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Pakete statt Briefe: DHL sieht klassisches Zustellmodell unter Druck

Veröffentlicht: 12.05.2026
imgAktualisierung: 12.05.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
12.05.2026
img 12.05.2026
ca. 2 Min.
Briefträger auf Postfahrrad in Innenstadt
Oleksandr_UA / Depositphotos.com
DHL-Chef Tobias Meyer zweifelt offen an der Zukunft der täglichen Briefzustellung – wegen sinkender Sendungsmengen und steigender Kosten.


Die Briefzustellung in Deutschland steht vor einem grundlegenden Wandel. DHL-Vorstandschef Tobias Meyer hat die Wirtschaftlichkeit des bisherigen Modells öffentlich in Frage gestellt – und damit eine Debatte ausgelöst, die weit über das Unternehmen hinausgeht, berichtet das Portal NADR.

Pakete wachsen, Briefe schrumpfen

Der Grund für den wachsenden Druck liegt in einem einfachen Missverhältnis: Die Briefmengen sinken seit Jahren kontinuierlich, während das Zustellnetz nahezu gleich groß bleibt. Fahrzeuge, Personal, Sortierzentren und feste Routen verursachen Fixkosten – unabhängig davon, wie viele Sendungen tatsächlich befördert werden. Je weniger Briefe, desto teurer wird jede einzelne Zustellung.

Besonders in ländlichen Regionen mit geringer Bevölkerungsdichte zeigt sich das Problem deutlich: Der organisatorische Aufwand bleibt konstant, das Volumen geht zurück.

Gleichzeitig boomt das Paketgeschäft. DHL erzielt nach eigenen Angaben inzwischen erstmals höhere Umsätze mit Paketen als mit klassischen Briefsendungen – ein historischer Einschnitt für das Unternehmen, das über Jahrzehnte vor allem als Briefdienstleister bekannt war.

Gesetzlicher Rahmen begrenzt Spielraum

Die Deutsche Post, die künftig wohl nicht zufällig unter dem Namen DHL AG firmiert, kann die Briefzustellung nicht eigenständig umstrukturieren. Der sogenannte Universaldienst verpflichtet das Unternehmen zur flächendeckenden Zustellung. Die tägliche Zustellung gilt dabei als fester Bestandteil – was den Aussagen des DHL-Chefs politische Brisanz verleiht.

Die Bundesregierung hat mit der Reform des Postgesetzes bereits reagiert und der Deutschen Post mehr Flexibilität bei Laufzeiten und Zustellorganisation eingeräumt. Vollständig gelöst ist das strukturelle Problem damit nicht: Sinkende Briefmengen, steigende Betriebskosten und höhere Tarifabschlüsse belasten das Geschäftsmodell weiterhin.

Das Unternehmen fordert seit Jahren höhere Preise für Briefe. Nach eigenen Angaben reichen bisherige Preissteigerungen nicht aus, um die veränderte Kostensituation aufzufangen.

Artikelbild: https://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 12.05.2026
img Letzte Aktualisierung: 12.05.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
5 Kommentare
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cf
15.05.2026

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Tja, wenn bald keine Briefe mehr zugestellt werden, braucht auch niemand mehr Stifte zum schreiben - dann gehen große Marken wie Montblanc, Pelikan, Parker, etc. auch bald pleite... Aber es wundert mich auch nicht, wenn bald niemand mehr in der lage ist mit einem Stift zu schreiben.... WENIGSTENS habe ich Anfang der Woche einen Brief von DHL erhalten, dass künftig eine neuer Paket-Energiezuschlag kommt, der Abhängig vom Rohölpreis ist. Das ist doch mal eine kreative Idee um die Händler so richtig auszubluten....
KI
13.05.2026

Antworten

Meinung: anscheinend hat DHL auf gar nichts mehr Bock. Immer nur die Preise erhöhen, sich die eigenen Taschen füllen jetzt wieder jammern über das Briefgeschäft. Es ist einfach nur noch erbärmlich, was diese sogenannten Manager von sich geben und wie sie tatsächlich alles Amazon überlassen. Es dauert nicht mehr lange und DHL wird in Deutschland keine Pakete mehr ausliefern, oder nur noch in der Größenordnung wie Hermes und Co.! Amazon wird hier alles abgreifen, da die deutschen sogenannten Manager einfach nur unfähig sind!
Frank2
13.05.2026

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Solange der Werbebrief für ca. 40 Cent verschickbar ist, hat die Post nicht wirklich ein Problem.
Jay
13.05.2026

Antworten

Ist kein Geheimnis, dass man das Briefgeschäft seit Jahren loswerden möchte. Na ja, dann macht das halt bald Amazon.
Ich
12.05.2026

Antworten

Schwachsinn, Briefe und Pakete sowie Kleinpakete kommen oft vom gleichen Zusteller. Einfach zusammen legen. Dann beides günstiger und zuverlässiger machen. Oder warten, bis Amazon DHL die Pakete alle abnimmt, weil DHL jedes Jahr teurer und gleichzeitig schlechter im Service wird.