Packstation: DHL testet Paketempfang ohne Registrierung

Veröffentlicht: 07.07.2025
imgAktualisierung: 07.07.2025
Geschrieben von: Hanna Behn
Lesezeit: ca. 2 Min.
07.07.2025
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Nahaufnahme: Person nimmt ein Paket aus einem Fach einer DHL-Packstation
ronstik / Depositphotos.com
Der Bonner Logistiker weitet den Paketempfang an Packstationen aus. Dafür startet jetzt ein Test mit ausgewählten Online-Shops.


DHL will die Zustellung an Packstationen erleichtern und testet dafür jetzt den Paketempfang an den Automaten ohne zusätzliche Registrierung oder Nutzerkonto. Dafür startet ab dem 7. Juli ein Pilottest mit 20 Online-Shops. Wer bei diesen einkauft, kann sich die Bestellung an eine Packstation in seiner Nähe liefern lassen, ohne dafür extra das komplexe Anmeldeverfahren bei DHL durchlaufen zu müssen.

Unter den teilnehmenden Shops sind beispielsweise Cewe, die Mosaik Tree GmbH, FarbenFux.de und die BC GmbH. Der Testzeitraum soll sich über ein Jahr erstrecken, teilt DHL mit.

Packstation-Nutzung ohne Registrierung: So funktioniert’s

Bislang können Pakete – teilweise bei Retouren – über DHL-Packstationen ohne eine Anmeldung nur versendet werden. Für den Paketempfang gilt: Erst muss man sich bei dhl.de registrieren, ein Post-Ident-Verfahren durchlaufen sowie eine Geräteaktivierung in der Post&DHL-App durchführen. Dann erhält man eine individuelle Postnummer, die im Check-out des Online-Shops anzugeben ist, damit Pakete auf Wunsch in der Packstation landen. Dieser komplexe Vorgang entfällt im Test: Im Check-out muss nur die Adresse der gewünschten Packstation angegeben werden. Sobald die Sendung in der Packstation ankommt, erhält man per E-Mail einen Code, der an Packstationen mit Bildschirm gescannt werden kann. Bei Packstationen, die nur per App bedient werden können, muss man allerdings die Post&DHL-App verwenden.

„Unser Ziel: Noch mehr Kundinnen und Kunden für die Vorteile von Packstationen begeistern, die bisher vor dem Aufwand der Registrierung zurückgeschreckt sind“, erläutert Benjamin Rasch, Leiter des Marketings und Produktmanagements im deutschen Post- und Paketbereich der DHL Group. „Davon profitieren auch unsere Geschäftskunden, da sie nun allen Kunden beim Online-Kauf die bequeme Empfangsoption Packstation anbieten können.“

Tests sollen ausgeweitet werden

Ist der Testlauf erfolgreich, könnten weitere Geschäftskund:innen an das Verfahren angebunden werden. „Die Erfahrungen aus dem Test werden uns bei der Entscheidung helfen, ob wir den Paketempfang an der Packstation ohne Anmeldung weiter ausbauen“, so Rasch. Für Händler:innen könnte das Verfahren auch deshalb von Vorteil sein, da der Wunsch nach alternativen Zustellvarianten bei Kund:innen wächst. Abzuwarten bleibt, ob es durch das fehlende DHL-Sicherheitsverfahren vermehrt zu Haftungsfragen, Abholproblemen, Missverständnissen oder Support-Fällen kommt.

Der Paketempfang an die Packstation ohne Registrierung könnte auf lange Sicht auch Einsparungen für den Konzern bedeuten, denn Haustürzustellungen sind für Paketdienstleister ein massiver Kostenfaktor. Es wäre denkbar, auf diese Weise im angeschlagenen deutschen Brief- und Paketgeschäft Kosten zu reduzieren. Erst kürzlich erklärte DHL-Finanzchefin Melanie Kreis, dass man trotz Druck von Investor:innen an dem Unternehmensbereich festhalten wolle – und mittelfristig mit Geschäftswachstum rechne. 

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 07.07.2025
img Letzte Aktualisierung: 07.07.2025
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Hanna Behn

Hanna Behn

Hanna widmet sich am liebsten den Themen E-Commerce-Trends, Leadership und Unternehmertum.

KOMMENTARE
7 Kommentare
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oejendorfer
09.07.2025

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Wie ist es denn rein rechtlich gesehen? Wenn das Paket in der Box ist, ist dann für uns Händler der Versand beendet? So, als wenn der Kunde den Empfang mit der Unterschrift besiegelt hat.
LE
09.07.2025

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uns wurde das auch für diese Testzeit angeboten, gegen einen kleinen Rabatt pro Lieferung. Wir konnten sofort dutzende Gründe und Beispiele nennen, wie auf diesem Weg, ohne Registrierung, noch besser betrogen werden kann. Am Ende bleibt der Händler auf dem Schaden sitzen und DHL lehnt aus Datenschutzgründen Infos zu Empfängern ab. Und bei Lieferungen auf Rechnung sollte man davon auf jeden Fall die Finger lassen!
oejendorfer
08.07.2025

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Wir als online Händler mögen keine Packstation ! Sie bereiten uns nur zusätzliche arbeit, da ebay z,B, nur die Packstation bei einer einer Kundenbestellung uns via CSV übersendet. Für die Erstellung der Rechnung im Warenwirtschaftssystem wird aber die "Hausadresse" des Kunden aus rechtlichen Vorschriften verlangt. Packstation ist keine Rechnungsadresse. Wir müsse diese Rechnungsadresse für jeden Kunden extra via email anfordern, um den Auftrag bearbeiten zu können. Außerdem hat der Kunde seine Versandkosten ja bis zu Haustür bezahlt. Frage an Kollegen und Händlerbund; wie seht Ihr das ? tschüs Wolfgang Köbke DAC
M.Jagielska
08.07.2025

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Der nächste Schritt könnte sein sein: Wir Händler dürfen gegen eine kleine Gebühr unsere Sendungen dem Kunden selbst überbringen, oder der geneigte Kunde muss sich ein Fach in der Packstation dauerhaft mieten, da sonst bei der Zustellung an die Wohnadresse, an der Haustür eine Zustellgebühr fällig wird. Ironiemodus aus !!
Stephan
08.07.2025

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Eigentlich ein sehr guter Gedanke. Allerdings wird dadurch der Kauf über das Internet immer anonymer. Und das ruft Betrüger auf den Plan. Die Kombination von Rechnungskauf mit Identitätsdiebstahl ermöglicht so auch noch die anonyme Annahme des Pakets. Schon jetzt hatten wir bei 10% des Rechungskaufs dieses Betrugsmuster, bei dem die Pakete dann unter 'falschem' Namen aus der Packstation / Postfiliale abgeholt wurden. In Zukunft braucht man dann nicht mal mehr den falschen Namen sondern nur noch eine Emailadresse.
K.I
08.07.2025

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Meinung: "Der Paketempfang an die Packstation ohne Registrierung könnte auf lange Sicht auch Einsparungen für den Konzern bedeuten" Die Betonung liegt auf könnte! Wird bei DHL niemals passieren das auch nur ein einziger Händler spart! Ganz im Gegenteil!
cf
08.07.2025

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Glückwunsch, nach 10 Jahren oder länger Packstation ist das echt eine krasse Idee ;-) Ne, im ernst - ich finde es wirklich gut - solange DHL das dann nicht wieder als Argument nutzt, dass die Pakete an Packstationen teurer sein müssen, weil ja ein Mailversand erfolgt oder so... Trotzdem: bitte weitermachen, dass könnte sogar klappen :-)