Drei Viertel der Online-Shopper verpassen ihre Pakete

Veröffentlicht: 06.05.2025
imgAktualisierung: 06.05.2025
Geschrieben von: Hanna Behn
Lesezeit: ca. 2 Min.
06.05.2025
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ca. 2 Min.
Zusteller klopft an Tür eines Kunden
photographee.eu / Depositphotos.com
Wo ist mein Paket? Die mangelnde Planbarkeit bei der Paketzustellung stört die Kundschaft am meisten, zeigt eine Umfrage.


Online bestellt – aber die Lieferung wurde versäumt? Das jedenfalls haben bereits 78 Prozent aller Online-Kund:innen erlebt, etwa ein Achtel (12 Prozent) von ihnen sogar schon häufiger. Und das führt natürlich zu Frust: Mehr als die Hälfte der Shopper:innen (56 Prozent) sind verärgert, wenn sie die Bestellung nicht persönlich erhalten können. Das zeigt eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag des Tech- und Logistikdienstleisters Dodo. 

Mangelnde Planbarkeit sorgt für Unmut

Nach wie vor lässt sich die breite Mehrheit der Kund:innen (80 Prozent) ihre Bestellung bequem direkt nach Hause liefern. Doch wenn deren Zustellung nicht planbar ist, lässt sie dies missmutig zurück: 72 Prozent der Befragten monieren, wenn Händler:innen bzw. Zustellfirmen lediglich grobe Lieferfenster (z. B. „zwischen 9 und 15 Uhr“) angeben. Bei vagen Aussagen wie „im Laufe des Tages“ verhält es sich ähnlich. Wenn jedoch nicht einmal dies zutrifft, reagieren etwa zwei Drittel der Kund:innen (68 Prozent) brüskiert. Das gilt ebenso, wenn der Artikel wegen der verpassten Lieferung nachbestellt werden muss.

Das sind die wichtigsten Lieferpräferenzen

Stattdessen wünscht man sich Kontrolle, Verlässlichkeit und echte Planbarkeit. Vier von zehn Befragten stuft eine terminierte Lieferung als Kaufkriterium ein. Die Hälfte (51 Prozent) bevorzugt immerhin die Lieferung zu einem Termin, bei dem sie selbst sowohl Datum als auch Uhrzeit festlegen können. Auch sehr kurze Zeitfenster sind beliebt.

„Online-Shopping ist nur dann eine echte Erleichterung, wenn es sich nahtlos in den Alltag integrieren lässt. Schnelligkeit allein reicht nicht. Lieferungen müssen planbar, transparent und flexibel sein“, so Peter Menky, COO der DODO Group. Wer als Lieferservice auch in Zukunft relevant bleiben wolle, müsse sich an diesen Bedürfnissen seiner Kundschaft orientieren. 

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 06.05.2025
img Letzte Aktualisierung: 06.05.2025
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Hanna Behn

Hanna Behn

Hanna widmet sich am liebsten den Themen E-Commerce-Trends, Leadership und Unternehmertum.

KOMMENTARE
6 Kommentare
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Peter
07.05.2025

Antworten

78% haben schon EINMAL ihre Lieferung verpasst mit "Drei Viertel der Online-Shopper verpassen ihre Pakete " zu überschreiben finde ich aber auch übertrieben sensationell. Na klar. Jeder Kunde möchte gerne individuell beliefert werden. Dafür braucht man keine Studie. Stau und hohes Paketaufkommen sind aber nun einmal Realität. Fahrzeuge gehen kaputt und Fahrer werden krank oder sind in Unfälle verwickelt und warten dann stundenlang auf die Polizei. Zustellfenster sind weit gefasst, WEIL die Kunden sauer sind, wenn es der Fahrer in einem zu klein angegebenen Zeitfenster nicht schafft. Die Fragen, die in der "Studie" gefragt wurden, scheinen mir komisch und irgendweie offensichtlich. Ob die hier (sehr geschickt!) beworbene DODO-Group es tatsächlich besser macht...?
dirk
07.05.2025

Antworten

Tatsächlich gibt es hier bei den üblichen Zustelldiensten viel Licht und viel Schatten. Z.B. funktioniert die Zustellinfo von Paketen bei DHL in der Regel recht gut - es hängt aber auch von der Erfahrenheit des Zustellers ab, gerade bei Neulingen im Job oder neu auf der speziellen Tour- dann kommt es durchaus vor, dass eine Sendung angekündigt ist, sich das Zeitfenster im Laufe des Tages aber immer weiter nach hinten verschiebt, und am Ende gegen 15 oder 16 Uhr kommt dann die Info, dass sich die Zustellung des Pakets aufgrund gewisser Umstände (z.B. Überschreiten der Arbeitszeit, Wetter, Unfall, Stau o.ä.) verschiebt. was natürlich extrem ärgerlich ist, wenn man den ganzen Tag extra zuhause geblieben ist und darauf gewartet hat. Oft völlig unzuverlässig ist dagegen UPS vor allem bei internationalen Sendungen. Oft erfolgt eine erste Zustellankündigung bereits, wenn das Paket am anderen Ende der Welt von UPS angenommen wurde. Dieses Datum kann sich dann im Laufe der Zustellung aber durchaus um 2 Tage verschieben - sowohl nach vorn wie nach hinten. Es kommen auch durchaus Meldungen vor, wie "Das Zustelldatum wird schnellstmöglich mitgeteilt" und plötzlich steht der UPS-Mann vor deiner Tür. Bei GLS dagegen ist ein prognostiziertes Zeitfenster meist reine Spekulation. Teilweise bekommt man schon morgens früh eine Ankügung "in Kürze", sieht aber dass der Fahrer vorher noch 40 andere Ziele anfahren muss. So was braucht auch kein Mensch. Die Krönung war aber kürzlich die Bestellung eines neuen Geschirrspülers auf Palette per Spedition. Auf Amazon war die Lieferung für den 30.04.-02.05. versprochen. Ebenso in der Versandmitteilung am 28.04. Am gleichen Tag abends um 18:00 Uhr kam dann jedoch eine Email mit Ankündigung der Lieferung für den nächsten Morgen am 29.04. ab 9:00 Uhr. Zum Glück war ich zwar zu Hause, musste aber geplante Termine für den Vormittag absagen. Was macht eigentlich jemand, der sich für so eine Lieferung extra einen Tag frei nehmen muss? Eine Spülmaschine kannst du ja schlecht beim Nachbarn abgeben lassen, vor allem keine Lieferung buchstäblich bis zur Bordsteinkante. So sehr ich den schnellen Ersatz meiner defekten Spülmaschine begrüßt habe, so sehr hat mich diese Gedankenlosigkeit des Spediteurs auch geärgert. Dennoch sollten all diejenigen, die sich möglichst kleine Zeitfenster wünschen, die Kirche auch mal im Dorf lassen. In den USA werden Amazon-Sendungen oft einfach VOR der Haustür abgelegt. Fragt sich, ob das die bessere Lösung ist...
ralf
07.05.2025

Antworten

Wie soll sowas funktionieren? Der eine wünscht eine Zustellung morgens um 10 Uhr, der Nachbar neben ihm um 14 Uhr. Soll der Fahrer dann um 10 Uhr erst mal das erste Paket zustellen und dann 4 Stunden später den ganzen Weg zurückfahren um 14 Uhr praktisch noch mal am selben Ort wieder auszuliefern? Und wie verhält sich das wenn 2 Empfänger der selben Strecke die gleiche Uhrzeit möchten, aber 3 Stunden auseinander liegen. Wie das praktisch und logistisch funktionieren soll und wie der Online-Händler drauf Einfluss nehmen kann, entzieht sich völliger Logik. Zumal es ständig irgendwelche Hindernisse gibt, wie Baustellen, Pannen oder ein neuer Fahrer oder Vertretung der die Strecke noch nicht richtig kennt. Es ist noch nicht mal zu 100 % möglich, den Tag genau zu bestimmen. Die einzige Möglich wäre, jedes einzelne Paket einzeln mit dafür eigens zugewiesen Fahrzeug samt Fahrer zu transportieren. Mal davon abgesehen welche Umweltbelastung dies wäre.
cf
08.05.2025
Na ja, man könnte sich ein Beispiel an der Tourenplanung der App "Picknik" nehmen, die Lebensmittel liefern. Man bekommt die geplanten Touren angezeigt und kann dann den Tag und Zeitrahmen auswählen wann die Lieferung erfolgen soll. Das ist aus Verbrauchersicht klasse und scheint offenbar gut zu funktionieren (soll keine Werbung für diesen Anbieter darstellen, sondern nur als positives Beispiel dienen).
Georg Pischke
07.05.2025

Antworten

Na klar, Der Kunde wünscht und wünscht und wünscht. Der Kunde ist König, und der Versand soll kostenlos sein. Da muß sich im Anspruchsdenken der Kunden etwas ändern, und die Versandpreise sollten auch ein vernünftiges Nievau erreichen. Kundschaft ist arrogant.
cf
07.05.2025

Antworten

Erlebe ich selber regelmäßig - Shop versendet per UPS oder dpd, man erhält eine Mail "Paket kommt morgen zwischen 14 und 16 Uhr" und plant die Zeit ein. Am nächsten Morgen kommt eine Mail "Wir kommen früher zwischen 9 und 11 Uhr". Man plant um und wer kommt nicht? Der Paketdienst. Dann kommt plötzlich eine Mail "aufgrund von Stau kommt es zu Verzögerung und wir kommen morgen"...Dabei ließe sich das ganze sooo leicht regeln: Schluss mit dem Datenschutzgedöns, so dass die E-Mail Adressen von allen Kunden erstmal an die Paketdienstleister weitergegeben werden dürfen. Diese dann verpflichten, dass sie den Kunden eine einfache Möglichkeit bieten müssen die Lieferung anzupassen. Mindestens verpflichtend "Packstation (alle Logistiker), Ablageort, an Nachbar, anderer Tag mit Zeitraumauswahl".