Im März 2021 brauchte es nur einen feststeckenden Frachter und schon brachen zahlreiche Lieferketten auf der ganzen Welt zusammen. Der Vorfall der Ever Given, die eine Woche lang im Suezkanal feststeckte und damit den gesamten Schiffsverkehr durch eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt über mehrere Tage komplett lahmlegte, offenbart, wie anfällig die Lieferketten dieser Welt sind. Rund 400 Schiffe stauten sich auf beiden Seiten des Kanals, erhebliche Lieferverzögerungen von bis zu drei Monaten waren die Folge.
Doch nicht nur Schiffsunglücke, auch die Coronakrise, der Ukraine-Krieg und die wirtschaftliche Situation haben die globalen Supply Chains in den letzten Jahren immer wieder strapaziert. „Die zwei größten Herausforderungen mit den schwerwiegendsten Auswirkungen sind zum einen die Inflation, die Folgen für beispielsweise Löhne und Mitarbeiterzufriedenheit hat, sowie ein wachsendes Streikpotenzial bei den Mitarbeitern verantwortet. Zum anderen sind die steigenden Energiekosten ein großes Thema: Viele Lieferanten produzieren auf Sparflamme, weshalb die finanzielle Schieflage zunimmt“, erklärt Mirko Woitzik, Director Intelligence Solutions bei Everstream, einem global agierenden Unternehmen für Lieferketten- und Risikoanalysen, die aktuellen Bedrohungen für die Lieferketten.

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