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Pakete und Briefe: Händler klagen weiterhin über extrem lange Laufzeiten

Veröffentlicht: 26.08.2025
imgAktualisierung: 26.08.2025
Geschrieben von: Corinna Flemming
Lesezeit: ca. 3 Min.
26.08.2025
img 26.08.2025
ca. 3 Min.
DHL-Zusteller und Transporter
ifeelstock / Depositphotos.com
Das Problem der langen Lieferzeiten zieht sich schon den ganzen Sommer. Noch scheint es kaum Besserung zu geben.


Viele DHL-Kunden berichten aktuell wieder über sehr lange Laufzeiten, sowohl bei Briefen als auch bei den Paketen. Bereits Anfang April haben wir darüber berichtet, dass das DHL Kleinpaket bei vielen Händlern für schlechte Stimmung sorgt, da es immer wieder zu Verzögerungen kommt und die Reklamationsquote in die Höhe treibt. Im Juli waren es dann auf einmal die Briefe, die teilweise wochenlang bis zum Empfänger benötigten.

Aktuell scheint es Probleme bei verschiedenen Produkten zu geben. Verkäufer berichten im Sellerforum über lange Lieferzeiten sowohl bei Groß- und Maxibriefen als auch beim Kleinpaket.

Geduldsspiel belastet Händler

Wie lange Sendungen tatsächlich unterwegs sind, ließe sich nach Angaben betroffener Unternehmer in vielen Fällen nicht abschätzen – zwischen wenigen Tagen und mehreren Wochen ist offenbar alles dabei. Um Laufzeiten zu testen, greifen einige Seller sogar zu ungewöhnlichen Maßnahmen, wie sich aus den verschiedenen Kommentaren entnehmen lässt.

„Hallo, derzeit häufen sich wieder die Beschwerden bei Briefen (Maxi, Großbrief) über lange Laufzeiten. Privat kann ich es auch nachvollziehen.“

„Ja, Laufzeiten teils erheblich zu lang, aber ich bin mittlerweile schon froh, wenn es überhaupt ankommt.“

„Ich habe mir selbst zu Testzwecken einen Brief geschickt – weil ich es eigentlich noch nie hatte, dass ich wochenlang gar keine Post im Briefkasten hatte – noch nicht mal Dialogpost, gar nix. Das ist sehr ungewöhnlich.“

„Zwischen einem Tag und vier Wochen ist alles dabei.“

„Ich versende seit 12 Jahren und hatte noch nie diese Probleme. Auffällig, die Probleme gibt es exakt seit der Portoerhöhung und seit Genehmigung von längeren Laufzeiten. Die tatsächlichen Laufzeiten sind jedoch eine Katastrophe.“

„Warte gerade auch seit 10 Tagen auf einen Großbrief =O“

„Hier auch Probleme ohne Ende mit den Laufzeiten der Groß/ Maxibriefe sowie den KP.“

Ist die Ferienzeit schuld an den langen Laufzeiten?

Interessanterweise scheinen besonders die Sommermonate die hiesigen Paketdienste hierzulande immer mehr unter Druck zu setzen. Neben dem Personalmangel, welcher die Betriebe ohnehin schon belastet, fallen in den Sommermonaten durch die Urlaubszeit zusätzlich Mitarbeiter aus. Anders als in der sendungsreichen Vorweihnachtszeit wird aktuell aber kein zusätzliches Personal eingestellt. Fallen durch Urlaub und Krankheit also Mitarbeiter aus, verschärft sich die angespannte Personalsituation weiter.

Ein weiterer Grund für lange Laufzeiten könnte eine wenig bekannte Einschränkung im Straßenverkehr sein: das Ferienfahrverbot. Dieses besagt, dass zwischen dem 1. Juli und dem 31. August an Samstagen von 7:00 bis 20:00 Uhr auf bestimmten Autobahn- und Bundesstraßen keine gewerbliche Nutzung von Lkw über 7,5 Tonnen erlaubt ist. Davon sind auch Paketdienste betroffen.

Händler hadern mit der Situation

Verkäufern nützen all diese Erklärungen im täglichen Geschäft allerdings kaum etwas. Sie müssen sich mit verärgerten Kunden herumschlagen, die aufgrund der langen Lieferzeiten der Ware im schlimmsten Fall ihre Bestellungen widerrufen, ein erheblicher Umsatzverlust für Händler.

„Ist es bei euch auch so, dass die Post 14 Tage und länger braucht? Ist echt nervig die Kunden bei Laune zu halten und die Erstattungsanfragen haben sich gefühlt in den 2 Monaten verzehnfacht.“

Dennoch können Verkäufer aktiv verschiedene Maßnahmen ergreifen, um die Kundenzufriedenheit zu sichern und negative Auswirkungen zu reduzieren:

1. Transparente Kommunikation

  • Frühzeitige Information: Kunden sollten bereits im Shop oder im Check-out auf mögliche längere Lieferzeiten hingewiesen werden.
  • Sendungsverfolgung bereitstellen: Ein Tracking-Link gibt Kunden das Gefühl, jederzeit den Status zu kennen.
  • Proaktive Updates: Wenn sich eine Sendung verzögert, sollte der Händler aktiv informieren, statt die Kunden im Unklaren zu lassen.

2. Optimierung der Logistik

  • Mehrere Versanddienstleister nutzen: So können Engpässe bei einem Anbieter umgangen werden.

3. Kundenzufriedenheit sichern

  • Kulanzregelungen: Kleine Gutscheine, Rabatte oder Gratisartikel können Ärger abmildern.
  • Erreichbarer Kundenservice: Schnelle Antworten auf Rückfragen reduzieren Frust.
  • Alternative Lieferoptionen: Abholung im Laden, Same-Day-Delivery in Städten oder Paketstationen anbieten.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 26.08.2025
img Letzte Aktualisierung: 26.08.2025
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Corinna Flemming

Corinna Flemming

KOMMENTARE
6 Kommentare
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Stephan Kittel
01.09.2025

Antworten

Ja, das Kleinpaket. Ich frag mich, warum die Packstationen diese Pakete immer noch nicht annehmen. Ich fahre doch nicht 25km zum nächsten Postschalter....Und mit 9cm sind diese dann für den großen Postkasten zu dick.
oejendorfer
28.08.2025

Antworten

Ja, Kollegen ihr habt Recht. Post/DHL ist bald halt schlimmer als eine lamar.... Bundes/Landesbehörde. Hier im Großraum Hamburg hatten wir Briefversandzeiten von über 14 Tagen. Das Problem für uns Händler ist, das wir ein Briefmonopol der Post haben. Da nützen auch die obigen Ratschläge der Händlerredaktion nichts. - Denkt mal darüber nach wenn ihr soetwas schreibt - Sendungsverfolgung gibt es für Groß/Maxibriefe nicht. Und das Schlimmste an der ganzen Sache ist, die Kunden melden bei ebay : Artikel zu spät versendet/Angekommen. ebay übernimmt ohne Kontrolle diese Meldung und bestraft uns Händler. Das nenne ich eine Bodenlose Frechheit. Was soll eigentlich die Empfehlung vom Händlerbund, dass wir Händler dem Kunden Gutscheine, kleine Geschenke-Gummibärchen etwa - geben sollen. Da wird die geringe Marge ja noch kleiner!! Tschüss wolfgang Köbke DAC PS. freue mich auf das feedback, email siehe oben . tschüss
Will45
27.08.2025

Antworten

Ich kann das nur bestätigen, seit einiger Zeit ewig lange Lieferzeiten, viele Kundenreklamationen, die um Erstattung bitten, schlechte Bewertungen als Folge. Fazit DHL ist schlechter und teurer geworden. Die meisten Händler werden zwischen den Großkonzernen (Amazon u DHL) regelrecht aufgerieben. Wir müssen ohnmächtig diese Übermacht und Unfähigkeit ausbaden. Für mich der Hauptgrund, warum ich gegen Ende des Jahres meinen Betrieb aufgebe. Ich kann mir das zum Glück leisten.
André
27.08.2025

Antworten

Das Schlimmste ist, man kann den Anbieter nicht wechseln, die Anderen sind zwar schneller und ein wenig günstiger, aber es gibt deutlich mehr Schwund bei GLS, Hermes, DPD, usw. und es ist mehr als schwierig da Schadensersatz zu bekommen. Ich weiß das absichtlich Post in den Lagern bei DHL lange liegen gelassen wird, weil sie wegen Krankheit und Urlaub keine Leute haben und oft nichts ausfahren dann. Bei mir wird ohne das sich jemand überhaupt mal meldet und entschuldigt auch öfter mal einfach nichts abgeholt, es wird überall in Deutschland egal in welchen Bereichen immer schlimmer und noch dazu immer teurer.
doro
27.08.2025

Antworten

Wer kennt es nicht: Urlaubszeit, Weihnachten, Sommer, Winter kommen ja immer ganz plötzlich und unverhofft. Neueste Ausrede ist jetzt das Ferienfahrverbot. Komischerweise haben die anderen Logistiker damit kein Problem. Allen voran Amazon Logistics, die nach wie vor liefern wie ein Uhrwerk. Ist bei denen keine Urlaubszeit? Haben die kein Fahrverbot? Natürlich! Nur haben die keine 8000 Leute entlassen und sich dafür noch gefeiert. Das ist der Grund für die Misere und sonst nichts. Ganz ehrlich, ich kann das nicht mehr hören! Für wie blöd halten die eigentlich ihre Kunden? Man muss sich nur mal mit den Zustellern und Abholern unterhalten. Da herrscht intern nur noch komplettes Chaos. Die Laune ist auf dem Tiefpunkt und statt zu versuchen da entgegenzusteuern, frustriert man die Leute einfach immer weiter. Beispiel: Die Zusteller bekommen eine strengere Zeitvorgabe pro Paket wenn sie mit einem Bus mit Regalen fahren, denn sie können sich ja dann besser organisieren. Gleichzeitig haben sie so viele Pakete, dass Regale da auch nichts ändern und bekommen ständig andere Bezirke, in denen sich sich weniger gut auskennen und länger brauchen als in Ihrem Stammbezirk. Also nicht nur, dass man zu viele Leute entlässt, man dreht auch noch an den völlig falschen Schrauben und frustriert die restlichen. Was treiben die da in Bonn eigentlich?
KI
27.08.2025

Antworten

Meinung: DHL hat ganz offiziell verkündet das es bis 2030 in der Hauptsache an der Gewinnoptimierung arbeitet. Ganz klar das dann alles andere total egal ist - Service, Personal, Laufzeiten! Wichtig sind aber immer Preiserhöhungen! Das mega Chaos kommt dann im Weihnachtsgeschäft! Wir wissen alle das dann die Händler wieder von allen Seiten zur Rechenschaft gezogen werden! Kurios: die Verantwortlichen bei DHL nennen sich Manager und Vorstand.