Hermes Germany hatte bereits zu Beginn des Jahres einen tiefgreifenden Veränderungsprozess mit dem Namen „Full Potential Plan“ angekündigt. Wie es damals hieß, sollen bis zu 850 Stellen gestrichen werden. Nun hat die Gewerkschaft Verdi bestätigt, dass man mit dem Konzern einen Interessenausgleich und vier Sozialpläne ausgearbeitet hat. Außerdem sollen nach heutigem Stand rund 700 Arbeitsplätze – vom Fahrpersonal über die Beschäftigten der Lagerlogistik bis hin zu kaufmännischen Angestellten – der Umstrukturierung zum Opfer fallen.
Im Zuge des Stellenabbaus wird auch die Eigenzustellung komplett eingestellt und fremdvergeben. Eigenzustellung bedeutet, dass Pakete von Zustellern geliefert werden, die direkt bei Hermes – und nicht bei externen Partnern oder Subunternehmen – fest angestellt sind. Diese macht aktuell zwar nur weniger als fünf Prozent aus, dennoch kritisiert Verdi den Schritt massiv. „Wir halten diesen Weg für grundverkehrt und sind weiterhin davon überzeugt, dass ein Unternehmen mit Eigenzustellung und starker Marktpräsenz bessere Chancen auf nachhaltigen Erfolg hat“, betont Lars-Uwe Rieck, Hamburgs Verdi-Landesfachbereichsleiter.
Ebenfalls wegfallen werden in Zukunft die Servicetouren, bei denen Paketshops abgefahren werden. Auch hier wird der Logistiker in Zukunft komplett auf externe Unternehmen setzen.
Verdi sieht Vereinbarung lediglich als Kompromiss
Laut der Gewerkschaft konnte man sich mit Hermes auf einen sozialverträglichen Plan einigen, bei dem alle betroffenen Mitarbeiter entweder zwischen einem Alternativarbeitsplatz oder einer Abfindung wählen können. Verdi betont aber auch: „Klar ist: Der Druck auf die verbleibenden Kolleg*innen wird steigen. Wenn mit weniger Personal gleiche oder bessere Ergebnisse erzielt werden sollen, bleibt das nicht aus.“
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