Roboter für die letzte Meile
Die steigenden Paketmengen, der zunehmende Verkehr und die rappelvollen Innenstädte machen aber auch Alternativen neben Lastenrädern und Co. dringend notwendig. Schon seit Längerem arbeiten viele Firmen an Robotern, die laufend oder rollend eigenständig Pakete zustellen. Das sorgt nicht nur für eine Entlastung im Stadtverkehr, auch die Zusteller erhalten durch die autonomen Helferlein tatkräftige Unterstützung. Einer der Vorreiter in Sachen Roboter-Technologie ist das Unternehmen Starship. Das StartUp entwickelt kleine autonome Roboter und arbeitet bei der Zustellung mit verschiedenen Lieferdiensten oder auch Restaurants zusammen.
2016 hat sich auch der deutsche KEP-Dienstleister Hermes für eine Kooperation mit Starship entschieden. Gemeinsam mit dem Technologie-StartUp wurden die Roboter von Oktober 2016 bis März 2017 in Hamburg sowie ab Frühjahr 2017 für mehrere Monate im Londoner Bezirk Southwark für die Paketzustellung erprobt, mit den Ergebnissen war der Logistiker durchaus zufrieden. Über 100.000 Roboter hat Starship bereits ausgeliefert. Anzutreffen sind die Roboter beispielsweise auf dem Universitätsgelände der George Mason University im US-Bundesstaat Virginia, wo sie die Lieferung von Nahrungsmitteln sowohl aus Restaurants als auch Lebensmittelgeschäften an die Studenten übernehmen.

Neue und innovative Liefertrends sind natürlich auch das Spezialgebiet von Amazon. Im Jahr 2017 kaufte der Online-Riese heimlich, still und leise das Roboter-StartUp Dispatch und präsentierte zwei Jahre später dank der erworbenen Technik seinen eigenen kleinen Lieferroboter mit Namen Scout der Öffentlichkeit. Das kleine blaue Lieferfahrzeug auf sechs Rädern hat seine Arbeit bereits in der Stadt Irvine im US-Bundesstaat Kalifornien aufgenommen, hier wurden Prime-Kunden mit Scout beliefert. Der Online-Händler setzt bereits in seinen Lagern zu großen Teilen auf automatische Helfer, kein Wunder also, dass der US-Konzern auch die schwierige letzte Meile ins Auge gefasst hat, um hier Roboter auf den Weg zu schicken.
Egal ob nun E-Transporter, Lastenräder oder doch Roboter: Vor allem auch die immer größer werdenden Kundenanforderungen für eine möglichst umweltfreundliche Paketlieferung stellt die großen KEP-Dienstleister vor die Aufgabe, alternative Transportmittel zu den herkömmlichen Dieselfahrzeugen zu schaffen und den eigenen Prozess möglichst emissionsfrei zu gestalten. Man darf gespannt sein, was die Zukunft dahingehend noch alles bereithält.
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