Forderung nach mehr Verantwortung der Marktplätze
Ein weiteres Indiz für die Trägheit des Staates an dieser Stelle ist auch die Forderung nach mehr Verantwortung von Marktplätzen: Das zeigt sich beispielsweise auch in der kürzlich eingeführten Marktplatzhaftung für Umsatzsteuerausfälle. Amazon und Co. sollen haften, wenn sich Händler um ihre Steuerpflicht drücken. Es sei denn, sie führen Kontrollmechanismen durch. Doch: Wäre die Verfolgung von Steuersündern nicht in erster Linie eine Aufgabe des Staates?
Es geht noch weiter: In einem Fachgespräch der Deutschen Umwelthilfe im März diesen Jahres lautet eine Forderung, dass solch eine Marktplatzhaftung auch für das Umgehen des Elektrogesetzes durch Händler eingeführt wird.
Natürlich sind Händler, die sich prinzipiell nicht an deutsche Gesetze halten, ein Ärgernis für die ehrlichen Unternehmer: Unternehmer müssen Geld in die Hand nehmen, um rechtssicher zu handeln. Unterm Strich sind ihre Produkte damit teurer, als die derer, die diese Ausgaben nicht haben. Das ist unbefriedigend. Allerdings muss hier die Frage gestellt werden, ob man die Verfolgung von solcherlei Rechtsverstößen tatsächlich in private Hände legen will. Ich für meinen Teil sehe diese Entwicklung mit großer Skepsis. Rechtsverstöße sollten – schon aus Gründen der dann stattfindenden zwingenden Prüfung der Verhältnismäßigkeit – hauptsächlich vom Staat verfolgt werden.
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Eine Abmahnung wäre für uns nur der zweite Schritt. Den mussten wir aber noch nie gehen.
Es gibt aber auch dreiste Abmahner, die uns abmahnen wollten. Eine international sehr bekannte Fotoagentur hat uns einmal vorgeworfen, ein Foto unberechtigt zu nutzen. Da wir aber fast alle Fotos selbst machen oder einkaufen oder mit Erlaubnis der Lieferanten nutzen, konnte das gar nicht sein.
Heute ist es gar nicht mehr so einfach, die Herkunft eines Fotos nachzuweisen. Früher hatte man das Negativ. Heute gibt es das (fast) nicht mehr.
Man sollte sich dann von der eventuell langen Liste von Rechtsanwälten auf dem Briefbogen nicht in Unruhe versetzen lassen. Hat man das Foto wirklich selbst gemacht, weiß man meistens auch, wann es entstanden ist. Mit dieser Info haben wir die Agentur und ihre Rechtsanwälte zum Schweigen gebracht. Die Agentur konnte nämlich nicht angeben, wann ihr Foto und wo entstanden ist. Ergo: die Agentur hat es selbst geklaut.
Bei Abmahnungen engagieren wir schon lange keinen Anwalt mehr. Die sind in der Regel mehr am Geld als am Fall interessiert. Wir regeln das selbst und bislang immer erfolgreich.
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