Das Weihnachtsgeschäft gilt als große Hoffnung des krisengebeutelten Handels. In diesen Wochen hoffen viele Händler darauf, die verlorenen Umsätze etwas ausgleichen zu können. Doch wie das Handelsblatt berichtet, steht der Handel nun vor neuen Problemen: „Während die Nachfrage anzieht, fehlt der Nachschub“, schreibt das Magazin. Vor allem elektronische Produkte wie Notebooks, PCs und Monitore seien von Lieferengpässen betroffen.
So habe beispielsweise Oliver Hellmold, Chef von Notebooksbilliger, von knappen Waren im Markt gesprochen. Sein Unternehmen sei zwar noch lieferfähig, ob es aber bis Weihnachten reiche, „sei fraglich“. Von Lieferengpässen seien auch Händler in den Bereichen Fahrräder, Sportartikel, Spielzeug und Mode bedroht.
Grund für die Situation seien überlastete Transportrouten in Asien. In Schanghai etwa bleibe dem Bericht zufolge momentan jeder vierte Container stehen. Die Frachter seien schlichtweg ausgebucht, erklärt Lothar Thoma, Geschäftsführer Luft- und Seefracht der Spedition Gebrüder Weiss. Die Logistiker wollen deshalb auf die Bahn oder Flugzeuge ausweichen – oft vergeblich. „Einen Engpass dieser Form haben wir noch nie erlebt“, so Thoma. „Alle Routen sind betroffen.“
Das Problem werde vor allem dadurch verstärkt, dass viele Reeder Schiffe auf den Pazifik verlegt haben, um die stark steigende Nachfrage nach chinesischen Konsumgütern in den USA zu bedienen. Diese Frachter fehlen dann auf der Asien-Europa-Verbindung. Besserung sei frühestens im Februar nächsten Jahres zu erwarten, so die einhellige Meinung der Logistikexperten.
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