Kostenexplosion? Logistiker warnen vor schärferen Grenzkontrollen

Veröffentlicht: 29.01.2025
imgAktualisierung: 29.01.2025
Geschrieben von: Tina Plewinski
Lesezeit: ca. 2 Min.
29.01.2025
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Ein Beamter der Bundespolizei kontrolliert einen LKW-Fahrer am Grenzübergang
ifeelstock / Depositphotos.com
Die politische Forderung nach schärferen Grenzkontrollen in Deutschland versetzt die Logistikbranche in Aufruhr.


CDU und CSU fordern eine Verschärfung der Migrationspolitik und in diesem Rahmen auch dauerhafte Kontrollen an allen deutschen Grenzen. Insbesondere in der Logistik sorgen solche Pläne für Aufsehen – und Kritik, denn bei einer Umsetzung könnten sie die Branche nachhaltig negativ beeinflussen, so die Sorge. Ausgedehnte Grenzkontrollen würden laut dem Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) nicht nur die Kosten spürbar nach oben schrauben, sondern die Lieferketten auch weniger berechenbar machen.

Grenzkontrollen bergen komplexe Folgen für Logistiker

„Das Einhalten der gesetzlich vorgeschriebenen Lenk-, Pausen- und Ruhezeiten durch das Lkw-Fahrpersonal würde dann zusätzlich erschwert, und die Lieferketten würden zunehmend unkalkulierbar“, kommentierte BGL-Vorstandssprecher Dirk Engelhardt nach Angaben der Tagesschau gegenüber Reuters.

„Erhebliche Mehrkosten“ und Verzögerungen für logistische Unternehmen seien dann eine potenzielle Folge. Und nicht nur das: Darüber hinaus kämen auf betroffene Logistiker in der Folge mutmaßlich auch weiterer Mehraufwand und ein erhöhter personeller Aufwand zu. Dann müssten sie beispielsweise zusätzliche Fahrerinnen und Fahrer anstellen oder die Flotten um neue Fahrzeuge ergänzen.

In einem nächsten Schritt könnte sich die Entwicklung dann auch direkt auf Händlerinnen und Händler auswirken – nämlich dann, wenn Logistikunternehmen die entstehenden Mehrkosten an ihre Kundschaft weiterreichen.

Ruf nach extra Fahrspuren für den Warenverkehr

Besonders hart wären flächendeckende Kontrollen etwa für Logistiker, die in Grenzregionen angesiedelt seien und deren Fokus auf dem grenzüberschreitenden Verkehr liege, so Engelhardt weiter. „Und auch für Unternehmen, die Just-in-Time-Verkehr durchführen, können umfassende Grenzkontrollen zu einem schwerwiegenden Problem werden.“

Als Lösung schlägt der Branchenexperte die Einführung sogenannter „Green Lanes“ vor. Dabei handelt es sich um separate Fahrspuren, die ausschließlich für den Güterverkehr vorgesehen sind. Auf diesen Spuren hätten Lkw die Möglichkeit, Verzögerungen an der Grenze zu minimieren oder gar vollständig zu umgehen. Bereits in Zeiten der Corona-Pandemie seien diese mit Erfolg zum Einsatz gekommen.

Ob sich die Befürchtungen bei einer Einführung von Grenzkontrollen tatsächlich bewahrheiten, hinge auch von Faktoren wie der Kontrollintensität oder aber der Infrastruktur an den Grenzen ab. „Für den Fall des Falles“ fordern der Verband aber die entsprechenden Green Lanes.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 29.01.2025
img Letzte Aktualisierung: 29.01.2025
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Tina Plewinski

Tina Plewinski

Tina fokussiert sich auf Amazon, Marketingstrategien und digitale Plattformen – inklusive der Schattenseiten wie Online-Kriminalität.

KOMMENTARE
2 Kommentare
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achim
30.01.2025

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welches Parteibuch hat der Mann ? als wenn jetzt jeder LKW, alles ausladen müsste - natürlich muss mehr Personal und Technik an die Grenze. Lieferketten - haha - die sind doch ständig Schuld an allen möglichen - also wann produzieren wir unsere Zahnstocher u.ä. wieder selber ?
cf
30.01.2025

Antworten

Und wie lange dauert es, bis die Spitzbuben und Rüpel einen Weg gefunden haben die green-lanes für sich zu nutzen? Irgendwie müsste an der Lösung noch gefeilt werden, sonst wird es wie so häufig ein Schuss ins Blaue. Aber vielleicht hilft ja ein neuer Aufkleber auf jede Paket *lol*