Es ist nur ein kleines Projekt – doch dieses könnte sich womöglich gravierend auf künftige Prozesse auswirken: Die DHL führt derzeit eine Umfrage durch, bei der neue Versandbedingungen abgeklopft werden.

Konkret werden Kundinnen und Kunden unter anderem befragt, welcher Faktor ihnen beim Versand am wichtigsten ist: geringe bzw. keine Versandkosten, die Haustürzustellung oder eine schnelle Lieferung. In einem weiteren Schritt erkundigt sich der Paketdienst außerdem, ob sie bereit wären, längere Lieferzeiten zu akzeptieren, wenn sie dafür bei den Versandkosten sparen können.

Sind mehr als 5 Tage Lieferzeit okay?

Wie lange eine Zustellung im Zuge einer solchen verlängerten Versanddauer genau dauert, wird dabei zunächst nicht konkretisiert. Erst wenn man einer potenziell späteren Zustellung zustimmt, sollen die Kundinnen und Kunden angeben, wie lange es maximal dauern darf – hier kann aus Antwortmöglichkeiten zwischen zwei und mehr als fünf Tagen gewählt werden.

Dem Konzern geht es als mutmaßlich darum, mehr über die Akzeptanz neuer Zustellbedingungen herauszufinden. Das lässt dem Branchendienst Paketda zufolge vermuten, „dass DHL über neue Preismodelle und flexiblere Lieferzeiten nachdenkt“.

Zustellorte und Versanddauer – Welche Kriterien sind Kunden wichtig?

Um weitere Einzelheiten über die Bedarfe und Wünsche der Kundschaft herauszufinden, werden die Teilnehmenden dazu aufgerufen, verschiedene Aspekte der Zustellung nach ihrer Wichtigkeit zu sortieren. Wie sich einem beigefügten Screenshot bei Paketda entnehmen lässt, stehen dabei neben der Versanddauer insbesondere die Zustellorte im Fokus und sollen entsprechend eingestuft werden:

  • Beibehaltung der aktuellen Versanddauer
  • Erreichbarkeit eines alternativen Zustellortes
  • Möglichkeit, einen Zustellort selbst festzulegen
  • Möglichkeit, eine Haustürzustellung gegen einen Aufpreis zu buchen
  • Möglichkeit, alternative Zustellorte künftig auszuschließen

Sind zeitnah Umwälzungen zu erwarten?

Dass sich im Bereich Logistik etwas drehen muss – und seit einigen Jahren schon tut –, ist offensichtlich. Die Zustellung von Paketen an die Haustüren der einzelnen Kundinnen und Kunden ist teuer. Jede Anpassung, wie etwa Bündelung von Sendungen oder die Lieferung an Packstationen, können potenziell Kosten sparen und erscheinen attraktiv.

Die aktuelle Umfrage wird daher als „Instrument der frühen Marktanalyse“ eingestuft, mit dem der Logistikriese DHL einen Vorstoß startet, die Flexibilität der Verbraucherinnen und Verbraucher abzuschätzen – inklusive möglicher Einschränkungen im Service, die damit in der Zukunft einhergehen könnten. Auf der anderen Seite könnten sich neue Zustellstrukturen aber auch positiv auf den Geldbeutel auswirken, wodurch abgewogen werden muss, wo die Schmerzpunkte am größten oder gar überschritten sind.

Sollte die DHL hier neue Optionen gewähren, müssten Händlerinnen und Händler wiederum überlegen, ob und in welchem Maße sie potenzielle Einsparungen an die Kundschaft weitergeben und neue Versandoptionen auch in den Shops hinterlegen.

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