DHL: Geringere Kosten gegen längere Lieferzeit – Kommen neue Preismodelle?

Veröffentlicht: 28.07.2025
imgAktualisierung: 28.07.2025
Geschrieben von: Tina Plewinski
Lesezeit: ca. 2 Min.
28.07.2025
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ca. 2 Min.
Lieferung von Paketen: Fahrzeug der Deutschen Post DHL an einer Paketstation
chrissi / Depositphotos.com
Bei der DHL könnten sich neue Preisstrukturen anbahnen. Hinter dieser Vermutung steht eine neue Umfrage des Logistikers.


Es ist nur ein kleines Projekt – doch dieses könnte sich womöglich gravierend auf künftige Prozesse auswirken: Die DHL führt derzeit eine Umfrage durch, bei der neue Versandbedingungen abgeklopft werden.

Konkret werden Kundinnen und Kunden unter anderem befragt, welcher Faktor ihnen beim Versand am wichtigsten ist: geringe bzw. keine Versandkosten, die Haustürzustellung oder eine schnelle Lieferung. In einem weiteren Schritt erkundigt sich der Paketdienst außerdem, ob sie bereit wären, längere Lieferzeiten zu akzeptieren, wenn sie dafür bei den Versandkosten sparen können.

Sind mehr als 5 Tage Lieferzeit okay?

Wie lange eine Zustellung im Zuge einer solchen verlängerten Versanddauer genau dauert, wird dabei zunächst nicht konkretisiert. Erst wenn man einer potenziell späteren Zustellung zustimmt, sollen die Kundinnen und Kunden angeben, wie lange es maximal dauern darf – hier kann aus Antwortmöglichkeiten zwischen zwei und mehr als fünf Tagen gewählt werden.

Dem Konzern geht es als mutmaßlich darum, mehr über die Akzeptanz neuer Zustellbedingungen herauszufinden. Das lässt dem Branchendienst Paketda zufolge vermuten, „dass DHL über neue Preismodelle und flexiblere Lieferzeiten nachdenkt“.

Zustellorte und Versanddauer – Welche Kriterien sind Kunden wichtig?

Um weitere Einzelheiten über die Bedarfe und Wünsche der Kundschaft herauszufinden, werden die Teilnehmenden dazu aufgerufen, verschiedene Aspekte der Zustellung nach ihrer Wichtigkeit zu sortieren. Wie sich einem beigefügten Screenshot bei Paketda entnehmen lässt, stehen dabei neben der Versanddauer insbesondere die Zustellorte im Fokus und sollen entsprechend eingestuft werden:

  • Beibehaltung der aktuellen Versanddauer
  • Erreichbarkeit eines alternativen Zustellortes
  • Möglichkeit, einen Zustellort selbst festzulegen
  • Möglichkeit, eine Haustürzustellung gegen einen Aufpreis zu buchen
  • Möglichkeit, alternative Zustellorte künftig auszuschließen

Sind zeitnah Umwälzungen zu erwarten?

Dass sich im Bereich Logistik etwas drehen muss – und seit einigen Jahren schon tut –, ist offensichtlich. Die Zustellung von Paketen an die Haustüren der einzelnen Kundinnen und Kunden ist teuer. Jede Anpassung, wie etwa Bündelung von Sendungen oder die Lieferung an Packstationen, können potenziell Kosten sparen und erscheinen attraktiv.

Die aktuelle Umfrage wird daher als „Instrument der frühen Marktanalyse“ eingestuft, mit dem der Logistikriese DHL einen Vorstoß startet, die Flexibilität der Verbraucherinnen und Verbraucher abzuschätzen – inklusive möglicher Einschränkungen im Service, die damit in der Zukunft einhergehen könnten. Auf der anderen Seite könnten sich neue Zustellstrukturen aber auch positiv auf den Geldbeutel auswirken, wodurch abgewogen werden muss, wo die Schmerzpunkte am größten oder gar überschritten sind.

Sollte die DHL hier neue Optionen gewähren, müssten Händlerinnen und Händler wiederum überlegen, ob und in welchem Maße sie potenzielle Einsparungen an die Kundschaft weitergeben und neue Versandoptionen auch in den Shops hinterlegen.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 28.07.2025
img Letzte Aktualisierung: 28.07.2025
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Tina Plewinski

Tina Plewinski

Tina fokussiert sich auf Amazon, Marketingstrategien und digitale Plattformen – inklusive der Schattenseiten wie Online-Kriminalität.

KOMMENTARE
10 Kommentare
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anja
31.07.2025

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echt "spannend", welche ausreden sich die Leute einfallen lassen, um nicht zugeben zu müssen, daß der "Laden" trotz mehrfacher Preiserhöhungen und Serviceabbau sich nicht mehr rechnet. Dann wird sicherlich zuerst mal der Preis erneut angehoben, um für langsame Lieferungen dann "günstigere" Preise anzubieten, die bei den jetzigen "normalen" liegen oder sogar drüber. Die sollte necht in die Politik gehen. Da wird genauso ein Blödsinn zusammengestammelt.
cf
30.07.2025

Antworten

Vielleicht wäre es ja eine Idee eigene Lagerkosten zu sparen, wenn DHL die Ware künftig 2-3 Wochen vorhält, könnte man Übervorräte einfach per DHL für ein paar Euro an sich selber schicken und hat erstmal 2-3 Wochen den Platz im Lager frei :-)
Genervter DHL Geschäftskunde
29.07.2025

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Wielange sind die Pakete dann unterwegs - 2 Wochen?? Das ist ja eine Lachnummer! Der immer teurere DHL Paketversand ist jetzt schon eine Zumutung, eine Woche unterwegs ist keine seltenheit mehr - sondern zum Standard geworden! Einfach Unterirdisch!
S. Hochmuth
29.07.2025

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Da bin ich ja mal gespannt. Solange weitere Versandeinstellungen das System nicht durcheinander bringen und der Kunde am Ende einfach nur mehr Möglichkeiten ohne negative Auswirkungen hat, hört sich das ja erst mal ziemlich gut an. Es entscheidet der Preis und die Akzeptanz meiner eigenen Kunde, ob so etwas gebraucht wird.
K.I
29.07.2025

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Meinung: Logistik-Offensive: Amazon baut taggleiche Lieferung aus: Amazon will die taggleiche Lieferung europaweit ausbauen – mit neuen Logistikzentren, KI-gestützter Sortierung und längeren Bestellzeiten. Da ist DHL ja wieder einmal auf dem richtigen Weg um noch mehr Online Shopper auf die Amazon Plattform zu leiten! Herzlichen Dank!
Laura
29.07.2025

Antworten

Ja klar noch teurer als es jetzt schon ist, nicht mehr lange dann ist es als Geschäftspartner teurer als für jeden Online. So langsam reicht es und ich frage mich was für absurde Sachen da noch folgen werden ???
cf
29.07.2025

Antworten

Wir überlegen, ob wir ein Ladenlokal eröffnen, denn der ganze Service der Versanddienstleister geht langsam den Bach runter. Da muss man ja schon aufgrund von Risikoabwägungen wieder über stationäre Läden nachdenken - zumal die Pacht eines kleinen Ladens mittlerweile ja günstiger ist als ein Paket zu versenden.... DHL könnte ja überlegen, ob sie die Zustellung nicht komplett einstellen und künftig nur noch ihre Namen tanzen.
Andreas
28.07.2025

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Welche potentielle Einsparung ? Falls das dann so kommen sollte wird der geringste Service zum aktuellen Preis angeboten werden, jeder zusätzliche Service wird aufpreispflichtig sein. Kein Versanddienstleister wird irgendwelche Preise reduzieren.
Frank2
28.07.2025

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Nennt das Projekt doch back to the Future, 1970 hat ein paket von kiel nach stuttgart ca. Eine woche gebraucht. Der Onlinehandel und die deutsche Wirtschaft leben von Geschwindigkeit auch wenn so mancher theoretisch nicht alles gleich gestern braucht. Wer nicht auf Geschwindigkeit verzichten will geht zu amazon, ergo kein geld für deutsche händler, DHL und keine Steuereinnahmen. Alles das um geld zu sparen? Da hatvwohl einer bei DHL noch nicht kappiert das das Geld mit zuverlässiger und schneller Lieferung verdient wird und Lagerung von Paketen in containern, Hallen und zugwagons nur geld kostet....
anja
31.07.2025
Na ja, dafür hat es aber die Preise von heute auch nur in DM gekostet ;)