Kritik an KEP-Branche: Ver.di fordert Verbot von Subunternehmen

Veröffentlicht: 26.11.2025
imgAktualisierung: 26.11.2025
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 0 Min.
26.11.2025
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Lieferfahrer an Transporterladefläche mit vielen Paketen
Gorodenkoff / Depositphotos.com
Beschäftigte in der KEP-Branche leiden unter Belastung, Stress und Rechtsverstößen. Ver.di fordert ein Verbot von Subunternehmen.


Die Arbeitsbedingungen in der Kurier-, Express- und Paketbranche (KEP) stehen in der Kritik: Laut einer Befragung von rund 3.000 Beschäftigten, durchgeführt von Input Consulting und der Gewerkschaft Ver.di, erreicht die Branche lediglich einen Index-Wert von 40 Punkten – deutlich schlechter als der Durchschnitt der Gesamtwirtschaft mit 65 Punkten. Besonders belastend empfinden die Zusteller ihre schwere körperliche Arbeit, den hohen Stress und die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken. Ver.di fordert deshalb unter anderem eine gesetzliche 20-Kilo-Grenze für Pakete in der Ein-Personen-Zustellung.

Verbot von Subunternehmen gefordert

Ein zentrales Problem ist der Einsatz von Subunternehmen, in denen es häufig zu Arbeitsrechtsverstößen kommt, etwa bei Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall oder unbezahlten Überstunden. Tarifgebundene Betriebe mit Betriebsrat schneiden dagegen besser ab, zahlen im Schnitt 500 Euro mehr im Monat und bieten kürzere Arbeitszeiten.

Andrea Kocsis, stellvertretende Ver.di-Vorsitzende, hat deshalb eine klare Forderung: „Es ist höchste Zeit für ein gesetzliches Verbot von Subunternehmen in der Paketbranche, um prekäre Arbeitsbedingungen, Ausbeutung und illegale Beschäftigung wirksam zu bekämpfen.“ Besonders weit verbreitet seien Verstöße gegen Höchstarbeitszeitgrenzen, die Nichtvergütung von Mehrarbeit, zu spät ausgezahlter Lohn und die Praxis, Löhne unrechtmäßig einzubehalten.

Veröffentlicht: 26.11.2025
img Letzte Aktualisierung: 26.11.2025
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
3 Kommentare
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Frank2
27.11.2025

Antworten

mE wäre ein Komplettes Verbot von Subunternehmern sinnfrei, da es aufgrund div. Situationen wie Urlaub, regionalen Krankheitswellen oder div. Ramschtage im Onlinehandel zu Ausfällen bzw. Versandspitzen kommt die irgendwie abgearbeitet werden müssen. Daher wäre ein max. Anteil von z.B. 5% Subunternehmer sinnvoll. Oder aber Subunternehmer müssen Ihren Fahrern den gleichen Lohn und die gleiche Arbeitszeit bieten wie der Paketdienst für den die gerade Fahren.....
KI
27.11.2025

Antworten

Meinung: Ver.di kann doch ruhig wieder den Hammer raus holen und alle Paketdienstleister ab Black Friday bis zum 23.Dezember streiken lassen. Das ist doch sonst auch die Masche - alle schädigen und erpressen, gegen einander ausspielen - vom kleinen Online Händler bis zum Kunden der nur seine Geschenke kaufen möchte. Ansonsten hat Ver.di aber auch keine Berechtigung. Irgendwie muß den Arbeitnehmern doch auch der Beitrag aus der Lohntüte gezogen werden.
Frank2
27.11.2025
Aber der Onlinehändler darf ohne Ende verdienen? Wenn ich als pot. Kunde irgendwo hinfahre und Kaufe in einem Geschäft meine sachen komme ich dort in der Regel auch nicht umsonst dorthin.