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Aus Kostengründen: DHL treibt die Automatenzustellung massiv voran

Veröffentlicht: 21.01.2025
imgAktualisierung: 21.01.2025
Geschrieben von: Redaktion
Lesezeit: ca. 2 Min.
21.01.2025
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DHL Paketautomat
defotoberg / Depositphotos.com
Statt der kostspieligen Haustürzustellung will die DHL in Zukunft verstärkt auf die Lieferung an Paketautomaten setzen.


Die Zustellung an Kunden direkt an die Haustür ist für Paketdienste zunehmend ineffizient. Der Bote muss jeden Haushalt einzeln anfahren, sind Empfänger nicht da, kann sich der Zustellversuch auch mal verdoppeln oder sogar verdreifachen. Um dem entgegenzuwirken, setzen Logistiker schon seit Jahren auf sogenannte Paketautomaten. Hier können Zusteller mehrere Sendungen mit einem Mal abliefern und Kunden sind in der Abholung zeitlich flexibel.

Absoluter Platzhirsch in diesem Bereich ist natürlich die DHL Group. Aktuell betreibt das Unternehmen über 14.000 dieser Automaten, will in den kommenden Jahren die Zahl aber mächtig nach oben schrauben. Wie das Unternehmen jetzt bekannt gegeben hat, sollen es bis zum Jahr 2030 ganze 30.000 – also gut doppelt so viele – Abhol- und Abgabestationen geben. Einer der Hauptgründe für den massiven Ausbau der Automaten nannte DHL-Vorständin Nikola Hagleitner jetzt beim Tagesspiegel: „Natürlich hat ein Paket bei einer Packstationszustellung weniger Kosten.“

Haustürzustellung wird zum Nischenprodukt

Um das zu realisieren, hat die DHL eine Tochterfirma namens DeinFach gegründet. Sie soll einen Großteil der neuen Paketautomaten beisteuern, Ende Januar werden bereits die ersten 60 – und im Unterschied zu den herkömmlichen gelben DHL-Stationen – weißen Automaten in Betrieb genommen. Das Besondere bei den DeinFach-Boxen: Sie sind anbieteroffen, das heißt, dass neben der DHL auch die Paketboten der Konkurrenz sowie Händler ihre Pakete hinterlegen können.

Neben der DHL setzen auch die anderen deutschen Logistiker verstärkt auf Paketautomaten. Dafür sind DPD und GLS im vergangenen Jahr eine Kooperation eingegangen, um gemeinsame Paketabgabe- und -annahmestellen zu schaffen. „Da der Verkehr zunehmend aus den Innenstädten herausgehalten werden soll, wird die klassische Haustür-Zustellung zur Nische werden“, ist sich DPD-Manager Michael Knaupe sicher.

Kunden sollen weiterhin über Art der Lieferung entscheiden

Das Konzept der Paketautomaten ist in anderen Ländern bereits deutlich weiter ausgebaut als hierzulande. Besonders in Ost- und Nordeuropa sind Paketautomaten noch mehr vertreten als in Deutschland, in einigen Regionen gibt es gar keine Haustürzustellung mehr. Ob es ein solches Szenario hierzulande geben könnte, bleibt fraglich. Die DHL betont, dass Kunden nach wie vor die Wahl haben, auf welchem Weg die Pakete zu ihnen finden sollen –  also entweder eine Haustürzustellung oder die Abgabe in einer Filiale oder bei einem Automaten.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 21.01.2025
img Letzte Aktualisierung: 21.01.2025
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Redaktion

Redaktion

KOMMENTARE
5 Kommentare
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K.I
23.01.2025

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Meinung: Bei DHL geht es nur darum die Kosten zu senken. Paketpreise werden auch in Zukunft immer weiter steigen. Das Ziel das die Kunden ihr Paket aus der Paket box oder dem Paketshop abholen funktioniert nur wenn endlich der kostenlose Versand und Rückversand abgeschafft wird! Dann kann der Kunde zumindest bei den anfallenden Versandkosten sparen indem er die Paket box oder dem Paketshop als Lieferadresse auswählt. Die Versandkosten für Lieferungen an Paket box oder dem Paketshop sollten dann aber auch deutlich günstiger sein als die Haustür Zustellung. Das alles ist aber auch nur Wunschdenken denn Amazon und Otto werden niemals ! den kostenlosen Versand und Rückversand abschaffen. So Umweltbewusst sind diese "Vorzeigeunternehmen" doch nicht. Den Konzernen ist das Geld wichtiger als die Umwelt!
cf
23.01.2025

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Sehr zu begrüßen, jedoch sollte das Haustür-Thema nicht vergessen werden, denn es gibt auch Menschen die kaum noch oder wenig mobil sind und daher nicht an die Automaten herankommen. Bei aller Optimierung, die ja auch dem Umweltschutz zu Gute kommt, also die Menschen nicht vergessen.
ralf
22.01.2025

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Na, dann müsste die Preise für Pakete wieder fallen, freue mich drauf. DHL wird sicher die Ersparnis zum kleinen Teil an seine Kunden weitergeben, oder nicht? Wäre doch ziemlich umverschämt, ständig nach Preissteigerungen bei gleichzeitig längerer Umlaufzeit und weniger Service zu verlangen und dann aber auf der anderen Seite immer weniger Kosten zu haben.
Jörg Schauerhammer
22.01.2025

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Herrn Wegener kann man nur zustimmen. Ergänzend kann man feststellen, dass immer noch ca. 85% der Zustellungen an die Haustür gehen. Das ist auch die Priorität der Besteller/Kunden. Auch die Versender freuen sich über zufriedene Kunden mit einer sicheren Zustellung. Es sind bei weitem nicht ausreichend Locations für die Packstationen vorhanden, um dieses (steigende) Volumen abzuwickeln, der Anteil der Packstationen/Paketshops steigt kaum. Mit einer Infrastruktur aus Paketboxen ließe sich die Zustellproduktivität signifikant (vorsichtig geschätzt 30%) erhöhen, zusätzlich könnten damit auch Retouren abgewickelt werden. Gleichzeitig ergibt sich eine dramatische Einsparung des footprints im Gesamtprozess, da man in der Gleichung natürlich die vielen Fahrten der Empfänger berücksichtigen müsste, aber nicht tut. Von der Zeitersparnis nicht zu reden. Es ist sehr bedauerlich, dass DHL keinerlei Anstrengungen unternimmt, solche verbraucherorientierten Lösungen voranzubringen, von denen sie selbst den größten ökonomischen Nutzen hätte. Das wäre wirtschaftlich, nachhaltig und kundenorientiert. Offenbar gibt es politische Entscheidungen bei DHL, die nur auf kurzfristige Kosteneinsparungen zielen, nicht aber auf strategische Marktentwicklungen. Schade, dass der Marktführer nicht vorangeht.
Mathias Wegener
21.01.2025

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Selbstverständlich ist es für den Logistiker und damit auch für den Absender billiger, an eine Packstation oder ähnliches zu liefern statt an die Haustür. Da wird wohl niemand widersprechen. Was die Logistiker bei einer weiteren Forcierung von solchen Packstationen ab tun, ist diese Kosten auf den Empfänger auszulagern. Denn dieser muss die Packstation ja erreichen. Und das kostet in jedem Fall Geld und Zeit und Zeit ist Geld. Auch ökologisch gibt es keinen Vorteil. Statt das ein einziges Auto die verschiedene Empfänger abfährt und wenn möglich ausliefert, fährt nun jeder Empfänger einzeln und in vielen Fällen mit seinem Auto zur Packstation. Und natürlich wieder zurück. Ökologisch macht dies keinen Sinn. Aber ökonomisch macht es für den Logistiker und die Versender natürlich sehr viel mehr Sinn. Dagegen ist ja auch nichts einzuwenden. Es wäre nur schön, wenn DHL und Co. offen, transparent und ehrlich kommunizieren würden, dass es eben um Geldeinsparungen geht.