Handel mit Fälschungen hat geringere Priorität beim Zoll
Die Studie kommt auch zu dem Schluss, dass es bereits mehrere Maßnahmen beim Zoll gegen illegalen Handel gibt, allerdings wird dem Bereich der Plagiate dabei eine geringere Bedeutung beigemessen. Das geschieht, weil letztere als Handelsverstöße und somit weniger als kriminelle Absichten wahrgenommen werden als dies etwa bei der illegalen Beförderung von Waffen oder Drogen der Fall ist. „Daher sind die bestehenden Durchsetzungsmaßnahmen möglicherweise nicht angemessen auf dieses Risiko ausgerichtet“, heißt es in der deutschsprachigen Zusammenfassung zu den Studienergebnissen. Positiv würden sich Anstrengungen der Wirtschaft, also beispielsweise Absichtserklärungen und gemeinsame Leitlinien von Markeninhabern, Reedereien und Spediteuren auswirken. Dadurch könne ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass es wichtig ist, „ausreichende Informationen über die Organisationen einzuholen, die ihre Transportdienstleistungen in Anspruch nehmen“. Hier bestehe aber noch erheblicher Verbesserungsbedarf.
Die Corona-Pandemie könnte nun aber zusätzlich dafür sorgen, dass derartige illegale Aktivitäten zurückgehen: „Die aufgrund der COVID-19-Krise wachsende Besorgnis über gefälschte persönliche Schutzausrüstung und Arzneimittel ebnete den Weg für erhebliche Fortschritte bei der Bekämpfung dieses illegalen Handels“, erklärt Christian Archambeau, Exekutivdirektor des EUIPO, zur Studie. Es seien aber alle Beteiligten gefordert: „Es bedarf gemeinsamer Anstrengungen, um Fälschungen aller Art, auf allen Routen, sei es auf dem Seeweg in Containern oder in kleinen Postsendungen, zu bekämpfen.“
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