Mehr als 2.900 Zollbeamte haben am Mittwochmorgen begonnen, Paketzusteller im gesamten Bundesgebiet zu kontrollieren. Die Generalzolldirektion bestätigte, dass die Schwerpunktkontrollen auf Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung in der KEP-Branche abzielen. Kontrolliert wurde vor allem in großen Depots und Verteilzentren. Die Aktion laufe verdachtsunabhängig und soll bis in den Abend andauern.
Überstunden und Ladezeiten werden oft nicht vergütet
Laut Zoll gehören Mindestlohnverstöße zur wiederkehrenden Praxis in der Branche. Eine Sprecherin erklärte, dass Überstunden sowie Zeiten für die Fahrzeugbeladung oder Fahrten zwischen Paketzentrum und erstem Zustellort häufig nicht entlohnt würden. Damit werde der aktuelle gesetzliche Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde systematisch unterlaufen.
Zusätzlich beobachtet der Zoll den Einsatz von Subunternehmen, unter anderem mit dem Ziel, Sozialversicherungsbeiträge vorzuenthalten und Steuern zu hinterziehen.
Klingbeil: Ausbeutung hat Konsequenzen
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) betonte, dass der Einsatz zeige, wie entschlossen gegen illegale Beschäftigung vorgegangen werde. „Wer sich auf Kosten der Allgemeinheit bereichert, muss mit Konsequenzen rechnen“, zitiert der Tagesspiegel. Ehrliche Unternehmen hätten das Nachsehen, wenn Mitbewerber Lohnkosten durch illegale Praktiken drückten.
Die Kontrollen vom Mittwoch sind laut einem Sprecher des Kölner Hauptzollamts erst der Auftakt. Im Anschluss werden Geschäftsunterlagen und Lohnfinanzbuchhaltungen der betroffenen Unternehmen geprüft. Erste Ergebnisse erwartet der Zoll Ende der Woche.
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Christoph Pech
Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.
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