Abmahnungen vermeiden: 8 Tipps für deinen Online-Shop

Veröffentlicht: 11.08.2025
imgAktualisierung: 11.08.2025
Geschrieben von: Hanna Hillnhütter
Lesezeit: ca. 3 Min.
11.08.2025
img 11.08.2025
ca. 3 Min.
Händler hakt Checkliste ab
Erstellt mit Chat-GPT
Immer mehr Händler:innen bekommen Abmahnungen. So schützt du deinen Shop.

Anmeldungen und Registrierungen

Stelle sicher, dass du alle Anmeldungen und Registrierungen vorgenommen hast, die für deinen Shop notwendig sind. Neben der Gewerbeanmeldung muss auch eine Registrierung beim Verpackungsregister LUCID vorliegen. Außerdem brauchst du eine Lizenzierung bei einem dualen System.

Zudem solltest du überprüfen, ob für deine Produkte noch besondere Pflichten in Betracht kommen. Wenn du Elektrogeräte verkaufst, musst du dich beispielsweise bei der Stiftung-EAR registrieren. 

Stelle alle Informationen zur Verfügung

Das Impressum ist für viele die erste Anlaufstelle, um zu überprüfen, ob ein Shop seriös ist. Um weder eine Abmahnung zu erhalten, noch Kund:innen zu verlieren, stelle sicher, dass alle nötigen Angaben im Impressum zu finden sind.

Worauf es im Impressum ankommt und was nicht erlaubt ist, haben wir hier bereits zusammengefasst: Trick 17: Mythen, Fallen und Hacks rund ums Impressum

Auch die AGB, die Widerrufsbelehrung und die Datenschutzerklärung sollten regelmäßig auf Aktualität und Vollständigkeit überprüft werden. Gerade die GPSR verpflichtet Händler:innen zu mehr Informationspflichten. So muss für jedes Produkt die Herstellerangabe vorhanden sein sowie eventuell Warn- und Sicherheitshinweise. 

Überprüfe deine Werbeaussagen

Als häufigster Abmahngrund wurde das Wettbewerbsrecht genannt. Gerade irreführende Werbeaussagen sind im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb aufgeführt. Werbeaussagen dürfen grundsätzlich nichts versprechen, was nicht gehalten werden kann. Allerdings können auch wahre Aussagen für eine Abmahnung sorgen: Das sogenannte Werben mit Selbstverständlichkeiten wird für viele Händler:innen zum Verhängnis. Aussagen wie „14 Tage Widerrufsrecht“, „Nur Originalware“ und „versicherter Versand“ werden immer wieder abgemahnt. Denn all das ist ohnehin gesetzlich vorgeschrieben und darf somit nicht als besonderes Angebot dargestellt werden. Werbe also nur mit Dingen, die deinen Shop wirklich besonders machen, nicht damit, dass du die gesetzlichen Vorgaben einhältst. 

Halte die Vorgaben der DSGVO ein

Sobald du Kundendaten speicherst und verarbeitest, musst du die DSGVO einhalten. Achte darauf, dass du wirklich nur die Daten erhebst, die für die Bestellung relevant sind. Lasse deine Datenschutzerklärung im besten Fall von Expert:innen prüfen.

Beachte das Urheberrecht

Immer wieder erhalten Händler:innen besonders teure Abmahnungen, weil das Urheberrecht missachtet wurde. Verwende keine Artikelbilder, für die du keine Nutzungsrechte hast. Auch wenn wirklich nur das Produkt abgebildet ist, stehen die Bilder nicht zur freien Verfügung. 

Wenn du ein gewerbliches Social-Media-Profil hast, achte darauf, dass du nur Lieder und Sounds benutzt, die für gewerbliche Nutzung vorgesehen sind. Hier kam es in der Vergangenheit zu Abmahnungen mit Summen bis zu 30.000 Euro.

Beachte das Markenrecht

Auch das Markenrecht sorgt häufig für teure Abmahnungen unter Online-Händler:innen. Designs, Farben, Slogans: nahezu alles kann markenrechtlich geschützt werden. Gerade wenn du dich von anderen Produkten inspirieren lassen hast: prüfe genau, inwiefern ein markenrechtlicher Schutz besteht. 

Du verkaufst Zubehör für Markenprodukte? Achte auf die Formulierung: Du darfst angaben, dass es für ein Produkt kompatibel ist. Stelle aber sicher, dass nicht der Eindruck entsteht, es würde sich um ein originales Markenprodukt handeln.

Behalte rechtliche Änderungen im Blick

Ob GPSR, BFSG oder eine neue Verpackungsverordnung: immer wieder gibt es rechtliche Änderungen, die Online-Händler:innen das Leben schwer machen. Mit unseren kostenlosen Newslettern bleibst du immer informiert über rechtliche Änderungen und neue Gerichtsentscheidungen. So kannst du sichergehen, dass du keine Änderung verpasst. 

Lasse deinen Shop von Expert:innen überprüfen

Um wirklich sicher zu gehen, alle rechtlichen Vorgaben eingehalten zu haben, solltest du deinen Shop von Jurist:innen überprüfen lassen. Denn jeder Shop ist einzigartig und für jedes Angebot gelten individuelle Pflichten. Bei der Händlerbund Shoptiefenprüfung wird dein Shop mit über 100 Prüfkriterien abmahnsicher gemacht. 

Veröffentlicht: 11.08.2025
img Letzte Aktualisierung: 11.08.2025
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Hanna Hillnhütter

Hanna Hillnhütter

Hanna hat die juristischen Entwicklungen im Blick – mit Fokus auf Abmahnungen, Wettbewerbsrecht und aktuelle EU-Verordnungen.

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