DHL spart sich reich: Mehr Gewinn bei weniger Umsatz

Veröffentlicht: 05.08.2025
imgAktualisierung: 05.08.2025
Geschrieben von: Redaktion
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Logo DHL und Deutsche Post
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Im zweiten Quartal gab es für den Bonner Logistiker viel Licht und Schatten: Zwar brach der Umsatz ein, der Sparkurs zeigte aber Wirkung.


Die DHL hat jetzt ihre durchwachsenen Geschäftszahlen für das zweite Quartal präsentiert. Beim Umsatz musste das Unternehmen einen deutlichen Rückgang um 3,9 Prozent auf 19,8 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hinnehmen. „Im zweiten Quartal haben Handelskonflikte und geopolitische Auseinandersetzungen zugenommen und die weltwirtschaftliche Dynamik beeinträchtigt“, erklärt DHL-Finanzchefin Melanie Kreis (54) in einer Unternehmensmeldung.

Deutlich besser sieht es hingegen beim Gewinn aus. Hier konnte die DHL überraschend positive Zahlen vermelden. Das operative Ergebnis stieg um 5,7 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro an. Das Wachstum war deutlich stärker als von Analysten erwartet und ist nach Angaben des Bonner Logistikers vor allem auf Kostensenkungen und Preisanpassungen zurückzuführen. Hier wurde speziell das Programm „Fit for Growth“ hervorgehoben, das laut eigener Aussage die Kostenstruktur verbessert haben soll. Besonders von der Gewerkschaft Verdi wurden diese Maßnahmen allerdings scharf kritisiert, in den vergangenen Monaten wurden im Rahmen des Sparkurses 8.000 Stellen abgebaut.

Post & Paket Deutschland: Preissteigerungen treiben das Geschäft

Im Unternehmensbereich Post & Paket Deutschland konnte die DHL Group ihren Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) im ersten Halbjahr des aktuellen Jahres deutlich steigern. Laut Angaben des Konzerns lag dieser bei 447 Millionen Euro – ein Anstieg von 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit Blick auf das abgelaufene Quartal gab es mit 166 Millionen Euro ebenfalls ein Wachstum von 28 Prozent.

Auch beim Umsatz im nationalen Brief- und Paketgeschäft verzeichnete das Unternehmen ein Wachstum: Er stieg um 1,8 Prozent auf rund 8,6 Milliarden Euro. Treibende Faktoren hierfür waren insbesondere das stabile Paketgeschäft, Preissteigerungen sowie Kosteneinsparungen im operativen Bereich.

Ein bedeutender Einflussfaktor auf die positive Umsatzentwicklung war die Portoerhöhung zu Jahresbeginn. Im Durchschnitt verteuerte sich das Briefporto um 10,5 Prozent. Der Preis für einen Standardbrief stieg um 10 Cent auf 95 Cent. Je nach Versandart fielen die Preissteigerungen unterschiedlich aus.

Prognose bestätigt

In den vergangenen Wochen hat die DHL ebenfalls zahlreiche Preisanpassungen vorgenommen – eine Monatspauschale für Geschäftskunden, der GoGreen-Plus-Zuschlag und die Preiserhöhung beim internationalen Paketversand –, die auch in Zukunft sicherstellen sollen, dass der Bonner Konzern schwarze Zahlen schreibt. Auf Grundlage der Ergebnisse aus dem zweiten Quartal wurde nun erneut die Prognose für das Gesamtjahr bestätigt. Die DHL rechnet weiterhin mit einem operativen Ergebnis von mindestens sechs Milliarden Euro.

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Veröffentlicht: 05.08.2025
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KOMMENTARE
12 Kommentare
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Zluschy
02.11.2025

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DHL spart sich reich – und wir sparen uns DHL. Wir sind längst gewechselt und freuen uns über 35 % Ersparnis gegenüber den bisherigen DHL-Konditionen. Keine Ahnung, wie DHL ihre Preise noch rechtfertigen will – bei weniger Service, mehr Zuschlägen und einer Preispolitik, die jeden Mittelständler an der Wirtschaftlichkeit zweifeln lässt. Während in Bonn die Gewinne steigen, weil man Stellen streicht und Grundgebühren erfindet, setzen wir lieber auf Partner, die rechnen können – und liefern, statt nur Bilanzrekorde zu feiern.
Robert
06.08.2025

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DHL scheint das BWL-Lehrbuch deutscher Universitäten wirklich auswendig gelernt zu haben: Personal abbauen, Löhne drücken, Service ignorieren – und die Preise natürlich regelmäßig anheben. Perfekte Strategie! Kundenzufriedenheit? Braucht man offenbar nicht, solange die Zahlen stimmen. Wenn das der Maßstab für erfolgreiche Unternehmensführung ist, dann gute Nacht.
ralf
06.08.2025

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Eins sollte aber DHL bedenken. Höhere Preise bei schlechterem Service verschiebt auch die Meßlatte für andere Versanddienste. Diese könnten ohne eigene Verbesserung oder Preiserhöhung dann mithalten oder gar übertreffen. Letztendlich bedeutet diese Strategie von DHL auch Chancen für die Konkurrenz. Könnte sein, dass immer mehr Schäfchen die Weide verlassen um woanders zu grasen.
dirk
06.08.2025

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Kahlschlag bei Personal und Service-Qualität und gleichzeitig massiv die Preise erhöht - ergo: Mehr Gewinn. Die Händler wissen, wer dafür bezahlt!
TT
06.08.2025

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Ja, DHL, macht nur weiter so. Insbesondere, wenn dann die monatliche Grundgebühr kommt, wechsel ich zu DPD.
Udo
06.08.2025
Ja, genau das habe ich vor einigen Wochen gemacht. Top Preise und nach ca 250 Paketen noch keine Probleme gehabt. 90 % werden am nächsten Werktag zugestellt
Michel
06.08.2025

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ja dementsprechend ist der Service alles in allem auch Grottenschlecht geworden!
Rommi
06.08.2025

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Preise rauf, Service steil runter. Aber man sieht sich immer zweimal im Leben. Es wird sich rächen.
K.I
05.08.2025

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Meinung: da kann sich niemand von DHL auf die Schulter klopfen! BLAMAGE! 8000 Mitarbeiter arbeitslos gemacht und den Onlinehändlern das Geld durch Preiserhöhungen aus der Tasche gezogen! Nennen die sich tatsächlich Manager bei diesen ganzen hilflosen Aktionen? Verkauft das Unternehmen an eine Firma die fair sind und zusammen mit Personal und Kunden (Händlern) arbeiten wollen! Umsatzverluste bei stetig steigenden Versandaufkommen im Onlinehandel sollte den nicht Managern zu denken geben falls die das überhaupt....
H.B.
05.08.2025

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Das schafft man nur indem man völlig ungeniert und skrupellos die Preise anhebt, immer wieder neue Gebühren erfindet und die Qualität seiner Arbeit runterschraubt
JK
06.08.2025
Absolut zu 100 % auch unsere Meinung!
cf
05.08.2025

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Applaus: DHL fähr Milliardengewinne ein und die kleinen Versender gehen von den ganzen Kostensteigerungen bald pleite. Das wäre mal eine schöne Kennzahl für die Überarbeitung der CSRD: Nachhaltigkeit in Bezug auf die Herkunft der Gewinne und die Gewinnverwendung. Aber da sähe es für so einige Großkonzerne dann nicht mehr so gut aus...