DHL-Paket nicht zugestellt: Neues Verfahren bei Benachrichtigungen?

Veröffentlicht: 16.06.2025
imgAktualisierung: 16.06.2025
Geschrieben von: Tina Plewinski
Lesezeit: ca. 2 Min.
16.06.2025
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DHL-Paketbote bringt eine Sendung mit einem Lieferfahrzeug
ifeelstock / Depositphotos.com
Haben die bewährten Paket-Benachrichtigungskarten bei der DHL ausgedient? Die bestehenden Prozesse sollen wohl optimiert werden.


Kann ein Paket nicht zugestellt werden, greifen die meisten Logistikdienste auf die altbekannten Benachrichtigungskarten zurück, auf denen sich alle nötigen Informationen zum Verbleib der Sendung befinden. Offenbar arbeitet DHL aber aktuell daran, den Prozess rund um die Benachrichtigungen zu verbessern – zumindest in manchen Fällen.

Statt einer Benachrichtigungskarte erhielt ein DHL-Kunde aus Lübeck kürzlich einen Brief mit Abholcode, in dem er informiert wurde, dass er seine Sendung an einer Packstation abholen könne, berichtet das Branchenportal Paketda.

DHL: Automatisierung könnte deutlich Zeit pro Paket sparen

Ein automatisierter Prozess wurde schon vor Jahren angeschoben, um die Zustellarbeit zu optimieren: Benachrichtigungen nach einem fehlgeschlagenen Zustellversuch werden meist nicht mehr händisch ausgefüllt. Zustellerinnen und Zusteller der DHL erstellten in der Regel bisher mithilfe eines Mini-Druckers ein Etikett mit den Paketinformationen und klebten dieses dann auf eine Blanko-Benachrichtigungskarte. Diese landet in der Praxis dann üblicherweise direkt im Briefkasten, draußen an der Haustür oder manchmal auch erst nach dem Umweg über die Post im Briefkasten des Empfängers oder der Empfängerin.

Bei der neuen Benachrichtigungsvariante ersparen sich die DHL-Mitarbeitenden offenbar die Arbeit, eine Benachrichtigungskarte zu erstellen und diese dann postalisch zu verschicken: „Der Zusteller scannt das Paket bei Nichtzustellbarkeit und leitet es an eine Filiale oder Packstation um. Ist mit dem Empfänger kein digitaler Kontakt (z. B. E-Mail oder App) möglich, wird offenbar automatisch ein Briefversand ausgelöst“, erläutert Paketda. Als Absendeadresse auf der Postsache sei dabei die örtliche Zustellbasis angegeben. 

Alles in allem könnte das Vorgehen also wichtige Zeit bei der Paketzustellung sparen. Geschätzt wird eine Ersparnis von einer bis zwei Minuten pro Kunde bzw. Kundin, heißt es weiter.

Briefversand wohl als Ergänzung, nicht als Ersatz

Die Benachrichtigung über den automatischen Briefversand sei bisher nur als Einzelfall registriert worden. Möglich wäre auch, dass es sich um einen Testlauf handelt, um die Wirkung und Potenziale auszuloten. Entsprechende Pilotversuche seien im Hause DHL nichts Ungewöhnliches, um Neuerungen vor einer breiten Einführung zu erproben.

Doch selbst für den Fall, dass sich der Briefversand durchsetzen sollte, wird er die bekannten Benachrichtigungskarten wahrscheinlich dennoch nicht ablösen. Es sei eher zu erwarten, dass die neue Variante nur in manchen Fällen zum Einsatz kommt – und zwar dann, wenn die Paketbotinnen und -boten in Mehrfamilienhäusern vor verschlossenen Türen stehen und keinen Zugang zu den Briefkästen haben.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 16.06.2025
img Letzte Aktualisierung: 16.06.2025
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Tina Plewinski

Tina Plewinski

Tina fokussiert sich auf Amazon, Marketingstrategien und digitale Plattformen – inklusive der Schattenseiten wie Online-Kriminalität.

KOMMENTARE
13 Kommentare
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Lars
18.06.2025

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Das war schön immer so,das die Benachrichtigungskarte mit einem Briefumschlag per Post kommt.Ist halt so wenn man nicht an den BK kommt. Kenne es nicht anders,seit 9 Jahren die ich bei DHL arbeite. Zeitersparnis ist da gar nicht vorhanden
Olaf Dührkop
17.06.2025

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Natürlich geht es für uns Zusteller nicht schneller. Die Sendung muss gescannt werden und sollten die Briefkästen erreichbar sein muss man den passenden suchen. Den Briefversand sollen wir nur nutzen wenn es keine Möglichkeit gibt in das Gebäude zu kommen, oder keine Briefkästen aussen angebracht ist. Diese Idee entstammt wieder dem Bonner Posttower. Von Leuten die keine Ahnung von Zustellung haben.
Knoblach H.
18.06.2025
Das ist doch immer so, daß dir die Leute, die keine Ahnung haben, erklären wie du arbeiten sollst 🙈🙈😉🤬
Dirk
17.06.2025

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Vor allem angesichts der Verlängerung der Brieflaufzeiten auf 2-3 Werktage ist das sicher eine sehr durchdachte Lösung, vor allem, wenn bereits an Tag 1 die Aufbewahrungsfrist von maximal 7 Tagen beginnt (Kalendertage wohlgemerkt!)... wieder so eine Theoretiker-Optimierung auf dem Papier jenseits aller Realität.
Max
19.06.2025
Ich meine, dass die Lagerfrist der Packstation bei Briefzustellung dann auf 10 Tage erhöht wird.
Alex
17.06.2025

Antworten

Dann ist es ja praktisch, dass sich die Deutsche Post bei der Briefzustellung eine offiziell genehmigte Ruhezeit von ein, zwei Tagen gönnt und somit die Lagerzeit des Paketes schon halb vorbei ist, wenn der Brief im Briefkasten landet. DHL/Post halt.
Vita
23.06.2025
Wenn an DHL die Maiadresse nicht übertragen wird und das Paket nicht zugestellt werden konnte ging dieser immer an uns (Absender) zurück mit dem Vermerk "Entspricht nicht den Versandbedingungen". Einen Brief wird es nicht geben. Rückläufer kostet dem Versender Geld und erneuter Versand auch => Warum noch Kosten für ein Brief ausgeben?
Jan M.
17.06.2025

Antworten

Hört sich an wie ein Aprilscherz, ist aber sehr Arbeitnehmerfreundlich. Am Gartentor oder der Haustür klingeln ist ja bei etlichen Zustellern eh ziemlich altmodisch geworden, also Zack, rein in die Packstation und Feierabend.
Andreas S.
16.06.2025

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Wie kann es Zeit sparen, wenn ich als Empfänger keine Karte mehr bekomme, sondern einen Brief? Also nun stellen wir uns mal Folgendes vor: Paketbote steht vor der Haustür, klingelt idealerweise und wartet. Wenn niemand da ist, druckt er kein Label mehr und wirft keine Karte mehr in den Briefkasten, sondern geht einfach wieder mit dem Paket und bringt es in eine Filiale seiner Wahl (ist ja leider nicht immer die nächstgelegene Filiale für den Empfänger). Alles gut. Der Paketbote hat ja jetzt sagen wir mal 5 oder 10 Sekunden gespart. Nun wird ein Brief gedruckt, einkuvertiert und versendet, den dann vermutlich einen oder zwei Tage später der Briefzusteller (oder womöglich sogar genau der Paketbote von vorher, denn bei DHL ist das ja nicht selten ein und dieselbe Person, die die Briefe und auch die Pakete ausliefert) erst einmal im Depot vorsortieren muss. Anschließend fährt der Zusteller diesen Brief durch die halbe Stadt, nur um womöglich, weil ich sonst keine Post erwarte, ausschließlich für diesen einen Brief an meinen Briefkasten zu laufen und diesen einzuwerfen. Nun frage ich mich, wie viel Zeit wohl vergeht, bis dieser Brief endlich in meinem Briefkasten gelandet st, wie viel Arbeitszeit eines Mitarbeiters dieser gekostet hat und welche tatsächlichen Kosten dafür entstanden sind! Sind die bei DHL tatsächlich der Meinung, dass damit irgendetwas eingespart werden kann? Wenige Sekunden sparen, nur um anschließend wenigstens eine oder sogar mehrere Minuten zu investieren? Also das ist die hirnrissigste Milchmädchenrechnung, die ich je gesehen habe.
cf
17.06.2025
Das sind die Prozessoptimierungsspezialisten, die immer nur Teilprozesse optimieren. Der erste Schritt ist schneller (10 Sekunden im Barcode-Druck gespart), also Optimierungsmaßnahme erfolgreich. Was kümmert es denjenigen, wenn jemand anders für die Folgeprozesse zuständig ist?
Knoblach
18.06.2025
Hauptsache beim Zusteller kann was eingespart werden 👍 dann kann der noch einen riesigeren Bezirk machen !
Oli p.
18.06.2025
Spaßig wirds vor allem wenn: - die Briefpost Ihre gesetzlich erlaubte Laufzeit von drei Tagen mal nicht einhält und der Brief erst nach 5 Tagen im Briefkasten landet - das o.g. Beispiel das der Paketbote keine Karte einwerfen kann weil kein Zugang zu den Briefkästen - wie soll es da erst dem Briefträger ergehen oder haben die inzwischen Schlüssel für jedes Mehrfamilienhaus? Unabhängig davon bekommen Kunden bereits seit Jahren ihre Benachrichtigung gelegentlich per Post da der Zusteller häufig erst spät erfährt wohin er nicht zugestellte Sendungen bringen soll = er könnte den Kunden gar nicht vor Ort informieren wo die Sendung abholbar ist.
Rüdiger Weber
18.06.2025
Genau so wird die Praxis aussehen! Und bei den momentanen immensen Zustellabbrüchen wird so ein Brief noch länger unterwegs sein. Völlig realitätsfern.