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Teures Risiko: Keine Rückerstattung bei unzustellbaren US-Sendungen

Veröffentlicht: 19.09.2025
imgAktualisierung: 19.09.2025
Geschrieben von: Corinna Flemming
Lesezeit: ca. 2 Min.
19.09.2025
img 19.09.2025
ca. 2 Min.
USA-Flagge und Stapel mit Münzen
poringdown@gmail.com / Depositphotos.com
Wer in die USA verkauft, muss bestimmte Einfuhrabgaben bezahlen. Bei Retouren werden diese allerdings von der Behörde einbehalten.


Seit dem 29. August 2025 gilt eine wichtige Änderung im internationalen Warenverkehr: Alle Postsendungen in die USA sind zollpflichtig. Damit wurde die bisherige Freigrenze von 800 US-Dollar, bis zu der Pakete zollfrei eingeführt werden konnten, abgeschafft. Für Händler bedeutet das: Jede Sendung, unabhängig vom Warenwert, muss künftig bei der Einfuhr in die USA verzollt werden.

Das neue Vorgehen bei Sendungen in die USA

Ab sofort wird für jede internationale Postsendung in die USA ein Zollverfahren durchgeführt. Der Zollbetrag wird auf Grundlage des Warenwertes sowie der geltenden US-Zollsätze berechnet. Zuständig ist die US-Zollbehörde (Customs and Border Protection, CBP), die die Einfuhrabgaben erhebt, bevor die Sendung an den Empfänger weitergeleitet wird.

Neu ist, dass die Einfuhrabgaben bereits im Voraus berechnet und vom Absender bezahlt werden müssen.

Keine Rückerstattung bei Rücksendungen

Für Händler wichtig zu wissen: Sollte eine Sendung nicht zugestellt werden können und an den Absender zurückgehen, gibt es keine Rückerstattung der gezahlten Zölle. Sobald eine Sendung in den USA verzollt wurde, sind die Abgaben endgültig fällig – auch wenn das Paket gar nicht beim Empfänger ankommt.

Hierzu schreibt die Universal Post Union (UPU) in ihren FAQ:

„Wenn eine internationale Postsendung nicht in den USA zugestellt wird, sondern an den Absender zurückgeschickt wird, kann der Absender dann eine Rückerstattung der entrichteten Zollgebühren erhalten? Wie läuft das Verfahren ab?

Nein. Es gibt keinen Mechanismus für die Rückerstattung/Erstattung von Zöllen.“

Konsequenzen für Absender

Für Absender ergibt sich daraus ein erhebliches Kostenrisiko. Jede Sendung in die USA kann teuer werden, selbst wenn sie später unzustellbar ist. Die Zollkosten bleiben in jedem Fall beim Absender hängen.

Praktisch bedeutet das:

  • Absender müssen noch stärker auf korrekte Adressen und Empfängerdaten achten.
  • Rücksendungen werden deutlich teurer, da weder Versand- noch Zollkosten erstattet werden.
  • Händler, die regelmäßig in die USA liefern, sollten ihre Preis- und Versandkalkulation überdenken und das Risiko in ihre Geschäftsmodelle einpreisen.

USA-Versand lahmgelegt

Aufgrund der neuen Regelungen haben zahlreiche Paketdienste den Versand in die USA ausgesetzt. Bislang fehlt es an konkreten Prozessen, um die Abgaben wie jetzt erforderlich vorab zu berechnen und einbeziehen zu können. Der internationale Postverkehr mit Handelswaren ist deswegen fast komplett zum Erliegen gekommen.

Nachdem auch die DHL mehr als zwei Wochen den Versand komplett gestoppt hat, arbeitet der Logistiker nun intensiv an den neuen Prozessen. Erste Tests wurden bereits durchgeführt, das Unternehmen hofft nun auf eine baldige komplette Wiederaufnahme des Versands.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 19.09.2025
img Letzte Aktualisierung: 19.09.2025
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Corinna Flemming

Corinna Flemming

KOMMENTARE
5 Kommentare
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EUFORY
22.09.2025

Antworten

Wir haben alles auf DHL-Express umgestellt. Hier läuft es so, dass die Zollgebühren von unseren Kunden im Vorfeld beglichen werden müssen. Das klappt bisher auch ganz gut. 👍
Frank2
22.09.2025

Antworten

Es gibt keinen mechanismus dafür, heißt erstmal nur, dass es datentechnisch keinen automatisierten Prozess gibt und keiner Bock hat sowas manuell zu bearbeiten, da der Aufwand (€) größer ist als die zurück erstatten Zölle.
dirk
22.09.2025

Antworten

Wir haben ebenfalls den Verkauf in die USA komplett gestoppt. War zwar durchaus ein interessanter Absatzmarkt, aber dieses von Trump verursachte Chaos ist unerträglich. Es ist auch völlig klar, was die Zielsetzung dieser Maßnahme ist, dass die Zölle immer bereits vom Versender zu zahlen sind, obwohl weltweit eigentlich gilt: Einfuhrabgaben sind vom Empfänger zu entrichten (auch wenn sie vorab über DTP o.ä. bezahlt werden). Trump will seinen dummen Wählern aber genau das verklickern - seine grandiosen Zölle erden von den Herstellern in fernen Ländern bezahlt, die ja alle nur versuchen würden, die USA abzuzocken. Natürlich kann man intern Prozesse aufsetzen, wodurch die Zölle im Shop direkt für den Käufer hinzugerechnet werden - aber das ist durchaus komplex. Wenn man nicht gerade extra für die USA einen eigenen Shop aufsetzt, erfordert die korrekte Preisermittlung und Darstellung des Endpreises anhand von Warengruppe per Taric-Code, die Berechnung von administrativen Einfuhrgebühren und ggf. auch noch US-Bundenstaaten-spezifische VAT (manchen haben diese, manche nicht) einen hohen Aufwand und Pflege. Das Empfänger-genau und präzise zu ermitteln und transparent, möglichst sogar in dynamischen Anzeigen oder Artikel-Kurz-Übersichten korrekt darzustellen, dürfte programmiertechnisch durchaus eine Herausforderung sein. Aber klar ist: Die End-Preise für die Amerikaner werden steigen, was natürlich die Absatzchancen mindert. Also muss man sich fragen - wofür? Und noch wichtiger - für wielange? Denn dass die aktuellen Zolltarife auf lange Sicht auch Bestand haben werden, ist so sicher wie das Wetter in 4 Wochen.
Axel.J
19.09.2025

Antworten

Gleich nach der Info von DHL / Post habe ich die USA als Versandland rausgenommen. Es gibt zum Glück noch viele andere Länder in die man verschicken kann. Wer sich jedoch von Amerika abhängig gemacht hat, hat jetzt ein echtes Problem.
TT
25.09.2025
Den Ärger und Aufwand mach ich nicht mit. Hab soeben USA als mögliches Lieferland aus meinem Shop genommen.