Die Paketbranche in Deutschland erwartet für das Weihnachtsgeschäft 2025 ein nahezu stagnierendes Wachstum. Laut einer Marktanalyse im Auftrag des Bundesverbands Paket- und Expresslogistik (BPEX) könnten die Sendungsmengen im November und Dezember um lediglich ein bis zwei Prozent auf etwa 750 Millionen Pakete steigen. Besonders im Privatkundengeschäft (B2C) zeichne sich ein Wachstum von zwei Prozent ab, was etwa 450 Millionen Sendungen entspricht. Der Online-Handel bleibe damit ein zentraler Treiber des Marktes. Durchschnittlich würden täglich rund neun Millionen Pakete an Privatadressen ausgeliefert.

Rückläufige Dynamik im B2B-Segment

Während der B2C-Bereich weiterhin leicht wachse, zeige der B2B-Sektor eine gegenteilige Entwicklung. Hier werde ein Rückgang der Sendungsmengen erwartet. Gründe dafür könnten in der verhaltenen Investitions- und Produktionsbereitschaft, geopolitischen Unsicherheiten sowie strukturellen Veränderungen in der Industrie liegen. Die gesamte Branche bleibe zudem durch hohe Energiepreise, steigende Löhne und zunehmende Regulierung unter wirtschaftlichem Druck.

Herausforderungen und Maßnahmen

Um die erwarteten Mengen im Weihnachtsgeschäft zu bewältigen, plant die Branche den Einsatz von bis zu 20.000 zusätzlichen Arbeitskräften und 17.000 zusätzlichen Fahrzeugen. Dennoch belaste das angespannte wirtschaftliche Umfeld die Unternehmen stark. Marten Bosselmann, Vorsitzender des BPEX, erklärt, dass steigende Kosten und Regulierungen die langfristige Innovationsfähigkeit der Branche gefährden könnten. Er fordert Entlastungen, um eine nachhaltige Entwicklung des Marktes zu sichern: „Wir brauchen jetzt und auch mittelfristig Entlastungen, damit die Betriebe wieder Luft zum Atmen haben und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Marktentwicklung gesichert werden.“

Prognose für das Gesamtjahr

Für das Gesamtjahr 2025 prognostiziert der BPEX ein leichtes Sendungsplus von zwei Prozent auf 4,37 Milliarden Sendungen. Der Online-Handel im B2C-Bereich sei weiterhin der wichtigste Wachstumsfaktor, während der B2B-Sektor voraussichtlich rückläufig bleibe. Die vollständige Analyse des KEP-Marktes für 2025 wird im Jahr 2026 veröffentlicht.

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