Handelsschiffe stecken fest, Amazons AWS ist down

Veröffentlicht: 02.03.2026
imgAktualisierung: 02.03.2026
Geschrieben von: Michael Pohlgeers
Lesezeit: ca. 2 Min.
02.03.2026
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Containerschiff
tungphoto / Depositphotos.com
Der Krieg im Nahen Osten hat nicht nur militärische Konsequenzen: Handelsrouten sind betroffen und Amazons AWS-Service ist down.


Der militärische Konflikt zwischen Israel, den USA und dem Iran versetzt die Reedereien in Sorge. „Die aktuelle Eskalation trifft das Herz globaler Seehandelsrouten – das spüren unsere Reedereien und ihre Besatzungen unmittelbar“, erklärt Martin Kröger, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Reeder dem Spiegel gegenüber

Die Straße von Hormus an der iranischen Küste beispielsweise gilt als eine der wichtigsten Seehandelsrouten der Welt und ist entscheidend für den Markt mit fossilen Energieträgern. Eine Sperrung dieser Meerenge wirkt sich drastisch auf die Weltwirtschaft aus. Und genau das hat der Iran als Reaktion auf die Bombardierungen des Landes getan: Die Straße von Hormus wurde für den Schiffsverkehr gesperrt, berichtet ntv.

Suezkanal ebenfalls gefährdet

Die Reedereien sind aber nicht nur wegen der Straße von Hormus besorgt: Auch westlich des Persischen Golfs spitzt sich die Lage zu. Hier verläuft die wichtige Handelsroute zwischen Europa und Asien. Wie dramatisch Einschränkungen im Suezkanal auf dieser Route sind, hat die Weltwirtschaft vor einigen Jahren bitter spüren müssen, als sich die Ever Given querstellte und den Seeweg monatelang blockierte. 

Die Reedereien betonten, dass ihre Schiffe „für offene Märkte und stabile Lieferketten“ stehen. Sie dürften nicht in militärische Eskalationen hineingezogen werden. Die militärische Auseinandersetzung dürfte die internationalen Seewege empfindlich treffen und für massive Einschränkungen sorgen. 

AWS-Datenzentrum von „Objekten“ getroffen

Die Antwort des Iran auf die Aggressionen, Raketen auf verschiedene Golfstaaten zu schießen, sorgt aber nicht nur bei den Reedereien für Unterbrechungen: Wie der US-Konzern Amazon mitteilt, sei der Cloud-Dienst AWS in der Region gestört, nachdem „Objekte ein Rechenzentrum“ in den Vereinigten Arabischen Emiraten getroffen hätten. Während es laut Heise bisher unklar ist, um was für Objekte es sich dabei genau handelt, liegt der Verdacht nahe, dass es sich um eine Rakete oder Drohne gehandelt haben könnte. 

Wie lange die Störung noch dauern wird, ist noch nicht absehbar. Zahlreiche AWS-Dienste seien nach wie vor betroffen.

Update, 03.03.2026

Amazon hat mittlerweile bestätigt, dass es sich bei den „Objekten“ um Drohnen gehandelt habe. Wie die BBC berichtet, seien demnach zwei Datenzentren in den Vereinigten Arabischen Emiraten direkt getroffen worden. In Bahrain sei eine Drohne „in der Nähe eines unserer Zentren“ eingeschlagen und habe die Infrastruktur von Amazon beschädigt. Dem Konzern zufolge hätten die Angriffe strukturelle Schäden verursacht, die Energieversorgung gestört und auch zu Bränden geführt, die gelöscht werden mussten und dadurch auch zu Wasserschäden führten. 

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 02.03.2026
img Letzte Aktualisierung: 02.03.2026
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Michael Pohlgeers

Michael Pohlgeers

Micha beobachtet politische Entwicklungen und Marktplatz-Dynamiken. Seine Themen: Teamführung, Plattformen und alles, was den Handel bewegt.

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