraucher dazu aufgefordert, verordnete Arzneien abzusetzen. Dies berge erhebliche Gesundheitsrisiken und könne Haftungsfragen nach sich ziehen.

Relevanz für Online-Händler: Risiken in der Lieferkette erkennen

Für Online-Händler ergibt sich daraus ebenfalls Handlungsbedarf, denn nicht immer ist auf den ersten Blick erkennbar, ob hinter einem Produkt, was im Sortiment steht, ein seriöser Anbieter steckt oder das Angebot Teil einer solchen Täuschungsstrategie ist. Umso wichtiger ist es, die eigene Produktpalette kritisch zu prüfen: Wer ist der tatsächliche Anbieter oder Hersteller? Sind die beworbenen Wirkversprechen plausibel und belegbar? Werden bekannte Namen, Institutionen oder Siegel (z. B. auf den bereitgestellten Produktfotos oder Verpackungen) verwendet und sind diese legitim?

Für Nahrungsergänzungsmittel gelten strenge Vorgaben. Alles, was du beachten musst, erfährst du im Händlerbund-Ratgeber zum Verkauf von Nahrungsergänzungsmitteln.

Veröffentlicht: 19.03.2026
img Letzte Aktualisierung: 19.03.2026
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Yvonne Bachmann

Yvonne Bachmann

Yvonne bringt juristische Klarheit in komplexe Fragen – zu Abmahnungen, EU-Recht, Wettbewerbsregeln und Urheberrechtsfragen.

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