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Retouren zu kompliziert: Jeder Zweite behält ungewollte Produkte

Veröffentlicht: 03.06.2025
imgAktualisierung: 03.06.2025
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
03.06.2025
img 03.06.2025
ca. 2 Min.
zwei Amazon-Pakete gestapelt
akulamatiau / Depositphotos.com
Fast 50 Prozent der deutschen Online-Shopper behalten Produkte, die sie nicht wollen, lieber, als sie zurückzuschicken.


Ist das nun eine gute oder eine schlechte Nachricht für Online-Händler:innen? Wenn es darum geht, Produkte zu retournieren, stellen sich die Deutschen als erstaunlich faul heraus. 49 Prozent der deutschen Online-Shopper haben schon einmal ein Produkt behalten, anstatt es zurückzuschicken – weil der Rückgabeprozess zu kompliziert war. Dabei finden 56 Prozent den Rückgabeprozess im Online-Shop sogar häufig einfacher als im Ladengeschäft.

Das Hauptproblem dabei, und das ist dann doch die schlechte Nachricht für Händler:innen, sind zu komplexe Retourenprozesse – und das kann sogar zu einem rechtlichen Problem werden: „Online-Verkäufer tragen die Verantwortung dafür, Hinweise zur Rückgabe transparent und einfach zugänglich zu machen – diese Informationspflicht ist in Deutschland auch gesetzlich geregelt“, erklärt Nastassja Hofmann, Retail-Expertin bei Bitkom. Im Auftrag des Digitalverbandes wurde eine repräsentative Umfrage zum Online-Handel durchgeführt.

Billigmarktplätze in der Kritik

Die Kritik der deutschen Online-Kundschaft richtet sich dabei vor allem gegen Billiganbieter wie Temu und Shein. „Gerade bei außereuropäischen Online-Marktplätzen, die in den letzten Jahren aggressiv in den Markt eingetreten sind“, suchen Kund:innen oft sehr lange nach Informationen zum Rückgabeprozess. „Im Sinne der Verbraucherinnen und Verbraucher sowie europäischer Unternehmen gilt es daher, auch außereuropäische Online-Händler in die Pflicht zur Erfüllung bestehender Regelungen zu nehmen“, so Hofmann weiter.

Wichtige Parameter für die Online-Shopper sind vor allem eine kostenfreie Rücksendung sowie eine schnelle Rückerstattung des Kaufpreises (jeweils 94 Prozent). Für 77 Prozent ist die Auswahl aus verschiedenen Versandanbietern relevant. „Viele Online-Shops bieten aus Kulanz kostenfreie Rücksendungen an - auf eigene Kosten. Um die Anzahl an Rücksendungen zu verringern, setzen sie inzwischen auch auf innovative Tools wie etwa eine digitale Größenberatung. Das soll dazu beitragen, dass bestellte Produkte besser passen und weniger Retouren anfallen“, so Hofmann.

Das können am Ende entscheidende Wettbewerbsvorteile gegen die chronisch günstige Konkurrenz aus Fernost sein. Schon transparentere Angaben zum Retourenprozess können für das Kundenvertrauen entscheidend sein. Sich darauf zu verlassen, dass Kund:innen aus Faulheit sowieso nicht retournieren, ist in jedem Fall eine eher problematische Geschäftsstrategie.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 03.06.2025
img Letzte Aktualisierung: 03.06.2025
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
3 Kommentare
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Sjaak
04.06.2025

Antworten

Wir bemerken nicht, dass Kunden die Ware lieber behalten, statt sie zurückzuschicken. Heutzutage bestellen viele Kunden, ohne die Produktdetailseite zu lesen. Wir stellen alle relevanten Informationen und Maße detailliert in 7–8 Bildern dar, trotzdem erhalten wir häufig Rücksendungen mit Gründen wie "passt nicht" oder "zu groß/klein" – und dabei handelt es sich nicht um Kleidung oder Schuhe, sondern um technische Artikel mit exakt angegebenen Größen. Dennoch ist es für viele Kunden bequemer, einfach einen QR-Code anzufordern und die Ware kostenlos zurückzusenden. Die EU sollte vorschreiben, dass Kunden sich mit mindestens 3 € an Rücksendungen beteiligen. Zwar deckt das nicht die tatsächlichen Kosten, setzt aber eine kleine Hürde und sorgt dafür, dass Kunden vor einer Bestellung und eventuellen Rücksendung bewusster entscheiden, statt einfach im Klick-Klick-Kaufmodus zu agieren.
Martin Bergs
04.06.2025

Antworten

Bitkom, Verband für deutschen Online Handel usw., alles schön, alles sehr lokal (Deutschland) über bürokratisch geregelt, Rückgabeprozesse transparent und einfach darstellen, sonst Abmahnung, Strafe, Einschränkung, unabhängig davon, dass damit der europäische Onlinehandel mehr an Gewicht erlangt, selbst die "armen" Verbraucher, werden bei H&M auch nicht transparent vor dem Kauf über mögliche Retouren informiert, ach ne, da weiss der Verbraucher ja wie das funktioniert, kann, könnte aber im Onlinehandel, da muss man transparent alles darstellen, da der gleiche Verbraucher sonst überhaupt nicht weiss was los ist und der Onlinehändler den Verbraucher ja nur täuschen, betrügen und missachten möchte, BITTE - deutscher Onlinehandels- Verband oder wen es auch interessiert, denkt ein bisschen genereller und globaler, auch wenn`s wie immer nicht veröffentlich wird, der Redakteur liesst es vielleicht
K.I
04.06.2025

Antworten

Meinung: Die "Kunden" shoppen shoppen shoppen! Ohne zu überlegen, zu prüfen, ohne die Produktinformationen zu lesen oder zu verstehen! Einfach nur Bilder anschauen. Und wenn schon - ist doch kostenloser Versand und Rückversand! Da ist das ursächliche Problem! Und dann auch noch zu D... das Produkt zurück zu senden. Pisa Studien lassen grüßen! Armes Deutschland! Es geht weiter abwärts!