Die Vorweihnachtszeit mit den Shopping-Events Black Friday und Cyber Monday stellen Händler jedes Jahr vor besondere Herausforderungen. Nicht nur steigt das Bestellvolumen sprunghaft an, auch die Versandkosten ziehen durch zusätzliche Zuschläge verschiedener Dienstleister deutlich an. Amazon, DHL und GLS haben für die Saison 2025 bereits ihre Extra-Gebühren angekündigt. Für Händler bedeutet das: rechtzeitig planen, kalkulieren und gegebenenfalls die eigene Versandstrategie anpassen.
Konkrete Regelungen bei Amazon, DHL und GLS
Amazon erhebt zwischen dem 15. Oktober 2025 und dem 14. Januar 2026 einen Peak-Zuschlag für Fulfillment-by-Amazon-Sendungen. Betroffen sind kleine und Standardpakete im lokalen, paneuropäischen und auch im Versand aus Großbritannien in die EU. Im Durchschnitt liegt die Gebühr bei rund 0,19 Euro pro Artikel. Ausgenommen sind Übergrößen und niedrigpreisige Artikel.
DHL setzt in diesem Jahr sogar auf zwei saisonale Aufschläge. Geschäftskunden müssen vom 1. November bis 31. Dezember mit einem regulären Peak-Zuschlag von 19 Cent pro Paket rechnen. Zusätzlich fällt im Zeitraum vom 24. November bis zum 7. Dezember – also rund um Black Friday und Cyber Monday – eine Extragebühr von 50 Cent pro Paket an. Dieser Zuschlag gilt ausdrücklich zusätzlich zum ohnehin vorhandenen Peak-Zuschlag.
Auch der Paketdienst GLS hat für die Zeit vom 24. November bis 5. Dezember einen Black-Week-Zuschlag angekündigt. Genaue Beträge wurden zwar nicht veröffentlicht, sie sollen laut Händlerinformationen aber deutlich unterhalb der 50 Cent pro Paket liegen, die DHL erhebt. Begründet wird die Maßnahme mit dem erwarteten Ausnahmevolumen und dem damit verbundenen organisatorischen Mehraufwand.
Sowohl Hermes als auch DPD haben bislang noch keine Informationen zu Zuschlägen für das Weihnachtsgeschäft 2025 veröffentlicht.
Was bedeutet das für Händler?
Die zusätzlichen Kosten summieren sich gerade in der Hauptsaison schnell auf und können die Rentabilität empfindlich schmälern. Händler sollten deshalb die Zuschlagszeiträume genau kennen und in ihre Preiskalkulation einbeziehen. Sinnvoll ist es, Marketingaktionen oder größere Versandaktionen möglichst vor oder nach den Wochen mit Zuschlägen zu planen. Auch ein Mix verschiedener Versanddienstleister oder die Aufteilung größerer Sendungsmengen über mehrere Tage können helfen, Kosten abzufedern.
Ebenso wichtig ist Transparenz gegenüber den Endkunden: Wer offen über mögliche Verzögerungen oder leicht erhöhte Versandkosten kommuniziert, vermeidet Enttäuschungen und erhält das Vertrauen der Käufer.
Warum erheben Logistiker Zuschläge?
In Spitzenzeiten geraten Paketdienste und Logistikzentren an ihre Kapazitätsgrenzen. Mehr Personal, zusätzliche Fahrzeuge und Sonderschichten sind notwendig, um die Flut an Bestellungen abzuarbeiten. Diese Zusatzkosten werden nicht allein getragen, sondern teilweise auf die Händler umgelegt – meist in Form von Peak- oder Black-Week-Zuschlägen.
Artikelbild: http://www.depositphotos.com
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