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Rekord bei Paketbeschwerden – Post spricht von „aufgeblähten" Zahlen

Veröffentlicht: 13.07.2026
imgAktualisierung: 13.07.2026
Geschrieben von: Michael Pohlgeers
Lesezeit: ca. 2 Min.
13.07.2026
img 13.07.2026
ca. 2 Min.
DHL Paketzusteller
ifeelstock / Depositphotos.com
Die Zahl der Beschwerden im Brief- und Paketversand steigen stark. Die Post hält die Zahlen für „aufgebläht".


35.728 Beschwerden wegen verlegter, verlorener oder beschädigter Briefe und Pakete sind im ersten Halbjahr 2026 beim sogenannten Mängelmelder der Bundesnetzagentur eingegangen. Im Vorjahreszeitraum hatte die Behörde noch 22.981 Beschwerden gezählt – bereits das war ein Rekord. Nun ist der Wert nochmal stark gestiegen, allerdings seien die Zahlen laut Bundesnetzagentur selbst nicht vergleichbar, da die Methodik der Erhebung geändert wurde. Mittlerweile müssen Verbraucher:innen ihre Beschwerden nicht mehr selbst ausformulieren, sondern lediglich Fragen mit Multiple-Choice-Antworten beantworten.

Deutsche Post/DHL kritisiert die Änderung am Mängelmelder

Diese Änderung kritisiert die Deutsche Post/DHL, gegen die sich 87 Prozent der eingereichten Beschwerden richten. „Der neue Mängelmelder bläht die Beschwerdestatistik auf und erweckt den Eindruck, die Postversorgung in Deutschland würde nicht funktionieren“, so ein Post-Sprecher laut Zeit.de. „Das ist falsch – im Gegenteil: Die Post in Deutschland funktioniert sehr gut.“

Die Post moniert, dass das neue System die Hemmschwelle senke und damit manche Verbraucher subjektiv empfundene Mängel einreichen, die bei näherer Betrachtung unberechtigt seien, heißt es bei der Zeit weiter.

Anteil der Beschwerden am gesamten Paketmarkt verschwindend gering

In jedem Fall sollte man die Zahl der Beschwerden ins richtige Verhältnis setzen. Zweifellos sind 35.728 Beschwerden absolut betrachtet eine hohe Zahl, die – gerade auch aus Sicht des Online-Handels – zu vermeiden ist. Gemessen an der gesamten Sendungsmenge in Deutschland ist diese Zahl aber „verschwindend gering“, wie die Zeit schreibt.

Das stützen auch Zahlen der Paketdienstleister selbst: Im vergangenen Jahr beförderte die Post 13,3 Milliarden Briefe und Pakete in Deutschland. Der Anteil der Beschwerden, die bei dem Dienstleister direkt eingehen, liege nach Angaben des Unternehmens unverändert bei 0,003 Prozent der Brief- und Paketmenge. Die DPD meldet ebenfalls, dass der Anteil der Beschwerden auf einem sehr niedrigen Stand von 0,09 Prozent im Jahr 2025 liegt. Der Dienstleister transportierte in dem Zeitraum nach eigenen Angaben über 370 Millionen Pakete.

Keine „Hotspots“ bei Beschwerden mehr

Dass die Bundesnetzagentur die Handhabung des Mängelmelders nun vereinfacht hat, dürfte helfen, die Dunkelziffer zu verkleinern. Denn nicht alle Menschen melden Probleme mit Brief- und Paketversand bei der Post oder der Bundesnetzagentur. Ein positives Zeichen für den Brief- und Paketversand in Deutschland ist, dass es trotz der gestiegenen Zahl keine „Hotspots“ mehr gibt. Gehäufte Beschwerden aus einer Gegend hatte die Bundesnetzagentur in der Vergangenheit für gesonderte Prüfverfahren zum Anlass genommen. Im ersten Halbjahr dieses Jahres habe es keine solche Anlassprüfung gegeben – im Vorjahreszeitraum waren es noch acht gewesen.

Artikelbild: https://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 13.07.2026
img Letzte Aktualisierung: 13.07.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Michael Pohlgeers

Michael Pohlgeers

Micha beobachtet politische Entwicklungen und Marktplatz-Dynamiken. Seine Themen: Teamführung, Plattformen und alles, was den Handel bewegt.

KOMMENTARE
5 Kommentare
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Jay
14.07.2026

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Muss hart sein zuzusehen wie die Konkurrenz einem vor der Nase davon fährt. Ich sag nur: Bei DHL kann man jetzt beim Boten seinen Zoll per Karte bezahlen. Wow, Was eine Neuerung. Machen andere schon seit Jahren. Und zwar online VOR der Zustellung.
Sebastian
14.07.2026

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Hier wird vergessen zu erwähnen das sich nur die wenigsten beschweren. Die Dunkelziffer wird enorm sein.
Michael
14.07.2026

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Das kann ich so nicht bestätigen: seit Einführung des Priobriefes (der jetzt wieder obsolent ist), dauern Groß- und Maxibriefe oft 3-4 Werktage, teilweise kommen die Sendungen nach über 1 Woche, der Rekord liegt bei über 2 Wochen (zur Briefwahlzeit).
Peter
14.07.2026
...es geht hier um "verlegte, verlorene oder beschädigte Briefe und Pakete ". Ihre Anmerkung zur Laufzeit ist ein ganz anderes Thema.
cf
14.07.2026

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Meinung: Die Aussage "Die Post in Deutschland funktioniert sehr gut" kann nur von jemandem kommen, der bei der Post arbeitet und seine Briefe direkt im Verteilzentrum von seinen Mitarbeitenden auf dem Silbertablett ausgehändigt bekommt. Preise steigen in regelmäßigen Abständen immer weiter und die Zustellzeiten werden dabei immer länger... Und sich darüber zu beschweren, dass jetzt nicht mehr so viele Menschen davon "abgehalten" werden Beschwerden einzureichen ist ziemlich traurig. Frei nach dem Motto: Wir lassen keine Beschwerden zu, bzw. nehmen diese nicht entgegen, dann haben wir auch keine unzufriedenen Kunden.... Aufgewacht und zurück ins 21. Jahrhundert bitte.