Bei einer groß angelegten Razzia am Amazon-Standort in Brandenburg konnte die Polizei mehrere Verstöße gegen Arbeitsgesetze feststellen. Auslöser der Kontrollen waren die teilweise chaotischen Zustände durch die vielen Paketfahrer.
Im Amazon-Logistikzentrum Werder an der Havel haben 100 Beamte von Polizei und Zoll am gestrigen Dienstag eine groß angelegte Razzia durchgeführt. Vor Ort wurden 110 Mitarbeiter von acht Paketfirmen kontrolliert, die Sendungen für Amazon zustellen. Bei den Kontrollen wurde unter anderem der Missbrauch von Arbeitslosengeld festgestellt, auch fehlte in einigen Fällen die Anmeldung zur Sozialversicherung.
Gegen einen der Mitarbeiter wurde sogar ein Strafverfahren wegen illegaler Beschäftigung eingeleitet, wie das Hauptzollamt Potsdam gegenüber dem Portal Potsdamer Neuste Nachrichten bestätigt hat. „Dabei handelte es sich um einen Marokkaner, der einen italienischen Aufenthaltstitel hat und sich deshalb in Deutschland nur als Tourist für 90 Tage aufhalten darf“, so ein Sprecher. Sechs weitere Angestellte waren nicht zur Sozialversicherung angemeldet, außerdem erhielten vier Mitarbeiter fälschlicherweise Leistungen wie Arbeitslosengeld.
Amazon selber hat sich inzwischen ebenfalls zur Razzia geäußert und betonte, man sei „gerne bereit, mit den Behörden zusammenzuarbeiten, um jedem Fall nachzugehen“, so eine Sprecherin. Des Weiteren bezog sich Amazon auf die eigenen Regelungen bei der Zusammenarbeit mit externen Firmen: „Unsere Partner sind verpflichtet, sich an die geltenden Gesetze und den Verhaltenskodex für Amazon-Lieferanten zu halten. Amazon setzt sich insbesondere dafür ein, dass unsere Lieferpartner ihre Mitarbeiter im Einklang mit geltendem Recht beschäftigen.“
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