Rhein, Donau, Oder und Elbe – sie alle weisen aktuell viel zu niedrige Pegelstände auf. Während die Güterschiffe auf dem Rhein und auf der Donau mit deutlich verringerten Ladungsmengen immerhin noch weiterfahren können, ist an anderer Stelle Schluss: Die Elbe führt derzeit so wenig Wasser, dass von Tschechien bis nach Magdeburg keine Güterschiffe mehr fahren können. Und zwar voraussichtlich bis September, wie der Spiegel berichtet.
Wasserpegel von gerade einmal 68 Zentimetern
Dass es zu Einschränkungen im Schiffverkehr aufgrund von niedrigen Wasserpegeln kommen kann, ist mittlerweile keine Neuheit mehr. „Allerdings hatten wir in diesem Jahr bereits sehr früh einen sehr geringen Elbpegel (ab Ende April), sodass wir es nicht geschafft haben, alle Transporte rechtzeitig an ihr Ziel zu bringen“, erklärt Heiko Loroff, Geschäftsführer der Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe (SBO), gegenüber dem Spiegel.
Die Zahlen sind dramatisch: Fällt der Wasserstand unter einen Meter, können Güterschiffe nicht mehr über die Elbe fahren. In Dresden betrug der Wasserpegel vergangene Woche gerade einmal 68 Zentimeter. Bis die Lage sich entspannt, nutzen die SBO Straße und Schiene für den Gütertransport.
Schiffe fahren mit deutlich weniger Ladung
Die Lage auf dem Rhein und auf der Donau ist zwar noch nicht so dramatisch wie auf der Oberelbe, aber hier müssen die Schiffe mit deutlich weniger Ladung fahren, um die Wasserstraßen überhaupt noch passieren zu können. Wie BR24 berichtet, seien auf der Donau aktuell Güterschiffe unterwegs, die nur 300 bis 500 Tonnen geladen haben. Dabei beträgt ihr Fassungsvermögen 2.000 Tonnen. Was nicht mitgenommen werden kann, werde aktuell in Häfen zwischengelagert.
Etwas entspannter sei die Lage dagegen auf dem Main, dem Main-Donau-Kanal und den ausgebauten Teilen der Donau. Hier werde der Wasserstand durch Staustufen reguliert. Der Ausbau der Donau zwischen Straubing und Vilshofen war lange umstritten, bis sich die zuständigen Stellen auf einen naturnahen Ausbau einigten. Künftig soll die Fahrrinne an dieser Stelle durchgehend tiefer sein.
Niedrigwasser an 256 Stellen
Ein Blick auf das Niedrigwasserinformationssystem (Niwis) zeigt das aktuelle Ausmaß der Probleme: Von 354 Messstellen der Oberflächengewässer melden lediglich 98 „kein Niedrigwasser“. 130 zeigen den Stand „niedrig“, 55 „sehr niedrig“ und 66 sogar „extrem niedrig“. In 5 Fällen lagen keine Daten vor. Grund für die Lage sind die immer stärker spürbare Klimakrise und bauliche Veränderungen von Flussläufen. Aktuell dürfte sich die anhaltende Trockenheit und Hitze von Ende Juni und Anfang Juli bemerkbar machen. Daneben sorgen auch Flussbegradigungen, Wasserspeicher und Talsperren dafür, dass den Fließgewässern wichtiges Wasser fehlt.
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Michael Pohlgeers
Micha beobachtet politische Entwicklungen und Marktplatz-Dynamiken. Seine Themen: Teamführung, Plattformen und alles, was den Handel bewegt.
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