Support & Hilfe
Newsletter Bei uns werben

Niedrigwasser könnte Inflation anheizen – Binnenschifffahrt fordert Maßnahmen

Veröffentlicht: 13.08.2026
imgAktualisierung: 13.08.2026
Geschrieben von: Michael Pohlgeers
Lesezeit: ca. 2 Min.
13.08.2026
img 13.08.2026
ca. 2 Min.
Rhein mit Niedrigwasser
Longo68 / Depositphotos.com
Das anhaltende Niedrigwasser könnte die Inflation weiter treiben. Die Binnenschifffahrt hat derweil einen Drei-Punkte-Plan vorgelegt.


Nach dem Auslaufen des Tankrabatts hat die Inflation deutlich angezogen und lag im Juli bei 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt ermittelt hat. Damit bleiben die Energiepreise „zentraler Preistreiber“, wie Destatis-Präsidentin Ruth Brand dem Spiegel zufolge erklärt. Diese Entwicklung der Inflation könnte durch das anhaltende Niedrigwasser weiter angeheizt werden, fürchten Experten.

„Die deutsche Inflationsrate könnte dadurch temporär um bis zu einem halben Prozentpunkt ansteigen“, so Ökonom Felix Schmidt von der Berenberg Bank. Auch der ADAC erklärte, dass die Logistikkosten für den Transport von Kraftstoffen und einzelnen Vorprodukten teilweise deutlich steigen könnten. Erst kürzlich wurde bekannt, dass sich die Transportkosten durch das Niedrigwasser auf dem Rhein teilweise verdreifacht haben.

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hatte als Antwort auf die dramatischen Pegelstände gefordert, das Lkw-Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen befristet aufzuheben. So soll die Fracht der Schiffe über die Straße weitertransportiert werden – ein Vorstoß, der bei Logistikverbänden und Gewerkschaften auf deutliche Kritik stößt. Zudem mangelt es an Fahrer:innen und Fahrzeugen, um die Kapazitäten ausgleichen zu können.

Das fordert die Binnenschifffahrt

Die Binnenschifffahrt hat unterdessen einen Drei-Punkte-Plan vorgelegt, mit dem die Auswirkungen des Niedrigwassers bekämpft werden sollen. Der Drei-Punkte-Plan umfasst folgende Maßnahmen:

  1. Das Bundesverkehrsministerium soll die Förderung von niedrigwasseroptimierten Schiffen ab Januar fortsetzen und nicht wie geplant auslaufen lassen.
  2. Die Fahrrinnen an Mittel- und Niederrhein sollen „in maximal möglichem Tempo“ ausgebaut werden. So ließen sich 20 Zentimeter mehr Wasser unter den Kiel bringen.
  3. Die Behörden sollen schnell Möglichkeiten finden, das Wasser im Rhein stärker zu stauen. Aktuell fließe das Wasser zu schnell ab, was nach acht Wochen ohne Regen zu den aktuellen Niedrigwasserständen führe.

Niedrigwasser: Nicht nur schlecht für die Schifffahrt, sondern auch für die Natur

„Es müssen Ideen entwickelt werden, das Wasser länger im Fluss zu halten“, zitiert ZDF Heute Jens Schwanen, Geschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB).

Schwanen verwies zudem darauf, dass das Niedrigwasser nicht nur der Schifffahrt, sondern auch der Natur schade. „Massenhaftes Fischsterben, vertrocknete Auen, hohe Wassertemperaturen und zu wenig Sauerstoff bringen den Rhein als Habitat an seine Grenzen. Das geht uns alle an“, so der BDB-Geschäftsführer. Inwiefern niedrigwasseroptimierte Schiffe, eine tiefere Fahrrinne und stärkere Stauung von Wasser im Rhein diese Auswirkungen der anhaltenden Hitze und Dürre bekämpfen sollen, bleibt allerdings offen.

Artikelbild: https://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 13.08.2026
img Letzte Aktualisierung: 13.08.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
Artikel weiterempfehlen
Michael Pohlgeers

Michael Pohlgeers

Micha beobachtet politische Entwicklungen und Marktplatz-Dynamiken. Seine Themen: Teamführung, Plattformen und alles, was den Handel bewegt.

KOMMENTARE
0 Kommentare
Kommentar schreiben