Aktuell bietet DHL Paketlieferungen mit einem Maximalgewicht von 31,5 Kilogramm an. Doch nach Plänen des Unternehmens soll diese Gewichtsgrenze deutlich reduziert werden: Im Rahmen seines neuen Trainings- und Präventionskonzepts Ergo² verkündete die DHL Group, sich „ausdrücklich für eine gesetzliche Gewichtsbegrenzung von Paketen auf 23 Kilogramm“ einsetzen zu wollen. Diese Grenze sei „vor dem Hintergrund des stetig wachsenden Paketgeschäfts [...] ein unverzichtbarer Beitrag zum langfristigen Gesundheitsschutz der bundesweit tätigen Paketzustellerinnen und -zusteller“, heißt es weiter.
Diese Gewichtsgrenzen gelten für Pakete
Das maximale Paketgewicht ist im Postgesetz geregelt. Demnach müssen Pakete mit einem Gewicht von über 20 Kilogramm durch zwei Personen zugestellt werden, sofern nicht einer einzelnen Person „für die Zustellung ein geeignetes technisches Hilfsmittel“ zur Verfügung gestellt wird. Wie dieses Hilfsmittel aussieht, ist im Gesetz nicht geregelt – die Entscheidung, wie das auszusehen hat, wird allerdings der Bundesregierung übertragen.
Die Ampelregierung wollte Klarheit schaffen
Die Ampelregierung hatte im Jahr 2024 in einem Gesetzesentwurf zur Entlastung der Zustellerinnen und Zusteller in der Paketbranche erklärt, dass ein solches Hilfsmittel Rechtsunsicherheiten für die verpflichtenden Anbieter mit sich bringen würde. Laut dem Gesetzentwurf sollte das Maximalgewicht von Paketen, die durch eine Person zugestellt werden dürfen, deshalb auf 23 Kilogramm beschränkt werden – also auf genau den Wert, den DHL nun fordert. Schwerere Pakete sollten weiterhin nur durch zwei Personen zugestellt werden dürfen.
Der Gesetzentwurf scheiterte Haufe zufolge im Januar 2025, weil die Union ihn blockiert hat. Die Konservativen witterten zu viel Bürokratie, die diese Grenze mit sich bringen würde.
Union und SPD wollen „pragmatische Umsetzung“ schaffen
Im Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD bekennen sich die Regierungsparteien zu einer 20-Kilogramm-Grenze für Pakete und erklären, eine pragmatische Umsetzung schaffen zu wollen. Bis Mitte des Jahres 2026 soll ein Dialogprozess dazu geführt werden, heißt es. Konkreter wird es im Koalitionsvertrag aber nicht. „Es wird Zeit, dass die Bundesregierung aktiv wird und einen Gesetzesentwurf auf den Weg bringt“, erklärte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Andrea Kocsis im April. Wie weit dieser Dialogprozess mittlerweile vorangeschritten ist, ist allerdings unklar.
Für Online-Händlerinnen und Online-Händler ist die Maximalgrenze für das Paketgewicht eine zentrale Information in ihrem Arbeitsalltag. Sollten die Pläne der Regierung oder die Forderung von DHL umgesetzt werden, könnte das in Einzelfällen bedeuten, dass Sendungen neu konzipiert und gegebenenfalls auf mehrere Pakete aufgeteilt werden müssen, um die Vorgaben einzuhalten. Wir halten euch in dieser Sache auf dem Laufenden.
Artikelbild: https://www.depositphotos.com
Michael Pohlgeers
Micha beobachtet politische Entwicklungen und Marktplatz-Dynamiken. Seine Themen: Teamführung, Plattformen und alles, was den Handel bewegt.
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