600-Euro-Paket weg: Verdacht auf Sicherheitslücke bei DHL-Packstation

Veröffentlicht: 10.03.2026
imgAktualisierung: 10.03.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
10.03.2026
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ca. 2 Min.
Päckchen wird aus Packstation genommen
ronstik / Depositphotos.com
Ein verschwundenes Paket an einer Packstation sorgt für Diskussionen über Sicherheitslücken. DHL spricht von seltenen technischen Störungen.


Ein Zwischenfall an einer DHL-Packstation in Aschaffenburg sorgt in der E‑Commerce‑Szene für Verunsicherung. Ein Kunde wollte eine Spielekonsole verschicken und deponierte das Paket ordnungsgemäß im zugewiesenen Fach. Doch die Anlage registrierte das Schließen offenbar nicht: Es erfolgte weder die Bestätigung in der App noch die Ausgabe eines Einlieferungsbelegs. Als der Absender wenig später zurückkehrte, war die Sendung im Wert von knapp 600 Euro verschwunden.

Missbrauch zu leicht möglich?

Besonders brisant: Der Betroffene berichtet, er habe kurz danach über die Funktion „Fach zu klein“ mehrere Fächer öffnen können, die vom System als leer geführt wurden. Das nährt den Verdacht, dass die Software fälschlicherweise als frei markierte Boxen tatsächlich noch zugänglich machte – eine potenzielle Sicherheitslücke, die Dritten Zugriff auf fremde Fächer verschaffen könnte. DHL räumt ein, dass es in seltenen Fällen zu technischen Störungen komme, betont aber, die Packstationen seien eine etablierte, zuverlässige und sichere Lösung für Versand und Empfang. Man prüfe Vorfälle im Einzelfall, heißt es gegenüber der Frankfurter Rundschau.

Eigentlich sind höher versicherte Sendungen bis 2.500 Euro von der Aufgabe über Packstationen ausgeschlossen. Das bedeutet: Wer den Versandweg wählt, muss den Sendungswert, die zulässige Versandart und die Versicherungssumme sorgfältig abgleichen. Bei hochwertigen Gütern empfiehlt sich die Aufgabe in der Filiale mit persönlicher Einlieferungsbestätigung oder die Nutzung von Services mit dokumentierter Übergabe.

Bei Reddit berichten viele Nutzer:innen von ähnlichen Vorfällen und sogar ein DHL-Zusteller bestätigt, dass es manchmal passiere, dass Päckchen in eigentlich leeren Paketstationsfächern liegen - oder auch mal kein Päckchen ist, wo eigentlich eines sein sollte.

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Veröffentlicht: 10.03.2026
img Letzte Aktualisierung: 10.03.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
2 Kommentare
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R.H.
11.03.2026

Antworten

Das ist leider kein Einzelfall!!! Oft gehen Fächer auf, die eigentlich schon belegt sind. Man kann dann auch öfter probieren, es öffnet sich immer wieder dieses schon belegte Fach. Natürlich übernimmt DHL wie immer keine Haftung! Eigentlich schon frech.
Mathias Wegener
10.03.2026

Antworten

Ob hier ein Softwareproblem vorliegt, ist aus den Informationen nur schwer erkennbar. Wenn ich den Bericht korrekt verstehe, dann konnten mehrere Fächer nacheinander geöffnet werden, indem man die „zu klein“ Funktion wählte. Das ist auch ein vollkommen normales Verhalten. Geöffnet werden sollten natürlich nur Fächer, die als frei vermerkt sind. Und auch das passiert normalerweise zuverlässig. Wenn man nach dem Einlegen einer Sendung und dem Schließen des Fachs am Bildschirm allerdings nicht angezeigt bekommt, dass das Fach korrekt geschlossen ist (meistens durch die Frage ob noch eine weitere Sendung eingelegt werden soll), dann kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass das System das Schließen des Fachs nicht richtig registriert hat. Dann ist es natürlich hochgefährlich insbesondere höherpreisigen Sendungen im Fach zu lassen. Es gibt dann, dies schreibt auch der Artikel, logischerweise keinen Einlieferungsbeleg. In einem solchen Fall sollte man die Sendung wieder aus dem Fach entnehmen (sofern möglich) oder sich direkt an der Packstation noch an den Kundenservice wenden. Das gilt selbstverständlich umso mehr je teurer die Sendung ist. Ich persönlich habe an einem sehr kalten Wintertag auch schon einmal die Erfahrung gemacht, dass sich zwar Fächer öffnen ließen, diese aber sich nicht wieder verschließen ließen, weil ganz offenbar der Schließmechanismus mehr oder weniger eingefroren war. Die Tür des Fach ging zwar noch zu, der Schließmechanismus raste aber nicht ein. Das war in meinem Fall spürbar beziehungsweise hörbar und wurde am Bildschirm auch angezeigt in einer Form, dass eben keine Bestätigung erfolgte, dass die Sendung eingelegt wurde. Dies konnte man am Bildschirm auswählen aber das Menü sprang dann wieder zurück weil eben das Fach keine Rückmeldung geben konnte, dass die Tür geschlossen war. Ganz generell würde ich aber natürlich empfehlen besonders teure Sendungen, die eventuell auch noch höher versichert sind (dann aufgrund der Beschränkung einer Packstation ja sowieso) immer persönlich in einer Postfiliale abzugeben. Bei den allermeisten Menschen kommen solche Sendungen ja nur sehr selten vor und da lohnt sich der geringe Mehraufwand aufgrund der höheren Sicherheit auf jeden Fall.