Kritik: DHL streicht Tausende Stellen – Dauern Briefe und Pakete jetzt noch länger?

Veröffentlicht: 18.07.2025
imgAktualisierung: 18.07.2025
Geschrieben von: Redaktion
Lesezeit: ca. 2 Min.
18.07.2025
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DHL-Transporter
aapsky / Depositphotos.com
Beim Logistiker wurden in den vergangenen Monaten 8.000 Stellen gestrichen. Führt der Stellenabbau jetzt zu noch mehr Lieferproblemen?


Das nationale Brief- und Paketgeschäft bei der DHL Group scheint derzeit massiv unter Druck zu stehen. Zahlreiche Berichte aus ganz Deutschland und verschiedene Forenbeiträge von Händlern zeigen ein eindeutiges Bild: Aktuell kommt es bei der Zustellung teilweise zu massiven Verzögerungen. Aus verschiedenen Teilen Deutschlands kam es in den vergangenen Wochen immer wieder zu Meldungen über die Probleme.

Trotz dieser Schwierigkeiten treibt die DHL den geplanten Stellenabbau mit Rekordgeschwindigkeit weiter voran. Im März gab der Logistiker bekannt, hierzulande 8.000 Stellen im Brief- und Paketgeschäft streichen zu wollen. Ursprünglich wollte man sich damit bis Ende des Jahres Zeit lassen. Nun soll der Abbau laut einem Bereich von Verdi bereits abgeschlossen sein. Das erklärte Nikola Hagleitner, Vorständin Post & Paket Deutschland, gegenüber der Gewerkschaft.

Verdi fordert Rücknahme der Personalkürzungen

Verdi kritisiert vor allem die Tatsache, dass die Personalkürzungen nicht an Standorten mit rückläufigen Sendungsmengen vorgenommen wurden, sondern vornehmlich dort, wo es organisatorisch am einfachsten abzuwickeln sei und eine natürliche Fluktuation den Abbau vereinfacht. Und das betrifft dann auch Regionen, in denen die DHL ohnehin schon mit einem Personalmangel zu kämpfen hat.

„In der Folge wird häufig gegen Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen verstoßen, weil die Sendungsmengen trotz Personalengpässen bewältigt werden sollen“, schreibt Verdi dazu. „Zusteller*innen werden einer permanenten Überlastungssituation ausgesetzt, manche Zustellgebiete werden vernachlässigt. Beides führt zu erheblichen Qualitätsproblemen – in einigen Regionen sind die Zustellquoten wochenlang unterirdisch schlecht.“

Deswegen fordert die Gewerkschaft nun auch vehement eine Rücknahme der Personalkürzungen. Stattdessen sollte die DHL Group mehr Personal in der Zustellung beschäftigen, um nicht nur die aktuellen Mitarbeiter zu entlasten, sondern auch eine bessere Qualität in der Sendungszustellung zu gewährleisten.

Weihnachtsgeschäft in Gefahr?

Dass es bereits in den Sommermonaten vielerorts zu erheblichen Verspätungen bei den Paketzustellungen kommt, lässt deutsche Händler mit Sorge auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft blicken. In den Monaten November und Dezember erreichen die deutschen Paketdienste regelmäßig Spitzenwerte an Sendungsmengen, lange Lieferzeiten können sich die Händler bei der hohen Konkurrenz aber kaum leisten. Zusätzlich verärgert die DHL-Kunden der neue Peak-in-Peak-Zuschlag, der neben dem eigentlichen Peak-Zuschlag in den Monaten November und Dezember für zwei Wochen rund um den Black Friday erhoben wird. Laut DHL soll die Extra-Gebühr dazu dienen, rund um die Aktionstage weiterhin eine gute Qualität bei der Zustellung zu gewährleisten und zusätzliches Personal zu beschäftigen. 

Dass nun von der DHL aber bewusst 8.000 Arbeitskräfte gestrichen wurden, verschärft die Situation zusätzlich und lässt viele Händler zweifeln, ob sich an den aktuell schlechten Zustellzeiten tatsächlich etwas ändern wird.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 18.07.2025
img Letzte Aktualisierung: 18.07.2025
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KOMMENTARE
8 Kommentare
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Frank Hofmann
25.07.2025

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Ware in Norddeutschland bestellt, Zielregion Rhein-Main. Laufzeit 7 Werktage! Grund: Personalmangel und Überlastung der Paketzentren weil dank Internethandel es ständig mehr Versandgut statt weniger gibt. Es sind aber nun weniger Arbeiter in den Paketzentren da, die das alles mit der Hand vom Fliessband der Sortieranlagen in die LKW verladen und umgekehrt. Ware aus Österreich hat 14 Tage gedauert und es lag an DHL!
oejendorfer
22.07.2025

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auch bei uns im Hamburger Raum gibt es Zustell Probleme. Scheinbar arbeiten die Postboten am Sonnabend und Montag nicht mehr. Wir haben Versandzeiten im Großraum Hamburg von 12 Werktagen ( nach Bayern geht es schneller.) Wir haben den Eindruck, das der Mehrheitsaktionär, der Bund/Bundesregierung das Verhalten der Post/DHL sche... egal ist! Und da wundern sie sich über die Wahlergebnisse. tschüss
Frohnbachtaler Edelbrände
21.07.2025

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natürlich m u s s DHL Leute entlassen. Warum ? Damit man im Weihnachtsgeschäft noch höhere Gebühren verlangen kann, weil man Aushilfen einstellen m u s s! Vielleicht werden ja auch die entlassenen Arbeitskräfte dann für das Weihnachtsgechäft als Aushilfen eingestellt. DHL weiß, wie Gewinnmaximierung auf Kosten der Arbeitnehmer und Kunden geht. Problem ist nur: Wohin wechseln. Man kommt ja vom Regen in die Traufe (eigene Erfahrung mit DPD und Hermes)
doro
21.07.2025

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Nicht nur die Zustellung, auch die Abholung funktioniert inzwischen nicht mehr zuverlässig. Immer wieder taucht tageweise einfach kein Abholer auf. Begründung von DHL: personelle Engpässe. Sämtliche Beschwerden versickern in diesem völlig dysfunktionalen Geschäftskundenservice. Es besteht praktisch keine Möglichkeit an einen verantwortlichen Fachbereich zu kommen. Mal gespannt wie lange das noch gut geht...
K.I
21.07.2025

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Meinung: 8.000 Stellen gestrichene Stellern führen natürlich weiter ins Chaos bei DHL. DHL hat schon lange kein Interesse mehr an Service. Oberste Prämisse: Preiserhöhungen! Personalabbau,! Gewinn Optimierung zu Gunsten der Aktionäre und der sogenannten "DHL Manager". Alles auf Kosten der Verbraucher und Händler - traurige Entwicklung die Amazon weiter in die Karten spielt! Uns graust es jetzt schon vor dem Weihnachtsgeschäft mit DHL als unzuverlässigen Versanddienstleister!
Mucki
21.07.2025

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Die verlangen immer mehr Geld und der Service wird immer schlechter, Ich fahre seit Monaten schon Zweigleisig und muss gestehen das ich meine Wahl mit GLS getroffen habe und bisher nicht bereue, da ist zu 95 % die Ware am nächsten Tag da.
Ts
21.07.2025

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Was will man, deutlich mehr Lohn oder einen einigermaßen sicheren Arbeitsplatz? Ärgerlich ist es am Ende für den Kunden, der daran nichts ändern kann..
Schwandt
21.07.2025

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Die Streichungen führen bereits zu erheblichen Verspätungen in Berlin. DHL Pakete im B2B Bereich dauern derzeit mindestens sechs Werktage und das obwohl unser DHL Zusteller uns jeden Tag anfährt. Zustellung im B2C Bereich ist das gleiche zu beobachten.