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DHL fordert Abschaffung von schweren Paketen

Veröffentlicht: 14.07.2026
imgAktualisierung: 14.07.2026
Geschrieben von: Michael Pohlgeers
Lesezeit: ca. 2 Min.
14.07.2026
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ca. 2 Min.
DHL Boten mit großen Paketen
ifeelstock / Depositphotos.com
DHL fordert eine gesetzliche Gewichtsbegrenzung von Paketen. Das zulässige Maximalgewicht soll deutlich sinken.


Aktuell bietet DHL Paketlieferungen mit einem Maximalgewicht von 31,5 Kilogramm an. Doch nach Plänen des Unternehmens soll diese Gewichtsgrenze deutlich reduziert werden: Im Rahmen seines neuen Trainings- und Präventionskonzepts Ergo² verkündete die DHL Group, sich „ausdrücklich für eine gesetzliche Gewichtsbegrenzung von Paketen auf 23 Kilogramm“ einsetzen zu wollen. Diese Grenze sei „vor dem Hintergrund des stetig wachsenden Paketgeschäfts [...] ein unverzichtbarer Beitrag zum langfristigen Gesundheitsschutz der bundesweit tätigen Paketzustellerinnen und -zusteller“, heißt es weiter.

Diese Gewichtsgrenzen gelten für Pakete

Das maximale Paketgewicht ist im Postgesetz geregelt. Demnach müssen Pakete mit einem Gewicht von über 20 Kilogramm durch zwei Personen zugestellt werden, sofern nicht einer einzelnen Person „für die Zustellung ein geeignetes technisches Hilfsmittel“ zur Verfügung gestellt wird. Wie dieses Hilfsmittel aussieht, ist im Gesetz nicht geregelt – die Entscheidung, wie das auszusehen hat, wird allerdings der Bundesregierung übertragen.

Die Ampelregierung wollte Klarheit schaffen

Die Ampelregierung hatte im Jahr 2024 in einem Gesetzesentwurf zur Entlastung der Zustellerinnen und Zusteller in der Paketbranche erklärt, dass ein solches Hilfsmittel Rechtsunsicherheiten für die verpflichtenden Anbieter mit sich bringen würde. Laut dem Gesetzentwurf sollte das Maximalgewicht von Paketen, die durch eine Person zugestellt werden dürfen, deshalb auf 23 Kilogramm beschränkt werden – also auf genau den Wert, den DHL nun fordert. Schwerere Pakete sollten weiterhin nur durch zwei Personen zugestellt werden dürfen.

Der Gesetzentwurf scheiterte Haufe zufolge im Januar 2025, weil die Union ihn blockiert hat. Die Konservativen witterten zu viel Bürokratie, die diese Grenze mit sich bringen würde.

Union und SPD wollen „pragmatische Umsetzung“ schaffen

Im Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD bekennen sich die Regierungsparteien zu einer 20-Kilogramm-Grenze für Pakete und erklären, eine pragmatische Umsetzung schaffen zu wollen. Bis Mitte des Jahres 2026 soll ein Dialogprozess dazu geführt werden, heißt es. Konkreter wird es im Koalitionsvertrag aber nicht. „Es wird Zeit, dass die Bundesregierung aktiv wird und einen Gesetzesentwurf auf den Weg bringt“, erklärte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Andrea Kocsis im April. Wie weit dieser Dialogprozess mittlerweile vorangeschritten ist, ist allerdings unklar.

Für Online-Händlerinnen und Online-Händler ist die Maximalgrenze für das Paketgewicht eine zentrale Information in ihrem Arbeitsalltag. Sollten die Pläne der Regierung oder die Forderung von DHL umgesetzt werden, könnte das in Einzelfällen bedeuten, dass Sendungen neu konzipiert und gegebenenfalls auf mehrere Pakete aufgeteilt werden müssen, um die Vorgaben einzuhalten. Wir halten euch in dieser Sache auf dem Laufenden.

Artikelbild: https://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 14.07.2026
img Letzte Aktualisierung: 14.07.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Michael Pohlgeers

Michael Pohlgeers

Micha beobachtet politische Entwicklungen und Marktplatz-Dynamiken. Seine Themen: Teamführung, Plattformen und alles, was den Handel bewegt.

KOMMENTARE
7 Kommentare
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Jay
18.07.2026

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Finde ich gut, dann hat die Konkurrenz mehr Marktanteile zur Verfügung und wird das dann easy übernehmen. DHL hat eh nichts mehr drauf. Macht dann halt bald Amazon. Die sind jetzt eh schon weit voraus.
Daniel Bohnacker
18.07.2026

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Es gibt sehr viele Artikel die von Grund auf schon mehr als 20 Kilo wiegen die kann man nicht einfach in Mitte auseinander schneiden. Die Menschen entwickeln sich hier zu Schwächlingen. Was musste man denn früher schon alles schwer arbeiten und bei den Landwirte gibt es heute noch 50 Kilogramm Saatgutsäcke, da wurde noch nichts leichter gemacht. man kann sich auch trainieren um kräftig zu bleiben. Aber überwiegend ist es problematisch im Versandhandel pauschal zu sagen nur noch 20 kg wenn die einigen Artikel 23.. 25 Kilo Grundgewicht haben wovon der Internethandel lebt.
Michl
15.07.2026

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Es hindert ja niemand DHL das direkt umzusetzen, das ginge schnell. Wenn den Gelben doch sooo sehr das Wohl ihrer Fahrer am Herzen liegt, dann wäre das der naheliegende Schritt. So ist es bloß billiges PR-Getöse.
Henry Dombrowski
15.07.2026

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Nur 23 kg?! Was soll der Quatsch. Das ist doch gerade der Haupt-Service den die Zustellung beinhaltet. Genau wegen der Höhe des Gewichtes bestellen sich - vor allem ältere Menschen - die Dinge die schwer nach hause. Hat DHL noch nicht gehört, dass es technische Hilfsmittel gibt. ZB: Sackkarren, Tragegurte etc.. Es gibt sogar kleine hydraulische oder elektrische Minikräne, die an den Transporter angebaut werden können. Wenn DHL noch nicht davon gehört hat, müssen halt die Chefs als Helfer mitfahren. Dann hat jeder nur knapp 16 kg. Kann dann auch eine Chefin machen. Im Übrigen, was meinen Sie, wer schwere Stahltbauteile an Kranen, LKW, Schiffen montiert: Menschen!! So kann man mE Probleme nicht lösen. Aber das ist typisch: Es werden ja auch Toiletten für Behinderte in Städten gebaut und diese werden dann vorsorglich verschlossen, damit man die Reinigungskosten einspart. Das ist deutsche Logik!
KI
15.07.2026

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Zitat: Diese Grenze sei „vor dem Hintergrund des stetig wachsenden Paketgeschäfts.... Meinung: sehr lukrativ für DHL! Denn es werden somit mehr Pakete versendet die dann noch mehr Versandkosten für die Händler bedeutet und DHL weiter an den Preisschrauben noch oben drehen kann! Super Idee! Stellt sich die Frage, wo DHL dann die zusätzlichen Mitarbeiter hernehmen will, die diese Flut an Paketen auslieferert? DHL arbeitet doch seit Jahren daran, immer weniger Personal zu beschäftigen. Im März 2025 kündigte DHL (Deutsche Post) den Abbau von 8.000 Stellen in Deutschland an.
Klaus-Ulf
15.07.2026

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Es ist doch glasklar, was DHL hiermit bezwecken möchte bzw. wo hier das Interesse liegt. Mit Nichten liegt es am Zustellpersonal. Hier möchte DHL eine weitere Möglichkeit für noch mehr Umsatz, Gewinne und Dividenden schaffen. Folglich müssen ja bei einer 23 kg Grenze deutlich mehr Pakete verschickt und bezahlt werden als vorher. DHL ändert auch die Abmessungen (schon wieder) nicht zu unseren Gunsten oder zu Gunsten der Verbraucher. (01.01.2027) Wer die Bewertungsverfahren der Bundesnetzagentur kennt, der weiss, das man sich so den Spielraum für eine darauffolgende deutliche Preiserhöhung verschafft. Öffentlich wird das natürlich als "Service" verkauft. Die gewünschte Portoerhöhung hat man DHL versagt, weshalb man sich das danach dann doppelt und dreifach zurückholt. Es hat noch nie so viele Maßänderungen in so einem kurzen Zeitraum gegeben, wie in den letzten 5 Jahren. Das machte die Deutsche Post/jetzt DHL ganz bewusst.
Thomas
15.07.2026

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Das wird wohl noch etwa 10-15 Jahre dauern, aber ich kann es kaum erwarten, bis hier die Optimus-Roboter von Tesla herumlaufen und die Auslieferungen übernehmen. DHL weiß genau, dass es immer Produkte über 20 Kilo geben wird, die zugestellt werden müssen. Sie wollen damit nur wegen der Zwei-Personen-Zustellung mehr Geld verdienen.