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Immer mehr Online-Händler übernehmen Retourenkosten komplett

Veröffentlicht: 01.10.2026
imgAktualisierung: 01.10.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
01.10.2026
img 01.10.2026
ca. 2 Min.
Paket für Retoure
stadtratte / Depositphotos.com
Immer mehr Händler tragen die Rücksendekosten selbst: Laut EHI-Studie sind es 60,6 Prozent – im Vorjahr waren es 49,2 Prozent.


Viele Online-Händler:innen übernehmen die Kosten für Retouren inzwischen komplett. Das zeigt die neue EHI-Studie „Versand-, Verpackungs- und Retourenmanagement im E-Commerce 2026“. 60,6 Prozent der Händler:innen übernehmen die Rücksendekosten vollständig, 2025 waren es 49,2 Prozent. Der Anteil derer, die die Kosten komplett an die Kundschaft weitergeben, sank von 18,0 auf 10,6 Prozent.

Als Gründe nennen die Händler:innen vor allem Kundenzufriedenheit und Kundenbindung (76,2 Prozent, Vorjahr: 54,5 Prozent). Dahinter folgen Kundenerwartung und Wettbewerb (64,3 Prozent, Vorjahr: 60,6 Prozent). Der wirtschaftliche Druck steigt laut EHI dadurch. Die Händler:innen sehen Retouren aber zunehmend als strategisches Instrument für Kundenbindung und Kommunikation.

Retourenquoten entwickeln sich uneinheitlich

Bei den Quoten ist das Bild gemischt:

  • 66,7 Prozent der Händler:innen haben eine artikelbezogene Retourenquote von höchstens 10 Prozent.
  • 18,7 Prozent berichten von steigenden Quoten, 2025 waren es 14,7 Prozent.
  • Der Anteil mit Quoten über 20 Prozent sank leicht von rund 25 auf 23,6 Prozent.

Große Unterschiede gibt es zwischen den Sortimenten. Fashion bleibt am retourenintensivsten: 67,8 Prozent der Modehändler:innen liegen über 20 Prozent (2025: 65,3 Prozent). Zwar gibt es weniger Anbieter mit Quoten über 50 Prozent, dafür mehr im Bereich von 36 bis 50 Prozent. Das deckt sich mit Berechnungen des Retourenforschers Björn Asdecker. Bei Consumer Electronics ist die Lage deutlich entspannter: 94,5 Prozent kommen auf höchstens 10 Prozent Retouren (Vorjahr: 85,7 Prozent). Keiner liegt mehr über 20 Prozent.

Rücktransport ist der größte Kostentreiber

70,6 Prozent der Händler:innen nennen den Rücktransport als größten Kostentreiber. Prüfung und Wiederaufbereitung nannten nur noch 52,9 Prozent (Vorjahr: 63,1 Prozent). Die Bearbeitungskosten pro retourniertem Artikel liegen bei:

  • bis 5 Euro: gut 33 Prozent der Händler
  • 5 bis 10 Euro: fast 20 Prozent
  • 10 bis 20 Euro: rund 20 Prozent

Mehr als ein Viertel der Befragten konnte die eigenen Kosten nicht beziffern.

„Insgesamt verschiebt sich der Fokus des Retourenmanagements von einer allgemeinen Kostenfrage hin zu einer zielgerichteten Ursachenanalyse und differenzierten Kontrolle“, sagt Niklas Stanislawski, Projektleiter Logistik beim EHI. Händler:innen setzen zudem stärker auf Daten und digitale Maßnahmen.

Artikelbild: https://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 01.10.2026
img Letzte Aktualisierung: 01.10.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
5 Kommentare
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KI
02.10.2026

Antworten

Meinung: Amazon und Otto sind die größten Umweltverschmutzer die wir kennen! Händler werden dort zum kostenlosen Rückversand gezwungen!!! Bei uns sind über 90 % der Retouren Auswahl Bestellung, falsche Artikel bestellt und keine Angaben gemacht. DHL und Amazon verdienen immer noch fantastisch an Retouren. Wie immer zahlt der Händler drauf! Der Kunde wird dahin erzogen das alles "Gratis ist" Hin Versand und Rückversand. Wie dumm und naiv ist unsere Gesellschaft mittlerweile! Kundenbindung im Onlinehandel ist auch ein sehr scheinheiliges Argument und rechtfertigt keinen kostenlosen Rückversand. Aber selbst die Politik schläft weiter tief und fest!
Matius
02.10.2026

Antworten

Schade dass nicht darauf hingewiesen wird dass diese Rückkostenerstattung wie auch bei der Werbung im Verdrängungsawettbewerb bei allgemeiner Anwendung ein Paradox entsteht , vergleichbar wie in einem Kino, wo am Anfang einer aufsteht um besser sehen zu können bis am Ende alle aufstehen womit wieder alle die gleiche Aussicht haben. Die Kostentreiber sind von den Händlern selbst gewählt weil Marketingideologie schon ab Uni getrichtert wird. Am Schluss kommt ineffizienz dabei herraus und höheres Preisniveau weil die Lenkungswirkung unweigerlich mitspielt und zusätzlich Umweltkosten nicht internalisiert sind. Nennt sich in der Wiwi Konkurrenzparadoxie.
cf
02.10.2026

Antworten

Meinung: Früher habe ich mich immer gefragt, warum ein Retourenetikett von DHL teurer abgerechnet wird als ein normaler Versand - obwohl doch das gleich Paket mit einem Aufkleber transportiert wird - nur in die andere Richtung. Aber irgendwann habe ich die Frage aufgegeben und konsequent umgestellt, dass Kunden die Rücksendung selber zahlen müssen - Erwartungen hin oder her. Ich persönlich habe noch nie eine Kaufentscheidung davon abhängig gemacht ob ich etwas kostenlos zurücksenden kann - warum auch? Wenn ich etwas kaufe, dann will ich es ja auch haben. Wer nur "zum Spaß und ausprobieren" bestellt achtet vermutlich darauf, aber da kommt das meiste dann auch wieder zurück. Ob man solche Kunden unbedingt als Zielgruppe haben möchte muss jeder selber entscheiden.
Bert Schanner
02.10.2026
Das unterschreibe ich zu 100% so machen wir es auch, einen Kunden der nach kostenloser Retoure seine Produkte aussucht, möchten wir nicht. Retouren die wir verschulden durch Defekt oder Falschlieferung bezahlen wir selbstverständlich. Diese Haltung erzeugt zwar immer mal wieder negative Bewertungen, aber wir als Händler haben es in der Hand, ob wir in Zukunft nur noch kostenloses Leihgeschäft sind oder nicht.
SR
02.10.2026
Da stimme ich cf zu, wieso soll ich die Rücksendekosten übernehmen? Im Widerruf bleibe ich ja schon auf den Versandkosten hängen, das dieses überhaupt Standard geworden ist traurig. Wenn ich nichts mehr verdienen möchte, gebe ich meinen Gewinn eben an Versandkosten aus die ja immer höher werden, nicht zuletzt wegen 2,50€ für den Liter Diesel. Ich habe auch noch keinen Kauf entschieden ob ich es Kostenfrei zurücksenden kann, bei EBay gibt es dafür EBay Plus oder bei Aamzon Prime für diesen extra Service. Wieso sollte ich dann die Retourenkosten in meinem Shop für umsonst übernehmen? Gerade das kurbelt doch den Missbrauch der Retouren und des Widerrufs erst richtig an, wer es selbst zahlen muss, der überlegt sich das und bestellt auch nur wenn er es wirklich möchte.