DHL im Fokus: Beschwerden über Paketzustellung steigen enorm

Veröffentlicht: 02.02.2026
imgAktualisierung: 02.02.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
02.02.2026
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Immer mehr Streitfälle im E-Commerce: 2025 stiegen Schlichtungsanträge zu Paketzustellungen und Internetverträgen deutlich an.


Die Bundesnetzagentur meldete für 2025 einen signifikanten Anstieg der Schlichtungsanträge in den Bereichen Post- und Telekommunikationsdienste. Im Postsektor gingen insgesamt 4.805 Anträge ein – ein Zuwachs von rund 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings: Nur ein Teil der Anträge wurde als zulässig gewertet.

Hauptursachen für die Beschwerden waren verlorene oder beschädigte Pakete. Bemerkenswert: Rund 75 Prozent aller Anträge bezogen sich auf die Paketzustellung. Meistens gehe es um verloren gegangene oder beschädigte Sendungen, heißt es in einer entsprechenden dpa-Meldung. Besonders häufig stand der Marktführer DHL/Deutsche Post im Fokus der Beschwerden. Allerdings veröffentlicht die Behörde seit einiger Zeit keine detaillierten Zahlen mehr zu einzelnen Unternehmen.

Insgesamt wenige Schlichtungsfälle

Trotz des spürbaren Anstiegs der Beschwerden bleibt der Anteil der Schlichtungsfälle im Verhältnis zur Gesamtzahl der zugestellten Pakete und abgeschlossenen Verträge weiterhin gering. „Auf mehr als eine Million zugestellte Pakete kommt rechnerisch nicht einmal ein Schlichtungsantrag“, erklärt etwa der Logistik-Verband BPEX.

Die betroffenen Unternehmen betonen indes ihre Bemühungen, die Qualität ihrer Dienstleistungen zu verbessern. Gleichzeitig erkennen immer mehr Verbraucher die Möglichkeit, Schlichtungsstellen bei Konflikten einzuschalten, um ihre Anliegen zu klären. Die Bundesnetzagentur kann als Schlichter aber nur begrenzt eingreifen. Die betroffenen Unternehmen müssen zwar an dem Verfahren teilnehmen, können die Vorwürfe aber einfach ablehnen. Von 2.199 zulässigen Post-Schlichtungsanträgen etwa, wurde nur bei 823 eine Einigung erreicht.

Verdopplung der Beschwerden bei Internetverträgen

Auch im Bereich Telekommunikation stieg die Zahl der Schlichtungsanträge stark an. Mit 5.524 Anträgen verdoppelte sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr. Verbraucher ärgerten sich vor allem über langsame Internetgeschwindigkeiten, Vertragsprobleme und Unstimmigkeiten bei Rechnungen. 

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 02.02.2026
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
4 Kommentare
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Eric
04.02.2026

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Je einfacher das Meckern ist desto einfacher wird gemeckert. Wirklich eskalierende Schwierigkeiten landen in der Schlichtung oder gar auf dem Rechtsweg. Das passiert seltenst. Da die Schlichtung für Kunden kostenfrei ist gibt es auch keine finanzielle Hürde diese zu beschreiten. Sie muss aber auch gerechtfertigt sein. Zu 99% gibt es Beschwerden über Kleinigkeiten, wie Zustelldatum, obwohl bei Standardsendungen gar kein konkretes Datum zugesagt wird, gefühlt denken die Kunden aber sie haben mit 6,95 Porto das Recht auf Overnight Express gekauft. Der Kundenservice der Versender kennt sie Schwierigkeiten genauso wie die Paketdienste selbst. Nur, dass viele Versender sich gerne einen schlanken Fuß machen und auf die Paketdienste zeigen. Insbesondere bei Transportschäden, egal wie mangelhaft auch im Versandlager verpackt worden sein mag. Es scheint sich ja trotzdem zu lohnen dünne Kartons zu verwenden die vor allem Luft enthalten und die Transportschäden die dann unausweichlich entstehen zu regulieren. Solange man die Schuld auf den Paketdienst schieben kann leidet das eigene Image auch nicht und der Kunde empfindet es ggf. sogar als besonders kulanten Kundenservice, wenn der Versender seiner Rechtspflicht nachkommt und Transportschäden reguliert, da wr bei B2C selbst bis Übergabe in der Haftung ist und dies nicht an einen Paketdienst abschieben kann. Ich bin nur erstaunt wie klaglos die Paketdienste dies hinnehmen. Die Geschäftskunden sind zwar die wichtigsten Kunden, aber das Image der Paketdienste ist dadurch inzwischen gründlich ruiniert, das kann langfristig nicht im Geschäftsinteresse sein.
.M.Jagielska
03.02.2026

Antworten

Im Verhältnis zum Paketvolumen welches täglich von DHL transportiert wird und im Vergleich zu den anderen Paketdiensten ist die Zahl der Beschwerden immer noch im homöopathischen Bereich. Der Laden muss fit gemacht werden für den Wettbewerb und Gewinne abwerfen, und da wird gespart wo es geht, das ist leider die Konsequenz. Die wirklich Leitragenden sind die Mitarbeiter, mit der immer größer werdenden Arbeitsbelastung, die haben aber leider keine Lobby in diesem Land und auch nicht in diesem Forum, obwohl sie unser Geschäftsmodell am laufen halten.
K.I
05.02.2026
Meinung: Es ist unlauter von DHL die Preise in die Höhe zu treiben und den Service auf NULL zu reduzieren!
jk
03.02.2026

Antworten

Mich wundert dieser Anstieg ehrlich gesagt nicht. DHL erhöht seit Jahren regelmäßig die Preise mit Verweis auf angebliche Serviceverbesserungen, baut parallel jedoch tausende Stellen ab und schränkt den Service zunehmend ein. Dass sich das irgendwann in Beschwerden niederschlägt, ist folgerichtig.