Schuld sind nicht die Zusteller
Auch ich als Fahrradfahrer ärgere mich regelmäßig über Zustellfahrzeuge, die den Radweg blockieren. Allerdings kann man hier natürlich nicht nur die Schuld bei den Fahrern suchen. Ganz im Gegenteil. Die Innenstädte sind auch ohne Lieferfahrzeuge proppenvoll, das Pensum der Zusteller ist kaum zu schaffen, der Druck wird immer größer. Dass die Boten da keine Zeit haben, ewig um einen Block zu fahren und einen Parkplatz zu suchen, nur um für zwei Minuten aus dem Auto zu springen und ein Paket abzugeben, ist durchaus verständlich.
Die Aktion, die DHL deutlich um die Ohren geflogen ist, zeigt aber nur wieder einmal mehr, dass sich etwas an der ganzen Situation der Paketzustellung ändern muss und zwar schnell. Der BIEK setzt sich aktuell wieder sehr intensiv für die Schaffung einer Ladezone speziell für den Lieferverkehr ein. Diese soll exklusiv für diesen bestimmt sein, Lieferanten hätten also einen sicheren Platz zum Parken und müssten nicht irgendwelche Gehwege blockieren. Auch die von den KEP-Dienstleistern vielorts bereits getesteten Lastenräder wären besonders für die Paketzustellung in den Innenstädten eine echte Alternative. Sie sind nicht nur umweltfreundlicher, sondern nehmen deutlich weniger Platz auf den Straßen ein, als die aktuell noch weit verbreiteten Transporter.
Den kleinen Shitstorm hat sich die DHL mit seinem Aufruf nach Fanfotos gewissermaßen selbst zuzuschreiben, dass eigentliche Problem liegt aber ganz woanders und muss von ALLEN Zustellunternehmen deutlich intensiver angegangen werden. Denn auf meinen täglich Radtouren sehe ich nicht nur die gelben Transporter an ungünstigen Ecken stehen ...
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