In der Reihe „Ama-Zone“ grübelt Tina Plewinski über die vielfältige Welt von Amazon: über Vor- und Nachteile des Online-Riesen, neue Entwicklungen, trendige Hypes, die unablässigen Machtbestrebungen des Konzerns und – im aktuellen Teil dieser Reihe – über den teils schwierigen Arbeitsalltag von Amazon-Boten.
Wie schwierig es manchmal ist, als (Amazon-)Paketbote zu arbeiten, seinen Job gut und es allen Mitmenschen auch noch Recht zu machen, hat mir gestern ein Vorfall eindrücklich ins Gedächtnis zurückgerufen: Ich saß am Schreibtisch und hörte plötzlich von der Straße laute, hysterische Rufe. Als ich nachschauen wollte, ob jemand Hilfe benötigt, wurde mir klar, dass es sich nicht um einen medizinischen, sondern um einen sozial-kommunikativen Notfall handelte: Denn ein Amazon-Bote, der mit seinem Van halb auf dem Radweg, halb auf dem Gehweg parkte, wurde gerade massiv zusammengestaucht.
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-Der Paketbote blockiert ´nen halben Radweg, bringt andere in Gefahr, tut es aber nicht zum eigenen Spaß - aha!
-Auf Dauer regelt sich dieser Zustand stadtplanerisch sowieso, die aktuelle Situation muss also aktuell einfach akzeptiert werden.
-Der Paketfahrer freut sich, wenn man ihn nicht anschreit, denn damit macht man sich das Leben gegenseitig schwer - großes AHA!.
-Von den Pinkelflaschen, Arbeitsbedingun gen,Zeitdruck uvm. hörte man schon, kann man dran gleuben oder auch nicht, aber es gilt: "...wäre es doch ganz nett, sie trotz eines verkehrstechnis chen Malheurs nicht gleich anzuschreien ... sondern einfach mal Ruhe zu bewahren, freundlich zu sein und sich vorzustellen, dass es andere Menschen auch schwer haben!"
Was lernen wir daraus?
-Aus den geknechten "Bimbos" früherer Zeiten werden auf einmal neu geknechtet Menschen, denen man doch einfach mal nur nett begegnen muss, damit die Welt wieder in Ordnung ist.
-An der Vorstellung, dass diese es AUCH(sic!)schwe r haben arbeiten wir mit denen gemeinsam und alle fühlen sich wohl dabei.
-Konsequenterweise hat die Expertin vermutlich auch noch nie etwas von den prekären Arbeitsverhältn issen der im Lieferdienst beschäftigten Menschen gehört und konsequenterwei se ist der Begriff "strukturelles Problem" selbst für die hiesige Amazon-Expertin ein Fremdwort.
-Konsequneterweise wird die Expertin ihr Wahlkreuz an der richtigen Stelle machen, denn damit ist die persönliche Mission in Weltverbesserun g ja schon fast erfüllt.
-Ich mag meine Gedanken hier gar nicht mehr weiter ausführen, da ich angesichts solch eines persönlichen Reinwaschens soeben kurz vorm Übergeben stehe.
AUA, AUA, AUA, Frau Expertin, dieser Beitrag tut körperlich und geistig extrem weh!
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