Zehntausende Beschwerden: DHL droht massive Strafzahlung

Veröffentlicht: 03.11.2025
imgAktualisierung: 03.11.2025
Geschrieben von: Tina Plewinski
Lesezeit: ca. 2 Min.
03.11.2025
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Logo der Logistiker DHL und Deutsche Post auf gelbem Grund
kittyfly / Depositphotos.com
Viele Kundinnen und Kunden sind mit der Abwicklung ihrer Post nicht zufrieden. Für den DHL-Konzern könnte das teuer werden.


Mit den Services der Deutschen Post zeigen sich aktuell viele Menschen unzufrieden. Und diese Unzufriedenheit ist jüngst nachweislich gestiegen: Bis August wurden 38.760 offizielle Beschwerden bei der Bundesnetzagentur registriert. Im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres waren es hingegen nur 27.693 Beschwerden, wodurch sich ein Anstieg von mehr als einem Drittel ergibt.

Die Kritik an den postalischen Leistungen sorgt auch deshalb für besonders Aufmerksamkeit, weil das Unternehmen zu Beginn des Jahres das Porto erhöht hatte. In Summe will die Bundesnetzagentur die Entwicklung bei der Post nicht tatenlos hinnehmen und droht nun mit scharfen Konsequenzen.

Strafgeld könnte sich auf bis zu 10 Millionen Euro belaufen

„Wir haben der Post die gelbe Karte gezeigt. Wenn sie keine Abhilfe schafft, wird es mit Zwangsgeldern eine rote Karte geben“, zitiert die NOZ den Netzagenturpräsidenten Klaus Müller – und die könnten sich auf bis zu 10 Millionen Euro summieren.

Mit der Novelle des Postgesetzes hat die Bundesnetzagentur eine bessere Handhabe im Fall von Problemen erhalten. Die Behörde gilt nicht nur als Anlaufstelle bei Fragen oder Kritik und überwacht die Qualität geleisteter Services, sondern prüft auch die Einhaltung gesetzlicher Pflichten rund um die Postversorgung. Kommt es zu schwerwiegenden Auffälligkeiten oder werden Vorgaben dauerhaft nicht eingehalten, stehen ihr neue Befugnisse zur Verfügung.

Anstehendes Weihnachtsgeschäft könnte die Lage verschärfen

Die Probleme führt die Deutsche Post auf eine angespannte Lage innerhalb des eigenen Geschäftsbetriebs – kurzum auf Personalmangel – zurück. Mit Blick auf das kürzlich angehobene Porto wolle die Bundesagentur diese Begründung aber nicht gelten lassen. Zumindest einen Lichtblick gebe es: Denn im Juli sei „der Scheitelpunkt der Beschwerden“ überschritten worden. „Nach über 9.000 Beschwerden im Juli bewegen sich die Zahlen nun wieder auf einem etwas niedrigerem Niveau“, heißt es weiter.

Den Hürden des anstehenden Weihnachtsgeschäfts, in dem die Sendungsmengen für gewöhnlich rapide ansteigen, will die Post mit zusätzlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern begegnen.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 03.11.2025
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Tina Plewinski

Tina Plewinski

Tina fokussiert sich auf Amazon, Marketingstrategien und digitale Plattformen – inklusive der Schattenseiten wie Online-Kriminalität.

KOMMENTARE
14 Kommentare
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Oli P.
09.11.2025

Antworten

Wer soll das bezahlen? 10 Millionen - ob das wohl von den Kunden kommt für deren Qualitätsansprüche die Netzagentur Strafen kassiert? Natürlich bezahlen die Kunden die Strafe? Wer um alles in der Welt kommt auf die idee es wäre sinnvoll DHL mit Geldstrafen zu bestrafen?
Sigi
09.11.2025

Antworten

wo ist noch mal die Anlaufstelle für die etwaigen Beschwerden? DHL selbst bietet ja auch selbst einen Beschwerdemanagement an, wo man Textbausteine mit Floskeln bekommt. konkret werden bei uns Pakete in eine Packstation - 4 km entfernt - ganz früh ohne Zustelversuch gebracht / umgeleitet, wenn ein bestimmter Mitarbeiter seinen Dienst schiebt. Bestellt war Haustürzustellung, beim Anruf heisst es die Umleitung wäre vom Empfänger erwünscht.DHL würde es intern klären. und dann wieder von vorn. 50 m entfernt ist jedoch eine Postfiliale wo nicht zugestellte Pakete sonst zusammengebracht werden (Kiosk) Die Pakete sind auch noch alle mit CO2 - Ausgleich Mogelpackung, die den Händlern für 35 cent / Paket aufgezwungen wird. Beschwerden bei DHL hatten nichts gebracht.
Markus
09.11.2025

Antworten

Auch ich ärgere mich immer wieder über schlechte Zustell- oder Abholleistungen. Allerdings finde ich es absurd, hier ein Riesenproblem herbeizuschreiben. Die Post transportiert jeden Tag mehrere Millionen Sendungen. Ein paar Zehntausend Beschwerden sind vergleichsweise derart minimal, daß die DIskussion geradezu albern erscheint.
dirk
09.11.2025

Antworten

Und wer wird's bezahlen? Wir (die Händler) werden's bezahlen. Dankeschön.
unbekannt
09.11.2025

Antworten

Die DHL & Deutsche Post Group bewegt nahe dem kriminellen Milieu (harter Vorwurf, aber siehe nachfolgend...) Wiederholt werden Pakete abgerechnet, die nie versandt wurden (zumindest nicht durch uns!!!). Gebühr: 16,30 Euro + Mehrwertsteuer. Die telefonische Kontaktaufnahme bricht DHL ab und legt im Gespräch einfach auf. So viel Dreistigkeit gibt's wohl nur bei der DHL / Deutsche Post Group. Skandalöses Verhalten, betrügerische Abbuchungen, keine Erstattungen, dieses Unternehmen ist einfach nur noch zum Kotzen. Ich dachte, Hermes wäre das schlimmste, DHL hat's in den letzten Jahren doch noch getoppt.
Ralf
04.11.2025

Antworten

Ach, der Grund ist Personalmangel. Das glaube ich sofort, denn man hat ja vor kurzem 8.000 Mitarbeiter entlassen. Aber ist das eigentlich nicht eine Frechheit, man entlässt 8.000 Mitarbeiter und nimmt als Grund, wenn anschließend alles nicht mehr so funktioniert wie es sollte, den Personalmangel. Überhaupt als DHL daher den Mut zu haben, Personalmangel als Grund anzugeben. Und das Beste, kaum einer merkt es, da man die Entlassungen nach wenigen Monaten schon vergessen hat und denkt, ach arme DHL, ja bei dem Fachkräftemangel ist es schwer Personal zu finden, du bekommst keine Strafe du kannst ja nix dafür. Mal davon abgesehen, 10 Mio für ein Konzern, der mehrere Millarden Gewinn macht, nix ist. Ca. 16 Stunden brauch die Post dafür. Gewinn, nicht Umsatz wohlgemerkt. Das ist eben Deutschland.
eh
04.11.2025

Antworten

Das "Erfolgsrezept" Privatisierung der Politik ist, wie zu erwarten war, komplett fehlgeschlagen. Was man bei der Deutschen Bahn und dem Gesundheitswesen schon länger sieht, kann man seit einiger Zeit auch bei der Deutschen Post wunderbar erkennen. Es ist halt ein großer Unterschied, ob man wie früher kostendeckend rechnen muss oder wie jetzt Gewinn orientiert.
Markus
09.11.2025
Die Privatisierung der Post hat enorme Vorteile gebracht. Wenn ich an die langen Wartezeiten in den damaligen Postämtern denke, an die meist muffeligen Stempelakrobaten auf der anderen Seite der Glasscheibe, die langen Laufzeiten von Paketen und die vergleichsweise deutlich höheren Preise als heute, belegt das die enorme Ineffizienz staatlicher Leistungserbringung. Von den Lasten durch horrende Pensionslasten der damals noch verbeamteten Mitarbeiter gar nicht zu reden. Es wurde übrigens auch alles andere als "kostendeckend" gerechnet. Der Staat bilanziert nicht. Wenn Sie die Kosten für "Beihilfe" (= private Luxuskrankenversicherung), die massiven Zulagen in Abhängigkeit vom Familienstand und die nicht zurückgestellten Pensionslasten in die Stückkosten eingerechnet hätten, wären die Leistungen noch teurer gewesen.
Sven
04.11.2025

Antworten

Ich will auch mal eine Lanze für DHL brechen. Für mich ist auffällig, dass die meisten Probleme in den (alten) Bundesländern auftreten. Das Engagemet der Mitarbeiter im " Osten" ist wahrscheinlich auf dass niedrigere Lohnniveau zurückzuführen, weil sich ein Shopverlust sich nicht geleistet werden kann. Das Problem liegt jedoch nicht nur bei der Post, dass ist allgemein ein noch gängiges Problem, nach über 30 Jahren Wiedervereinigung.
ralf
04.11.2025
Wenn ich 8.000 Mitarbeiter entlasse um für die Aktionäre eine Gewinnsteigerung vorweisen zu können, fehlt mir der Zusammenhang mit der Wiedervereinigung.
Sven
04.11.2025
Wenn jemand es immer noch gut heißt, dass ein Lohngefälle zwischen Ost und West herrscht, fehlt mir der Bezug des Verständisses. Dass die Kosten steigen anhand der Lohnsteigerungen, scheint wohl in den Hintergrund zu treten. Kaufen Sie Aktien oder schließen Versicherungen ab um Verluste zu machen? Irgentwo muss das Geld doch her kommen, bei Lohnerhöhungen. Und Gewinn gehört zum Kapitalismus dazu, dass Risiko des Totalverlustes oder Pleite bleibt beim Unternehmer. Ein Arbeitnehmer hat meist eine gewisse Absicherung durch Arbeitslosenversicherung oder Sozialleistungen. Noch mal die meisten Probleme aus meinem Erleben, ist, dass in den alten Bundesländern die meisten Zistellproblemen kommt. Da ist nicht die Post verantwortlich sondern der einzelne Zusteller, welcher Pakete und Brief irgentwo zustellt oder hinschmeißt, wie es ihm gefällt. Meist toleriert das DHL und steht zu seinem Mitarbeiter und nimmt lieber den Ruf des schlechten Services in Kauf. Klar fängt der Fisch am Kopf an zu stinken, jedoch sollte dies mal auch in größeren Betracht gezogen werden.
S. Hochmuth
04.11.2025

Antworten

Die Strafe ist gerechtfertigt. Wenn ich daran denke, wieviel Sendungen ich erstatten musste, weil die Post ihre Arbeit nicht richtig erledigt hat. Tatsächlich habe ich so einen Chaos bereits kommen sehen, als dem Antrag stattgegeben wurde, für eine Briefsendung drei bis vier Tage brauchen zu dürfen und man die tägliche Zustellung abschaffen möchte.
ralf
04.11.2025
Wenn man den Gesamtwert aller nicht zugestellten Sendungen nimmt, nur das reine Porto, kommt man schon über die 10 Mio. Und das beste ist, dass die Post daran verdient. Was macht man gewöhnlich, wenn ein Brief nicht ankommt, man schickt erneut und die Post verdient noch mal dran, an Ihrer eigenen Schlampigkeit und viele schicken dann beim zweiten mal noch mit Sendungsnachweiß, also noch teurer noch mehr Einnhamen für die Post. Die Post ist die einzige Fa. die ich kenne, welche durch fehlerhafte Leistungserbringung noch zusätzlich verdient. Ein Schelm der böses dabei denkt.
cf
04.11.2025

Antworten

Was soll man sagen - sowas passiert, wenn man erst tausende Mitarbeitende entlässt und dann nicht gut geschulte Aushilfen in der Weihnachtszeit einstellt um Geld zu sparen. Das traurige dabei: Wenn tatsächlich eine Strafe verhängt wird, dann reagiert DHL sicher wieder mit Preiserhöhungen und entlässt nochmal ein paar tausend Mitarbeitende um das Geld wieder einzusparen - die Abwärtsspirale dreht sich und nimmt langsam fahrt auf....