Lieferkettengesetz zeigt Wirkung – doch geplante Lockerung sorgt für Kritik

Veröffentlicht: 11.02.2026
imgAktualisierung: 11.02.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
11.02.2026
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Logistik-Lieferketten digitalisiert
Tryaging / Depositphotos.com
Das Lieferkettengesetz stärkt wirksam Menschenrechte in Lieferketten. Doch geplante Lockerungen könnten seine Wirkung stark einschränken.


Seit 2023 ist das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG – „Lieferkettengesetz“) in Kraft – ein wegweisendes Regelwerk, das Menschenrechte in globalen Lieferketten stärken soll. Branchen wie der Transportsektor und der Rohstoffabbau in Regionen wie Westafrika profitieren bereits von den Maßnahmen. Laut einem gemeinsamen Bericht der Organisationen Germanwatch und Misereor konnten deutsche Unternehmen erstmals mit lokalen Partnern Umwelt- und Sozialprojekte umsetzen.

Besonders im Transportwesen zeige das Gesetz Wirkung: Lkw-Fahrer in Deutschland sehen darin eine entscheidende Unterstützung, um ihre Rechte durchzusetzen. Unternehmen müssen sich nun stärker dafür verantworten, wenn ihre Lieferanten gegen Arbeitsrechte verstoßen. „Mit dem Lieferkettengesetz können wir die häufig einflussreichen auftraggebenden Unternehmen in die Verantwortung nehmen, um bei ihren Zulieferern Verstöße zu unterbinden. Auf diesem Wege bekommen Lkw-Fahrer in vielen Fällen endlich den ihnen zustehenden Lohn“, erklärt Anna Weirich vom Netzwerk Faire Mobilität.

Gefährdete Fortschritte durch geplante Änderungen

Doch trotz dieser positiven Entwicklungen steht das Lieferkettengesetz auf der Kippe. Eine geplante Novelle könnte die Sanktionen bei Verstößen deutlich abschwächen. Experten wie Armin Paasch von Misereor warnen, dass dadurch die abschreckende Wirkung des Gesetzes verloren gehen könnte, so Logistik Heute. Gleichzeitig fordern einige Industrieverbände sogar eine vollständige Aussetzung des Gesetzes, da sie es als Belastung für Unternehmen sehen.

Die Debatte darüber, wie das Lieferkettengesetz in Zukunft gestaltet wird, spitzt sich zu. Während Menschenrechtsorganisationen auf die Beibehaltung der strikten Regelungen pochen, gibt es politischen Druck, die Vorgaben zu lockern. Erst im September 2025 wurde das Gesetz zwischenzeitlich ausgesetzt und auch auf EU-Ebene steht eine Lockerung der Lieferkettenrichtlinie bevor.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 11.02.2026
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

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