Für den Online-Handel spielt die Logistik eine entscheidende Rolle – allzu oft bremst sie die Branche jedoch auch aus, wie eine Studie gerade erneut nachwies. Auch Experten wie Kai-Oliver Schocke kritisieren fehlende Initiative bei der Digitalisierung. Robert Münnich von der Zufall Logistics Group kennt die Probleme aus der Praxis und spricht im Interview über die Tücken der Digitalisierung, die Chancen von Vergleichsplattformen und die Rolle der Politik.
Onlinehaendler News: Laut einer Bitkom-Studie zur Digitalisierung der Logistik erkennen zwar viele Unternehmen diese Herausforderung – scheuen sich aber vor Investitionen oder Weiterbildung in dem Bereich. Wie erklären sie sich diesen Gegensatz in ihrer Branche?
Robert Münnich: Ich denke, da gibt es viele Faktoren. Es gibt zum Einen eine Hemmschwelle, weil das Knowhow erst aufgebaut werden muss – das dauert. Außerdem sind auch die entsprechenden Fachleute rar und die zu finden, ist auch nicht ohne. Zum Anderen tun wir uns in der Branche mit dem Thema Transparenz recht schwer – und das ist Digitalisierung ja auch, man gibt online viel von sich selbst preis, zum Beispiel Dinge wie Preise, Prozesse, Abläufe einfach für jeden online zu stellen. Warum sich die Branche damit so schwer tut, kann ich gar nicht sagen. Aber diese beiden Probleme gilt es zu lösen. Grundsätzlich glaube ich schon, dass die Branche aufgeschlossen ist, um das Thema Digitalisierung kommen wir ja nicht umhin.
Onlinehaendler News: Es ist also keine Frage der Kosten – denn das wurde in der Studie als größtes Hemmnis von den Befragten genannt.
Robert Münnich: Ich denke nicht, denn die großen Unternehmen haben ja durchaus die finanzielle Kraft für solche Geschichten. Ich vermute, es ist eher die Komplexität solcher Digitalisierungsprozesse, dass man vielleicht als Unternehmer gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Ich denke, die Bereitschaft und auch die Finanzkraft ist da, es ist die Frage „Mit was fangen wir denn jetzt wirklich an, was ist der erste Schritt?“.

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