Versandstopp in die USA: Drastische Folgen für Online-Händler befürchtet

Veröffentlicht: 21.08.2025
imgAktualisierung: 21.08.2025
Geschrieben von: Redaktion
Lesezeit: ca. 2 Min.
21.08.2025
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Mann schnürt ein Paket
makistock / Depositphotos.com
Einige Postdienstleister haben auf die Abschaffung der De-minimis-Zollfreigrenze reagiert und einen Versandstopp in die USA angekündigt.


Die skandinavischen und belgischen Postunternehmen Posten Bring (Norwegen), PostNord (Schweden/Dänemark) und Bpost (Belgien) sowie die Österreichische Post haben angekündigt, ihre Paketsendungen in die USA vorübergehend einzustellen. Das berichtet unter anderem Reuters. Grund ist die angekündigte Abschaffung der Zollfreigrenze durch die US-Regierung. Diese sogenannte De-minimis-Regelung erlaubte bisher die zollfreie und vereinfachte Einfuhr von Paketen mit einem Warenwert bis 800 US-Dollar.

„Das Problem ist, dass es noch kein System zur Erhebung oder Zahlung der Einfuhrsteuer gibt. Um Probleme zu vermeiden, haben wir beschlossen, den Versand von Paketen in die Vereinigten Staaten vorübergehend auszusetzen“, bestätigte ein Bpost-Sprecher gegenüber VRT News. Die belgische Post beginnt ab dem 22. August mit dem Versandstopp. Bei PostNord und Posten Bring wird ab dem 23. August der Postversand von Waren in die USA und nach Puerto Rico vorübergehend ausgesetzt. Bei der Österreichischen Post werden ab dem 25. August keine Pakete in die USA mehr angenommen. 

Hintergrund der US-Entscheidung

Die Administration von Präsident Donald Trump erklärte im Juli, dass diese Ausnahme der Zollregelung ab dem 29. August ausgesetzt werde. Damit müssen künftig auch für niedrigpreisige Waren alle üblichen Zölle und Formalitäten erfüllt werden. Für die Postunternehmen bedeutet das eine plötzliche Umstellung, die in der kurzen Zeit technisch und organisatorisch nicht machbar sei. PostNord betonte, dass man wegen der fehlenden Vorbereitungszeit gezwungen sei, die Sendungen auszusetzen.

Einschränkungen für Kunden und Händler

Von der Maßnahme betroffen sind ausschließlich Pakete und Warensendungen. Briefe und Postsendungen ohne Wareninhalt können weiterhin in die USA verschickt werden. Bpost stellte klar, dass Kunden damit weiterhin normale Briefsendungen versenden können, während der Paketversand vorerst ruht.

Für Online-Händler, die regelmäßig in die USA versenden, könnten diese Einschränkungen negative Auswirkungen auf ihr Geschäft haben, da ihnen potenziell ein großer Teil der Kunden wegbrechen.

Das sagen die deutschen Paketdienste

Auf Nachfrage bei der DHL teilte uns ein Unternehmenssprecher mit, dass man den Versand von Geschäftspaketen in die USA einstellen werde. Ausführliche Informationen dazu gibt es an dieser Stelle. Von der DPD gibt es dazu bislang noch keine Informationen.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 21.08.2025
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KOMMENTARE
4 Kommentare
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Dieter
27.08.2025

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Hallo zusammen, es gibt noch einen recht unbekannten Ausweg, den ich ab morgen nutze: Versand nach USA über USPS über Transglobal Express. Habe schon im Vorfeld mit Transglobal Express telefoniert und es wird weiterhin funktionieren. Das große ABER: Man muss natürlich für jeden Artikel im Paket das Ursprungsland, Zolltarifnummer und Wert eingeben, bekommt dann die Steuern berechnet und muss diese zahlen. Das kostet je nach Artikelgruppe null EUR bis x%. Dann erstellt man das Label und sendet die Pakete (alle zusammen in einen Paket) dann z.B. per Hermes an Transglobal Express. Die Trackingnummer ist dann eine USPS Trackingnummer. Habe ich schon zu Corona-Zeiten so gemacht - es funktioniert, aber auch für kleine Warensendungen schon teurer als die DHL Warenpost.
Jay
22.08.2025

Antworten

DHL hat sich an alle Geschäftskunden gewandt. Die stellen den Versand ab dem 26.08.25 auch ein.
dirk
22.08.2025

Antworten

Donald Trumps politische und wirtschaftliche Inkompetenz und sein Zoll-Chaos sind einfach unerträglich. Unsere Verkäufe in die USA waren sowieso zuletzt sehr überschaubar, und aufgrund der zuletzt stark gestiegenen Versandkosten auch kaum noch wirtschaftlich. Amerikanischen Kunden jetzt auch noch klarzumachen, dass sie zusätzlich zu VK und Versand auch noch bis zu 50% Zoll zu bezahlen haben (je nachdem, wo das Produkt ursprünglich hergestellt wurde), ist kaum vermittelbar. Dazu kommen vermutlich erhebliche Verzögerungen bei der Verzollung und Zustellung, zumal Trump ja auch bei Zoll und Post massenhaft Personal gestrichen hat. Lohnt den zweifellos kommenden Ärger mit genervten US-Kunden nicht.
cf
22.08.2025

Antworten

Da sieht man wieder wie bescheuert unsere Welt geworden ist. Statt die Pakete ins Flugzeug zu laden und loszufliegen (hands on), scheitert es an der Dokumentation, also lassen wir den Versand erstmal, bis die Dokumentation geregelt ist. IM ERNST? Es wundert mich langsam, wie die Menschheit die letzten Jahrhunderte ohne die ganze Dokumentation überlebt hat, wenn es jetzt so wichtig ist, dass wir lieber die Wirtschaft lahmlegen als auf Dokumentation zu verzichten...