Die Arbeitsbedingungen in der Kurier-, Express- und Paketbranche (KEP) stehen in der Kritik: Laut einer Befragung von rund 3.000 Beschäftigten, durchgeführt von Input Consulting und der Gewerkschaft Ver.di, erreicht die Branche lediglich einen Index-Wert von 40 Punkten – deutlich schlechter als der Durchschnitt der Gesamtwirtschaft mit 65 Punkten. Besonders belastend empfinden die Zusteller ihre schwere körperliche Arbeit, den hohen Stress und die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken. Ver.di fordert deshalb unter anderem eine gesetzliche 20-Kilo-Grenze für Pakete in der Ein-Personen-Zustellung.
Verbot von Subunternehmen gefordert
Ein zentrales Problem ist der Einsatz von Subunternehmen, in denen es häufig zu Arbeitsrechtsverstößen kommt, etwa bei Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall oder unbezahlten Überstunden. Tarifgebundene Betriebe mit Betriebsrat schneiden dagegen besser ab, zahlen im Schnitt 500 Euro mehr im Monat und bieten kürzere Arbeitszeiten.
Andrea Kocsis, stellvertretende Ver.di-Vorsitzende, hat deshalb eine klare Forderung: „Es ist höchste Zeit für ein gesetzliches Verbot von Subunternehmen in der Paketbranche, um prekäre Arbeitsbedingungen, Ausbeutung und illegale Beschäftigung wirksam zu bekämpfen.“ Besonders weit verbreitet seien Verstöße gegen Höchstarbeitszeitgrenzen, die Nichtvergütung von Mehrarbeit, zu spät ausgezahlter Lohn und die Praxis, Löhne unrechtmäßig einzubehalten.
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