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Niedrigwasser treibt Transportkosten auf das Dreifache

Veröffentlicht: 07.08.2026
imgAktualisierung: 07.08.2026
Geschrieben von: Michael Pohlgeers
Lesezeit: ca. 2 Min.
07.08.2026
img 07.08.2026
ca. 2 Min.
Schiff auf dem Rhein unter Niedrigwasser
Teq_77 / Depositphotos.com
Das Niedrigwasser belastet die Logistik weiter schwer. Händler bezahlen für den Transport ihrer Waren inzwischen ein Vielfaches.


Die Lage auf Deutschlands Flüssen bleibt weiter angespannt. Durch das Niedrigwasser können Schiffe auf dem Rhein mittlerweile teils nur noch ein Sechstel ihrer üblichen Fracht laden. Das treibt die Preise für den Warentransport weiter in Höhe: Wie die Zeit berichtet, zahlen Händler nach eigener Aussagen für den Transport mit Tanker- und Binnenschiffen von Rotterdam nach Karlsruhe rund 150 bis 160 Euro pro Tonne. Ende Juni lag dieser Preis noch bei 45 Euro.

Verkehrsminister Bilger will Lkw-Fahrverbote aussetzen

Die prekäre Lage hat jetzt auch den neuen Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) dazu veranlasst, ein Krisentreffen mit Vertretern der Binnenschifffahrt anzusetzen. Im Vorfeld des Treffens erklärte Bilger, dass die Idee im Raum stehe, das Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lkw vorübergehend auszusetzen. Angesichts der aktuellen Niedrigwasserlage müsse geprüft werden, wie die Waren auf Straße und Schienen umgelegt werden könnten.

„Ich könnte mir beispielsweise vorstellen, dass wir Sonn- und Feiertagsfahrverbote für Lkw aufheben, wenn es nötig sein sollte“, so Bilger gegenüber dem Fernsehsender Phoenix. Die Verlagerung des Transports auf Straße sei eine kurzfristige Lösung. Zusätzlich würde geprüft, ob der Gütertransport auch verstärkt auf die Schiene verlegt werden könne. Hier stellen umfangreiche Bauarbeiten und Streckensarnierungen entlang des Rheins aber ein größeres Hindernis dar.

Schiffe umbauen, Fahrrinnen ausbauen

Mittel- und langfristig könnte der Umbau von Schiffen, damit sie auch bei niedrigeren Pegeln mehr Ladung aufnehmen können, und der Ausbau der Fahrrinnen helfen. Langfristig müsse das Land die Wasserstraßen besser auf Trockenheit einstellen, so Bilger. „Wir werden nichts machen, was die Umwelt schädigt“, erklärte der Verkehrsminister. Man müsse sich in Zukunft aber „daran gewöhnen, dass solche Situation öfter auftreten werden“. Über die aktuelle Lage hinaus kündigte er auch an, das Infrastrukturproblem in Deutschland insgesamt angehen zu wollen.

Die deutschen Flüsse führen seit einigen Wochen immer weniger Wasser. An der für die Rheinschifffahrt wichtigen Engstelle Kaub fiel der Wasserstand am Mittwoch auf 17 Zentimeter und lag damit niedriger als je zuvor gemessen. Die eigentliche Fahrrinne ist damit noch etwa 130 Zentimeter tief. Der Mittelwert der Wasserstände am Pegel Kaub lag von 2010 bis 2020 bei 208 Zentimetern.

Jeder Hitzetag kostet Hunderte Millionen Euro

Die Klimakrise wird damit zur reellen Belastung der deutschen Wirtschaft – und teuer. Einer Berechnung von Prognos zufolge hat die Hitzewelle vom 17. bis 30. Juni 2026 wirtschaftliche Kosten in Höhe von 6,3 Milliarden Euro verursacht. Auch für einzelne Hitzetage hat Prognos die Belastungen für die Wirtschaft berechnet: Demnach kostet jeder Tag mit Temperaturen über 30 Grad die Volkswirtschaft 431 Millionen Euro. Tage mit einer Temperatur über 35 Grad kosten sogar 984 Millionen Euro. Der Großteil dieser Kosten fällt auf Produktivitätsverluste aufgrund von häufigeren Pausen, langsamer und unkonzentrierter Arbeit zurück.

Artikelbild: https://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 07.08.2026
img Letzte Aktualisierung: 07.08.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Michael Pohlgeers

Michael Pohlgeers

Micha beobachtet politische Entwicklungen und Marktplatz-Dynamiken. Seine Themen: Teamführung, Plattformen und alles, was den Handel bewegt.

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