Kostendruck durch höheren Mindestlohn: Logistikbranche schlägt Alarm

Veröffentlicht: 01.07.2025
imgAktualisierung: 01.07.2025
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
01.07.2025
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Logistikarbeiterin verschließt Pakete im Lager
monkeybusiness / Depositphotos.com
Der stufenweise Anstieg des Mindestlohns sorgt in der Logistikbranche für Kritik. Höhere Kosten und Arbeitsplatzverluste seien zu erwarten.


Die stufenweise Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 13,90 Euro ab Januar 2026 und 14,60 Euro ab 2027 sorgt für Verstimmung. In einer gemeinsamen Erklärung kritisieren der Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ), der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL), der Bundesverband Paket- und Expresslogistik (BPEX), der BWVL Bundesverband für Eigenlogistik & Verlader sowie der DSLV Bundesverband Spedition und Logistik die Anhebung des Mindestlohns.

Die Erhöhung bedeute den nächsten großen Kostensprung für die Unternehmen des Logistiksektors. Im Vergleich zu heute steige der Mindestlohn bis 2027 um knapp 14 Prozent und entkoppele sich zunehmend von der Produktivität in den Unternehmen. Den höheren Mindestlohn zu erwirtschaften, sei gerade angesichts der schlechten wirtschaftlichen Lage eine Herausforderung.

Arbeitsplatzverluste befürchtet

Der Anstieg des Mindestlohns wecke bei angrenzenden Lohngruppen Erwartungen für Lohnsteigerungen. Dies belaste das Gesamttarifgefüge, so die fünf Verbände, und könne zum Ausstieg von Unternehmen aus Tarifverträgen führen, was das generelle Lohnniveau belasten würde. Zudem zwinge der Kostendruck Unternehmen zu zunehmender Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen. Das bedrohe vor allem Arbeitsplätze geringqualifizierter Mitarbeitender, etwa an Lager- und Sortieranlagen.

Statt den Mindestlohn nach oben zu treiben, sollte die Politik Steuern und Sozialabgaben senken, wovon auch die Wirtschaft profitieren würde, erklären die Verbände. AMÖ, BGL, BPEX, BWVL und DSLV richten den Appell an die Bundesregierung, die Einigung der Mindestlohnkommission zu akzeptieren und nicht weiter politisch zu übersteuern. Im Hinterkopf haben die Verbände dabei sicherlich, dass die SPD im Wahlkampf einen Mindestlohn von 15 Euro versprochen hatte.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 01.07.2025
img Letzte Aktualisierung: 01.07.2025
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
2 Kommentare
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Frank Pagenkemper
07.07.2025

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Kein Unternehmen mag Personalausgaben. Aber die Diskussionen um den Mindestlohn sind langsam langweilig, weil immer die gleiche Platte gespielt wird. Die Fehlanreize sind nicht ein gerechter Mindestlohn, sondern die vielen Jahre zuvor mit den vielen Minijobs. Auch mein Unternehmen hat das genutzt und verzeichtet inzwischen weitgehend darauf. Unternehmer haben auch eine gewisse soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern. Dazu gehört auch eine Bezahlung, die dem Mitarbeiter ein auskömmliches Leben ermöglicht. Ich selbst leite auch ein Logistikunternehmen und wir zahlen über Mindestlohn. Trotzdem haben wir gute Erträge und vorallem gute Mitarbeiter. Ich bekomme Pickel wenn ich immer diese Jammerreaktionen der Verbände auf Mindestlohn lese. Es sind für mich immer extreme Standpunkte, übrigens auch der Gewerkschaften. Es ist besser auf die Menschen zu setzen als ihnen zu sagen, Du bist nur € 13,90 pro Stunde wert. Wäre es nicht sinnvoller den enorm hohen Krankenstand in Deutschland runterzubekommen? Das hätte wahrscheinlich eine richtig gute Wirkung auf Produktivität und Wertschöpfung.
monika jagieslska
02.07.2025

Antworten

Um im BWL- Sprech zu bleiben, würde ich eine Lohnerhöhung nicht Lohnerhöhung sondern wie bei Preiserhöhungen üblich, Preisanpassung nennen, dann klingt das doch gleich ganz anders.