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Retouren auf Rekordniveau: 560 Millionen Pakete gehen zurück

Veröffentlicht: 30.09.2026
imgAktualisierung: 30.09.2026
Geschrieben von: Michael Pohlgeers
Lesezeit: ca. 2 Min.
30.09.2026
img 30.09.2026
ca. 2 Min.
Pakete im Lager
Baloncici / Depositphotos.com
Die Zahl der Retouren wird in diesem Jahr einen neuen Höchststand erreichen. Das liegt Experten zufolge an vermehrten Bestellungen per App.


Online-Kunden schicken immer häufiger Produkte zurück. Die Zahl der Retouren wird einer Berechnung des Retourenforschers Björn Asdecker von der Universität Bamberg zufolge einen neuen Höchststand in diesem Jahr erreichen. Konkret rechnet der Experte damit, dass voraussichtlich 560 Millionen Pakete an Händlerinnen und Händler zurückgeschickt werden, berichtet Heise. Im vergangenen Jahr lag die Zahl der Retouren bei 550 Millionen Paketen.

Retourenzahl steigt bei gleichbleibender Retourenquote

Die steigende Zahl der Retouren liege aber nicht daran, dass die Retourenquote im Online-Handel zunimmt. Asdecker zufolge sei der Grund für die Zunahme ein weiteres Wachstum im Online-Handel bei gleichbleibender Retourenquote. In Zukunft könnte sich das aber verändern, so der Retourenexperte. Das liege daran, dass immer mehr Menschen über Smartphone-Apps einkaufen. „Auf Smartphone-Apps wird schneller gekauft“, erklärt Asdecker. „Es werden weniger Informationen konsumiert, bevor man den Bestellbutton drückt.“

Hohe Kosten für den Handel

Vor allem das Modesegment sei von einer besonders hohen Retourenquote betroffen. Über 80 Prozent der retournierten Pakete und rund 90 Prozent der zurückgeschickten Artikel entfielen Asdecker zufolge auf diese Branche. Dass viele Online-Händlerinnen und -Händler kostenlose Retouren anbieten, sorge zudem dafür, dass das Retourenaufkommen auf einem hohen Niveau liegt.

Für Händlerinnen und Händler sind Retouren ein ernstzunehmender Kostenpunkt. Etwa 20 Prozent der Online-Anbieter haben für jede Rücksendung Ausgaben von über 10 Euro. Rund zwei Drittel dieser Kosten entfallen auf den Rücktransport, wie das Handelforschungsinstitut EHI laut Heise in einer Untersuchung festgestellt hat. Sollte die Retourenquote, wie Asdecker vermutet, in Zukunft steigen, dürfte das also den Margendruck auf die Händlerinnen und Händler erhöhen.

Artikelbild: https://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 30.09.2026
img Letzte Aktualisierung: 30.09.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Michael Pohlgeers

Michael Pohlgeers

Micha beobachtet politische Entwicklungen und Marktplatz-Dynamiken. Seine Themen: Teamführung, Plattformen und alles, was den Handel bewegt.

KOMMENTARE
6 Kommentare
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Markus
01.10.2026

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Fragwürdige Aussagen - man kann am Sachverstand zweifeln. "Etwa 20 Prozent der Online-Anbieter haben für jede Rücksendung Ausgaben von über 10 Euro." >>> und was ist mit den restlichen 80 Prozent? "Rund zwei Drittel dieser Kosten entfallen auf den Rücktransport" - das kann nicht sein, denn grundsätzlich sind auch die Hinversandkosten zu tragen - die sind regelmäßig nicht geringer als die des Rückversands - zumal auch Kosten der Warenverschlechterung und der erhebliche Administrationsaufwand berücksichtigt werden müssen. Es wäre angebracht, auf die immer stärkere Marktplatzfokussierung hinzuweisen - die schreiben den Händlern oft gegen deren Willen "kostenlose" Retouren vor - und befeuern damit das verwantwortungslose Verhalten vieler Käufer.
AM
01.10.2026

Antworten

Aus meiner Sicht ist dies ein hausgemachtes Problem wo jeder Händler größtenteils selber schuld ist. Wer kostenlose Retoure anbietet und auch noch Kauf auf Rechnung, muss ich nicht wundern dass die Retourenquote enorm nach oben geht. Dies dann damit zu begründen dass man kostenlose Retoure anbieten muss, da man sonst nicht konkurrenzfähig ist, ist schlichtweg die falsche Unternehmensstrategie. Das ganze Geld was man einspart, durch nicht kostenlose Retouren, kann man schön in das Marketing, Kundenakquise und Markenbekanntheit investieren. Der daraus gewonnene Mehrwert ist deutlich höher als der Glaube dass kostenlose Retouren das Non-Plus-Ultra sind.
Patrick Schumacher
01.10.2026

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Miachel, sehr gut auf den Punkt gebracht. Gerade bei internationalen Retouren finde ich den Gedanken spannend: Muss eine Retoure aus Frankreich, Italien oder Spanien wirklich jedes Mal zurück nach Deutschland? Eine lokale Retourenadresse könnte hier Wege, Kosten und vor allem die Zeit bis zur Gutschrift deutlich reduzieren. Vielleicht ist genau das ein Ansatz, über den Händler bei steigenden Retourenzahlen stärker nachdenken sollten.
Sjaak
01.10.2026

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Es wäre interessant zu wissen, wie sich eine Pauschale Beteiligung von 2,99€ pro Retoure auf die Retourenquote auswirken würde.
Stefan
01.10.2026

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Hier wäre es wünschenswert, dass Käufer:innen per gesetzlicher Regelung zur Beteiligung an Rücksendekosten "gezwungen" werden. Fast alle namhaften Marktplätze schließen das per AGB für Mode, Schuhe und Textil aus. Das ist Irrsinn und muss beendet werden. Portofreier Versand ist sicher ok aber zurück sollten Käufer:innen zumindest an den Rücksendekosten beteiligt werden - dann wird auch nicht blind auf "Auswahl" bestellt - passiert ja quasi nichts.
cf
01.10.2026

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Besonders hervorzuheben ist der Satz: "Es werden weniger Informationen konsumiert, bevor man den Bestellbutton drückt.“ Daran sieht man auch wieder, dass noch mehr EU-Label keine tatsächliche Wirkung haben. Und meine ganz persönliche Meinung: Es werden immer häufiger Produkte bestellt, kurz genutzt und dann zurückgeschickt - besonders im Textilbereich, so dass Händler eher zu Verleihern mutieren.