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Elektroschrott: Deutsche Umwelthilfe droht Händlern mit rechtlichen Schritten

Veröffentlicht: 08.07.2026
imgAktualisierung: 08.07.2026
Geschrieben von: Yvonne Bachmann
Lesezeit: ca. 2 Min.
08.07.2026
img 08.07.2026
ca. 2 Min.
Elektroschrott in Papierkorb
poringdown@gmail.com / Depositphotos.com
Seit dem 1. Juli ist ein neues Logo für Elektroschrott im Online-Handel Pflicht. Die Deutsche Umwelthilfe kündigt Überprüfungen an.


Seit dem 1. Juli müssen betroffene Shops, stationär wie online, ein einheitliches Sammelstellenlogo gut sichtbar platzieren, um die historisch niedrige Recyclingquote in Deutschland zu steigern. Wer die Vorgaben zu Platzierung und Größe ignoriert, dem drohen rechtliche Konsequenzen: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat bereits angekündigt, die Umsetzung im Handel gezielt durch Stichproben zu überprüfen.

Visuelle Pflicht: Wo das neue Logo platziert sein muss

Das Symbol darf im E-Commerce nicht in den Tiefen des Impressums oder der Allgemeinen Geschäftsbedingungen verschwinden. Es muss entweder direkt auf der Produktseite des jeweiligen Elektrogeräts oder gut lesbar vor beziehungsweise während des Bestellprozesses eingebunden sein. Zusätzlich sind Online-Shops verpflichtet, transparent darüber zu informieren, wie die Abholung von Altgeräten sowie die Rückgabe von Kleingeräten praktisch ablaufen.

Drohende Abmahnungen: Umweltschützer kündigen scharfe Kontrollen an

Wie die Deutsche Umwelthilfe in einer Pressemitteilung erklärt, liegt die aktuelle Sammelquote für Elektroschrott bei lediglich rund 29 Prozent. Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH, betont die Relevanz der Maßnahme: „Viele Verbraucherinnen und Verbraucher wissen noch immer nicht, dass sie ausgediente Elektrogeräte bei größeren Elektrofachmärkten, Baumärkten, Supermärkten oder Drogerien kostenfrei abgeben können.“

Da frühere Überprüfungen im stationären Handel bereits zahlreiche Mängel offenbarten, kündigt die Organisation nun stichprobenartige Tests im Web und in den Filialen an. Gefundene Verstöße gegen die Vorgaben sollen konsequent rechtlich verfolgt werden. Dass das keine hohlen Phrasen sind, zeigte die Vergangenheit. Mit der Einführung der Rücknahme von Elektroaltgeräten im Handel machte die DUH bereits ernst und zog viele Shops zur Rechenschaft.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 08.07.2026
img Letzte Aktualisierung: 08.07.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Yvonne Bachmann

Yvonne Bachmann

Yvonne bringt juristische Klarheit in komplexe Fragen – zu Abmahnungen, EU-Recht, Wettbewerbsregeln und Urheberrechtsfragen.

KOMMENTARE
8 Kommentare
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Martin Hoffmann
09.07.2026

Antworten

Also, ich meine, man sollte nicht so hart mit der DUH ins Gericht gehen. Alles ist so teuer geworden, insbesondere die Flugreisen. Und Herr Jürgen Resch fliegt ja bekanntermaßen nun mal gerne und sehr, sehr viel. Natürlich nur um die Welt zu retten... Und wenn man durchs Absahnen, pardon Abmahnen, ein paar Euro verdient, um mal eben einen Trip ans andere Ende der Welt zu einem "Weltrettungskongress" zu finanzieren, was ist daran verwerflich?
RB
09.07.2026

Antworten

Das Problem ist doch nicht hier der Handel, sondern eher der Verbraucher, der zu bequem ist, seinen Elektroschrott beim Handel/Recyclinghof abzugeben bzw. zurückzusenden. Da ist es doch einfacher, den Schrott in die Tonne zu tun und weg damit. Ob solche Schildchen die Situation wirklich verbessern- fraglich? Aber für die DUH ist offenbar wieder eine lukrative Einnahmequelle entstanden.
KarBus
09.07.2026

Antworten

Wie wäre es wenn dieser Artikel auch einen Link hätte zu den einzuhaltenen Regekn?
Redaktion
09.07.2026
Den hier? https://ohn.haendlerbund.de/recht/rechtsfragen/vorgaben-elektrogeraete-shops
René
09.07.2026

Antworten

Wieder einmal typisch Deutschland… Die „Deutsche Unfähigkeitshilfe“ ist wieder unterwegs. Statt sich um echte Umweltprobleme zu kümmern, werden lieber Händler kontrolliert und mit Abmahnungen bedroht, weil irgendwo vielleicht ein Hinweis oder ein Symbol fehlt. Genau das ist inzwischen das Erfolgsrezept in Deutschland: Nicht Probleme lösen, sondern Vorschriften schaffen. Nicht Unternehmen unterstützen, sondern ihnen noch mehr Bürokratie aufladen. Und wenn alles schön kompliziert ist, kommen die nächsten Kontrollen und Abmahnungen. Als Händler könnte ich bei solchen Nachrichten nur noch den Kopf schütteln. Wieder dürfen wir Zeit und Geld investieren, um irgendwelche zusätzlichen Hinweise und Bildchen einzubauen. Das Ergebnis? Mehr Arbeit, mehr Kosten, mehr Papierkrieg – aber kein Gramm Elektroschrott weniger. Genau diese Mentalität ist es, die viele kleine und mittelständische Unternehmen an den Rand der Verzweiflung bringt. Ständig neue Pflichten, ständig neue Vorschriften, ständig die Angst, wegen irgendeiner Formalie ins Visier zu geraten. Ich frage mich wirklich, wann in diesem Land wieder Vernunft einkehrt. Leistung und Unternehmertum scheinen längst nicht mehr belohnt zu werden – stattdessen wird reguliert, kontrolliert und abgemahnt. Und ganz ehrlich: Wenn ich sehe, in welche Richtung sich unser Land entwickelt, bin ich froh, dass ich den größten Teil meines Lebens bereits erleben durfte. Um die Zukunft der nächsten Generationen mache ich mir dagegen ernsthafte Sorgen.
Online-Händler
09.07.2026

Antworten

Was man wirklich ändern sollte ich das durch Wettbewerbsrecht gestütze Abmahnwesen. Vereine und/oder Verbände sollten nie eine Berechtigung zur Abmahung besitzten, da Sie selbst nicht Wettbewerber (und somit unangreifbar) sind. Der "wirtschaftliche Hauptschaden" jeder neuen Richtline oder jeder neuen Verordnung entsteht primär aus der Abmahfähigkeit. Entweder also Abmahnungen komplett abschaffen (so dass nur noch staatliche Stellen Fehlverhalten von Händlern prüfen dürfen) oder Abmahnungen konsequent auf echte Wettbewerber einschränken. Meine Erfahrung als Online-Händler in der Lebensmittelbranche zeigt nämlich deutlich, dass fast alle Abmahnungen von Vereinen stammen ohne nahezu nie von Mitbewerbern.
cf
09.07.2026

Antworten

Wieder diese klassische Fehleinschätzung, dass man den Menschen nur ein Icon zeigen muss um die Welt zu verändern, bzw. um die Menschen zu etwas zu bewegen. Wer Langeweile hat kann ja mal einen Test machen und z.B. im Bus einen roten Zettel mit einem Icon und ggf. ein oder zwei Wörtern auf jeden Platz legen. Ich würde mal stark davon ausgehen, dass auf Nachfrage nicht einmal 1/3 beim aussteigen etwas davon mitbekommen hat, bzw. es zur Kenntnis genommen hat - selbst wenn auf dem Zettel stehen würde, dass der Sitz defekt ist und Lebensgefahr beim hinsetzen besteht. Dafür ist die Informationsflut heutzutage viel zu groß.
KK
08.07.2026

Antworten

Hallo, vielleicht sollte die Verbraucher ja mal jemand darüber informieren, dass jeder Elektroschrott auch kostenlos in jedem Wertstoffhof der jeweiligen Gemeine abgegeben werden kann. Das wäre doch mal eine richtig tolle Aufgabe für die Deutsche Umwelthilfe, das liegt nämlich nicht an den Händlern wenn so wenig recycelt wird !!!