Weltpostverein: Zoll soll nicht mehr von Empfängern bezahlt werden

Veröffentlicht: 20.02.2025
imgAktualisierung: 20.02.2025
Geschrieben von: Redaktion
Lesezeit: ca. 2 Min.
20.02.2025
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Paketübergabe
Nopphon1987 / Depositphotos.com
Der Weltpostverein (UPU) will den rückläufigen Sendungsmengen entgegenwirken und die Kunden beim Zoll künftig entlasten.


Das Logistiknetzwerk des Weltpostvereins hat in den letzten Jahren erheblich gelitten. Da die großen Online-Händler wie Amazon, Temu, Shein und Co. immer mehr auf eigene oder private Zustellunternehmen setzen, gehen die Sendungsmengen im internationalen Warenversand bei der UPU immer weiter zurück. Dagegen will die Organisation jetzt vorgehen und hat sich zum Ziel gesetzt, Empfänger beim Zoll künftig stärker zu entlasten.

Dafür ist der Weltpostverein jetzt eine Kooperation mit den beiden Logistikunternehmen Zonos und Hurricane eingegangen.

Umstellung im Zollabfertigungsprozess

In diesem Zusammenhang plant der Verein auch einen Wechsel beim Zollabfertigungsprozess und will die Empfänger damit entlasten. Statt Delivered Duty Unpaid (DDU), bei dem der Kunde für alle Zollgebühren, Abgaben oder Steuern des Ziellandes verantwortlich ist, soll künftig Delivered Duty Paid (DDP) beim internationalen Versand genutzt werden. Das bedeutet, dass der Verkäufer für alle Kosten der Lieferung aufkommen muss, inklusive aller Zollabgaben und Zollformalitäten. Für den Käufer stellt eine solche Lösung also die deutlich bessere Option dar.

„DDP ist ein Muss für den elektronischen Handel. Kunden, die im Ausland einkaufen, hassen die ,bösen Überraschungen‘ durch unerwartete oder unvorhersehbare Beträge an Steuern und Abgaben, wenn ihre Waren die Grenze passieren. Darüber hinaus ist Delivery Duty Unpaid (DDU) für die Postbetreiber kostspielig, da sie die Steuern zum Zeitpunkt der Zustellung eintreiben müssen“, begründet David Avsec vom Postal Technology Centre der UPU die Entscheidung.

Avsec ist außerdem der Ansicht, dass die Unterstützung der Post bei der Umstellung von DDU auf DDP auf UPU-Ebene für die künftige Entwicklung des elektronischen Postverkehrs von entscheidender Bedeutung sein wird. „Dies dürfte auch dazu beitragen, dass einige Volumen wieder in das UPU-Netzwerk zurückfließen“, so die Hoffnung.

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Veröffentlicht: 20.02.2025
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6 Kommentare
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Hardelt
24.02.2025

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Da wir kleine Händler sowieso keine Waren mehr in Einschreibebriefe mehr versenden dürfen und jetzt auch noch die Zollabwicklung inkl. Vorauszahlung etc. "aufgebrummt" bekommen sollen, dann werde ich eben kein Drittland mehr beliefern. Bestellt sowieso kaum noch jemand, da die Portogebühren wegen dem Verbot sich von verdoppelt bis vervierfacht hat.
Stephan Eschen
21.02.2025

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dieser weltpostverein verschlingt hunderte millionen euro kosten. man braucht den laden nicht mehr ! wenn man nun auch noch die verantwortung der verzollung der temu chinesen anvertauen will geht alles in die hose. als wenn man temu bei den erklärungen dann glauben könnte
S. Lenz
21.02.2025
Der Weltpostverein hat laut Wikipedia ein Jahresbduget von knapp 40 Mio Schweizer Franken, d.h. pro Erdenbürger ca. 50 Cent. Deutschland zahlt ca. 2 Mio pro Jahr. Solange es nationale Postdienste gibt, erscheint der Mehraufwand für deren internationale Vernetzung mit der Möglichkeit, Sendungen länderübergreifend zu verschicken, erträglich, schon alleine um die von privaten Transportdiensten aufgerufenen Preise zu dämpfen. Vermutetem Betrug von Temu, Shein & Co. wird man nur mit mehr Kontrollen und evt. einer Initiative beim Weltpostverein, bei Kontrollen auffallende Länder von der Beförderung auszuschließen oder sonstwie bestrafen zu können, in den Griff bekommen.
Martin Füll
06.03.2025
Also, das ist schon längst in der Privatwirtschaft Standard. Das nennt sich IOSS, und 90% aller Pakete, die in die EU importiert werden, werden so verzollt = der Kunde zahlt schon beim Kauf, der Verkäufer (oder der Marktplatz) führt die Steuer ab. So wie ich das lese versucht das die UPU jetzt auch für die Postmengen (die u.a. deshalb gesunken sind weil die Verzollungsgebühren wenn der Käufer im Inland im Nachhinein zahlen muß so hoch sind) zu nutzen. Übrigens - DHL macht das natürlich schon seit Jahren so, und völlig überraschend hat die Deutsche Post (UPU Mitglied) da an DHL Mengen verloren :-)
dirk
21.02.2025

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Es zeigt sich der Trend, dass der Bürger immer mehr vom Nachdenken, Mitdenken und verantwortungsvollen Handeln befreit werden soll, und zum unbedarften und ungehemmten Konsumenten gemacht werden soll. Er soll sich keine Gedanken mehr machen müssen über Nachhaltigkeit, Kosten und Umweltbelastungen, die mit globalen Lieferungen verbunden sind. Shop until you drop. Don't think, buy! Schöne neue Welt. Nachdenken war gestern.
S. Lenz
21.02.2025
Da der Verkäufer ziemlich sicher nicht auf den Zollgebühren sitzenbleiben will, wird er das wohl beim Preis einkalkulieren und dem Käufer vor dem Kaufabschluss anzeigen. Es ist eher zu befürchten, dass kleinere Händler oder Hobby-Anbieter (Etsy, Privatverkäufer) sich das nicht antun wollen und solche Waren nicht mehr ins Zollausland versenden, was vor allem Sammler bzw. Anhänger ausgefallener Hobbies treffen würde.