Daneben: 560 Millionen Euro Schadensersatz
Was nach viel klingt und subjektiv betrachtet auch viel Geld ist, wirkt neben den sonstigen Kosten des gescheiterten Mautprojektes eher klein: Die Unternehmen Kapsch TrafficCom und CTS Eventim fordern 560 Millionen Euro Schadensersatz. Diese Forderungen sind aber nur der Gipfel des Eisberges. Das Mautprojekt war bereits von Beginn an zum Scheitern verurteilt. So wurden schon früh Zweifel an dessen Rechtmäßigkeit laut. Die Maut sollte am Ende so ausgestaltet werden, dass lediglich ausländische PKW-Fahrer zur Kasse gebeten werden sollten. Deutsche Fahrzeughalter sollten das Geld über eine Berücksichtigung bei der Steuer zurückbekommen. Trotz der Kritik und der laufenden Klage vor dem Europäischen Gerichtshof schloss Andreas Scheuer die Verträge ab. Auf eine Klausel, die die Verträge für den Fall eines negativ ausfallenden EuGH-Urteils hinfällig macht, verzichtete der Bundesverkehrsminister a. D. augenscheinlich bewusst.
Nach dem Scheitern der Maut glänzte der Politiker nicht unbedingt durch klare Aussagen zu seinem Vorgehen. Schnell kam der Vorwurf auf, dass Scheuer die Ermittlungen blockieren würde. Ernsthafte Folgen hatte die Maut-Affäre bisher nicht für ihn. So lief auch eine Strafanzeige ins Leere.
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