Deutsche Post im Urlaubsmodus? Erhebliche Verzögerung bei der Zustellung

Veröffentlicht: 08.07.2025
imgAktualisierung: 08.07.2025
Geschrieben von: Redaktion
Lesezeit: ca. 2 Min.
08.07.2025
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Postbote auf Fahrrad
Oleksandr_UA / Depositphotos.com
Aktuell gibt es wieder zahlreiche Berichte über Verzögerungen bei der Briefzustellung. Was steckt dahinter?


Wer derzeit auf einen wichtigen Brief wartet, muss sich in Geduld üben. Aktuell häufen sich wieder die Berichte über Verzögerungen bei der Deutschen Post – ein Phänomen, das bereits im vergangenen Sommer aufkam. Normalerweise kommen Zustellverzögerungen verstärkt rund um die Weihnachtsfeiertage und Aktionstage wie den Black Friday zustande. Um das erhöhte Bestellaufkommen abzufedern, setzt die DHL Group in diesen Wochen auf Tausende Saisonkräfte.

Warum es in den letzten Jahren auch immer wieder in den Sommermonaten zu Lieferverzögerungen kam, hat verschiedene Gründe.

Personalmangel – das immer wieder auftauchende Problem

Neben Berichten in regionalen Tageszeitungen gibt es derzeit auch wieder bei Reddit und im Sellerforum verstärkt Beschwerden über die Zustellzeiten bei der Deutschen Post. Zwar beziehen sich die Probleme immer nur auf einzelne Regionen Deutschlands, allerdings melden sich aktuell wieder viele Kunden aus verschiedenen Teilen des Landes mit immer denselben Aussagen: Briefe – und teilweise auch Pakete – brauchen aktuell mehrere Tage oder sogar Wochen, bis sie den Empfänger erreichen.

Warum aber ist das so? Die Gründe dafür liegen zum einen bei Personalengpässen. Bereits seit Jahren spricht der Bonner Logistiker darüber, dass Arbeitskräfte fehlen. In der aktuellen Ferienzeit wird dies durch Urlaube der Mitarbeiter noch zusätzlich verstärkt. Im Norden Deutschlands spricht DHL von einer „angespannten Personallage“, was zu Verzögerungen führen kann. Im Süden von Deutschland wurde in der Nähe von München erst kürzlich ein Standort geschlossen, was in der Region zu vereinzelten Problemen in der Zustellung führen kann.  

Anders als in der sendungsreichen Vorweihnachtszeit wird in den Sommermonaten allerdings kein zusätzliches Personal eingestellt. Kommt es wegen Urlaub oder Krankheit zu Ausfällen, kann dies nicht durch die verbleibenden Mitarbeiter abgefedert werden und Sendungen bleiben zwangsweise länger liegen.

Stellenabbau könnte Situation verschlimmern

Dass sich die Situation in Zukunft verbessert, darf bezweifelt werden. Erst vor wenigen Monaten gab die DHL Group bekannt, rund 8.000 Stellen abbauen zu wollen.  Online-Händler sollten sich also darauf einstellen, dass es künftig deutlich längere Laufzeiten bei Briefen und Paketen geben könnte und gegebenenfalls ihre Lieferzeiten anpassen.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 08.07.2025
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KOMMENTARE
5 Kommentare
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Frank2
14.07.2025

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Dann hat die DPAG schon seit Jahresanfang ein "Urlaubsproblem", mein Kostensparvorschlag wäre ein paar Vorstände vorzeitig für neue Tätigkeiten freizustellen....
Ralf
13.07.2025

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Nur in den Sommermonaten? Seit anfang dieses Jahres teilweise 14 Tage und länger. Wir haben Kunden die bereichten, dass unserer 2. Sendung (Ersatzlieferung) mit der ersten urprünglichen und verlorengeglaubten Sendung gleichzeitig im Briefkasten lagen, zusammen mit der anderen Post der letzten vorherigen 14 Tagen. Pro Woche haben wir mind. einmal so einen Fall. Für diesen tollen Service der Post bezahlen wir immer mehr. Bald haben wir spanische Verhältnisse hier.
Ben
13.07.2025

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Ganz ehrlich wenn ein Brief wie bei mir für eineStrecke von 35 km 6 Tage braucht dann stimmt was nicht, Briefpost bekomme ich nur noch 2X die Woche statt wie früher täglich. Alles totgespart wie immer, aber die Preise werden dauernd erhöht.
Micha
09.07.2025

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Die Post gehört wieder in staatliche Hand. Als Teil der Grund­versorgung darf die Brief- und Paket­zustellung nicht allein unter Gewinn­gesichtspunkten betrieben werden. Ein konkretes Beispiel: Ein Rezeptbrief von mir brauchte sechs Tage bis zur Apotheke – absolut unzumutbar. Parallel dazu rauben uns verärgerte Kund*innen den letzten Nerv, weil sie bei jeder Verzögerung sofort ihr Geld zurück­fordern. Statt die Infrastruktur endlich zukunfts­fest zu machen, sorgt die Politik dafür, dass große Konzerne ihre Gewinne weiter steigern können. Seit der Integration von DHL in den Post­konzern und der tarif­politisch motivierten Verdrängung kleiner Wettbewerber haben alternative Brief­zusteller praktisch keine Chance mehr. Kurzum: So kann es nicht weitergehen. Entweder bekommen wir echte Reformen – oder eine konsequente Re-Verstaatlichung.
Mathias Wegener
08.07.2025

Antworten

Ich bin gewiss kein Freund der Deutschen Post oder DHL. Aber ich muss für mich selbst feststellen, dass ich bisher keinerlei Verzögerungen in der Briefzustellung bemerkt habe. Ganz anders sieht es bei anderen Postunternehmen, oft regionale Postunternehmen, aus. Hier sind die von mir festgestellten Brieflaufzeiten derart katastrophal, dass ich mich frage, wie diese Unternehmen sich überhaupt am Markt halten können. Erst neulich bekam ich einen Brief der innerhalb Deutschlands 21 Tage unterwegs war. Laufzeiten von 7-10 Tagen für einfacher Briefe sind zumindest nach meiner Erfahrung absolut normal. So etwas habe ich bei der Deutschen Post noch nie erlebt. Hier sind die Laufzeiten nach meinen persönlichen Erfahrungen auch heute noch im Bereich von ein bis zwei Tagen, für nicht kostenoptimierte Sendungsformen. Auch die Paketlaufzeiten haben sich nach meiner Erfahrung bisher nicht negativ verändert. Auch kann ich hier keinen großen Unterschied zwischen den verschiedenen Anbietern feststellen. Abweichungen nach oben gibt es natürlich bei allen Anbietern hin und wieder einmal. Diese kommen nach meiner Erfahrung aber sehr selten vor. Aber der Artikel spricht ja auch von regional unterschiedlichen Beeinträchtigungen. Vielleicht hatte ich bisher ja auch einfach nur Glück in einer nicht weiter betroffenen Regionen zu wohnen.