US-Post nimmt keine Pakete aus China mehr an

Veröffentlicht: 05.02.2025
imgAktualisierung: 05.02.2025
Geschrieben von: Redaktion
Lesezeit: ca. 2 Min.
05.02.2025
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Schild United States Post Office
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Der Handelskonflikt in den USA spitzt sich weiter zu. Jetzt hat die Post angekündigt, keine Pakete mehr aus China anzunehmen.


In der Debatte um zusätzliche Zölle in den USA gab es jetzt einschneidende Veränderungen für die Verbraucher: Der US Postal Service (USPS) hat angekündigt, vorerst keine Pakete mehr aus China anzunehmen. „Mit Wirkung vom 4. Februar wird der Postdienst bis auf Weiteres die Annahme von internationalen Paketen aus China und Hongkong aussetzen“, ist auf der Webseite des Logistikers zu lesen. Wie lange diese Maßnahme gilt, ist noch unklar. Auch macht die US-Post keine Angaben zu den Gründen.

Briefe sind von dieser Regelung allerdings ausgenommen, so der Konzern.

Trump Strafzölle zeigen Wirkung

Seit Dienstag gelten in den USA neue Zölle für Importe aus China. Ein Dekret von Präsident Donald Trump hebt die Zollbefreiung für Pakete mit einem Wert unter 800 Dollar – De-Minimis-Regelung – ab sofort auf und erhebt zehn Prozent Zoll auf alle chinesischen Waren. Bisher konnten Plattformen wie Temu und Shein diese Regelung nutzen, um Waren zollfrei in die USA zu liefern. Nun müssen alle Sendungen regulär verzollt werden.

Nach Angaben der US-Zollbehörde wurden in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres weltweit Waren im Wert von 48 Milliarden Dollar über die sogenannte De-Minimis-Regelung eingeführt. Fast die Hälfte dieser Sendungen stammte aus China, wie ein Bericht des US-Kongresses im Juni 2023 zeigte.

China reagiert mit Gegenzöllen

Als Reaktion auf die US-Maßnahmen erhebt China ab dem 10. Februar eigene Zölle auf US-Importe. Insbesondere fossile Energieträger sind betroffen: Kohle und verflüssigtes Erdgas aus den USA werden mit 15 Prozent Zoll belegt, während für Öl und landwirtschaftliche Maschinen ein Zuschlag von zehn Prozent gilt.

Update 06.02.: Logistiker nimmt Pakete wieder an

Wenige Stunden nach der Ankündigung, bis auf weiteres keine China-Pakete mehr anzunehmen, hob die US-Post diese Regelung wieder auf. Seit dem 05. Februar werden nun wieder Sendungen aus China und Hongkong von der Post bearbeitet. Der kurzzeitige Stopp hing aller Voraussicht nach mit dem Wegfall der De-Minimis-Regelung zusammen. Nun will die US-Post zusammen mit den zuständigen Behörden einen Weg finden, um die neuen Zollregelungen zu befolgen. „Die USPS und die Zoll- und Grenzschutzbehörde arbeiten eng zusammen, um einen effizienten Erhebungsmechanismus für die neuen China-Zölle zu implementieren, damit die Paketzustellung so wenig wie möglich gestört wird“, heißt es auf der Webseite des Logistikers.

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Veröffentlicht: 05.02.2025
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dirk
06.02.2025

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Es ist wirklich atemraubend, in welchem Tempo Trump mit seinem Schwall an Verordnungen unter Umgehung aller demokratischen Institutionen Tabula Rasa macht. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und wenn von 400 Dekreten 200 direkt wieder einkassiert werden - so what?! Seine Wähler, die vermutlich zu großen Teilen (potentielle) Temu- und Shein-Kunden sind, freuen sich bestimmt, wenn ihre bezhalten Bestellungen zurück nach China gehen...
Markus
06.02.2025
Wie kommen Sie darauf, daß der amerikanische Präsident "alle demokratischen Institutionen umgeht"? Wenn diese Dekrete nicht rechtmäßig wären, würden sie nicht umgesetzt werden. Zudem war der Annahmestop eine "freiwillige" Aktion der Post. Trump schlägt halt mal ein paar Pflöcke ein, um klarzumachen, daß er kein Schwafler ist wie viele Regierungschefs, sondern es ernst meint. Das ist verhandlungstaktisch nicht dumm. Ich stimme Ihnen indes zu, daß die Zoll-Ideen, die er geäußert hat, sich kaum durchsetzen bzw. halten lassen, da auch für die US-Bevölkerung deutliche Wohlstandsverluste damit verbunden sind - zumindest temporär. Da dies aber seine letzte Amtszeit ist, muß er auf Wählerbefindlichkeiten keine Rücksicht nehmen.
Lux
08.02.2025
@Markus: Dekrete sind ein umgehen des demokratischen Weges, eine Art Diktatur des Präsidenten. Andere politische Akteure werden dadurch außen vor gelassen. Dekrete müssen unabhänig von der Rechtmäßigkeit erst einmal umgesetzt werden, stoppen kann sie nicht die Politik, sondern allenfalls die Judikative, wenn dagegen Klage erhoben wird. Es ist also wie in einer Diktatur, nur dass man hier noch darauf setzten kann, dass die Gerichte zuverlässiger funktionieren, als in den meisten Diktaturen. Von freiwilliger Aktion zu sprechen ist absurd. Die US Post muss sich an die Rechtslage halten und zu der gehören auch die Dekrete des Präsidenten. Wenn ab sofort 10% Zoll erhoben werden muß, muß die Post dafür sorgen, dass dies auch passiert. Wenn Sie das nicht kann, bleibt ihr nichts anderes übrig als den Verkehr auszusetzen, denn wenn man nur aufhören würde zuzustellen, dann wären die Postlager vermutlich in 2-5 Tagen überfüllt und die Post wäre nicht mehr arbeitsfähig. Aber klar, er schafft damit erst einmal Fakten, und die anderen müssen nach seiner Pfeife tanzen. Wenn sie denn überhaupt tanzen können. Zum Beispiel für den immer fleißigen Einwanderer, der seit 20 Jahren in den USA mit seiner Familie lebt und zur Mehrung des Wohlstandes dort beigetragen hat, der nun abgeschoben wird, ist das ein lebenszerstörendes Desaster. Extreme Schritte haben extreme Folgen. Einiges mag davon verlockend wirken, vieles aber auch problematisch, um es mal ganz mild zu formulieren. In Deutschland hatten wir ja auch schon mal jemanden an der Macht, der so agiert hat ...