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Deutsche Post unter Druck: Bund prüft Ende der Umsatzsteuerbefreiung

Veröffentlicht: 06.07.2026
imgAktualisierung: 06.07.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
06.07.2026
img 06.07.2026
ca. 2 Min.
Post-Briefkasten
Oleksandr_UA / Depositphotos.com
Der Bund will die Umsatzsteuerbefreiung für Geschäftskundenpost der Deutschen Post streichen. Der Konzern wehrt sich.


Die Deutsche Post könnte einen Teil ihres steuerlichen Sonderstatus verlieren. Ein Entwurf aus dem Bundeswirtschaftsministerium sieht vor, dass Sendungen gewerblicher Kunden künftig nicht mehr von der Umsatzsteuer befreit sein sollen. Für Online-Händler:innen, die regelmäßig Geschäftspost über die Post abwickeln, könnte das mittelfristig Auswirkungen auf die Kostenstruktur haben.

Gleiche Bedingungen im Briefmarkt

Betroffen wären laut dem Entwurf Sendungen von gewerblichen Kunden, die von der Post angenommen und befördert werden. Der Vorschlag ist Teil einer länger laufenden Debatte über einheitliche Wettbewerbsbedingungen im deutschen Briefmarkt. Grundlage für die bisherige Steuerbefreiung sind die Regelungen des Postgesetzes, die nun geändert werden sollen – zuständig dafür ist das Wirtschaftsministerium.

Die Deutsche Post ist als Universaldienstleister verpflichtet, eine flächendeckende Versorgung mit Brief- und Paketdiensten sicherzustellen. Dazu zählen unter anderem die Zustellung in allen Regionen Deutschlands, der Betrieb von Briefkästen und ein eigenes Filialnetz. Auf dieser Grundlage gilt bislang eine umsatzsteuerliche Ausnahmeregelung.

Post verweist auf EU-Recht, Ministerium widerspricht

Die Post lehnt die Pläne ab und begründet dies mit europarechtlichen Vorgaben. Nach ihrer Auffassung gehöre auch die Beförderung von Geschäftskundenpost zum Universaldienst. Ein Sprecher des Konzerns erklärte, das Unternehmen erbringe als einziger Anbieter in Deutschland den vollständigen Universaldienst mit eigener Infrastruktur und falle deshalb unter die Steuerbefreiung.

Das Bundesfinanzministerium sieht das anders: Der Europäische Gerichtshof habe klargestellt, dass nur Leistungen unter den Universaldienst fallen, die grundlegenden Bedürfnissen der Bevölkerung entsprechen. Geschäftskundenpost werde dagegen von Privatkunden faktisch nicht genutzt und entspreche eher besonderen wirtschaftlichen Bedürfnissen. Nach Schätzung des Ministeriums würde eine Änderung dem Staat Mehreinnahmen von rund 115 Millionen Euro jährlich bringen, so der Spiegel. Andere Berechnungen des Wirtschaftsministeriums gehen von Einnahmen in dreistelliger Millionenhöhe aus – wie groß der tatsächliche Effekt wäre, wird unterschiedlich bewertet.

Wettbewerber fordern seit Jahren Gleichbehandlung

Alternative Briefdienstleister unterstützen laut Verkehrsrundschau den Vorstoß. Sie kritisieren seit längerem, dass die Umsatzsteuerbefreiung der Post einen Wettbewerbsvorteil gegenüber privaten Anbietern verschafft, besonders im Geschäftskundengeschäft. Auch die Monopolkommission hatte bereits ein Ende der Steuerbefreiung bei Geschäftskundenbriefen gefordert. Eine ähnliche Reform hatte schon die Vorgängerregierung diskutiert, war damals aber nicht umgesetzt worden.

Über die steuerliche Frage hinaus geht es um die künftige Wettbewerbsordnung im Briefmarkt: mögliche Preisänderungen für Geschäftskunden, veränderte Rahmenbedingungen für alternative Anbieter und die Frage, wie die postalische Grundversorgung in Deutschland künftig organisiert wird.

Artikelbild: https://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 06.07.2026
img Letzte Aktualisierung: 06.07.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
5 Kommentare
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Alexander
07.07.2026

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Die einzigen die das treffen würde sind Kleinunternehmer ohne Vorsteuerabzugsberechtigung. Alle anderen Geschäftstreibenden können sich die Vorsteuer doch zurück holen. Wie genau kommen die darauf, dass es also zu höheren Steuereinahmen kommen würde? Und private Post würde das doch nicht betreffen.
Swen
07.07.2026

Antworten

Warum geht unsere Regierung nicht mal in die andere Richtung und schaut nach China. Dort gibt es Staatliche Subventionen für Export‑Kleinsendungen. Dann könnte man mal den Spieß umdrehen und China mit ein Euro-Artikeln fluten .... O.K. sagen wir mit 2-3 Euro Artikeln, dann aber Made in Germany ... und wir reden dann hier über Versandkosten von 20 bis 60 Cent (inkl Steuer)
Tobias
07.07.2026

Antworten

@CF selten so einen BS gelesen - der Staat macht sich nicht die Tasche voll sondern gibt das Geld ja wieder aus (und zwar sogar mehr als er einnimmt). Damit stützt er einen großen Teil der Wirtschaft - einfach mal Informieren wie viel Anteil des BIP aus Staatsausgeben stammt . Kleiner Spoiler es dürfet so bei der Hälfte liegen....
KI
07.07.2026

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Meinung: das ist der Post / DHL total egal! dann werden einfach die Preise wie immer weiter angehoben! DHL will die Post doch seit langer Zeit nicht mehr haben und ist immer nur am weinen!
cf
07.07.2026

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Meinung: Ich finde es nahezu beeindruckend wie kreativ unsere aktuelle Bundesregierung bei der Geldbeschaffung ist. Unter dem Deckmantel der "einheitliche Wettbewerbsbedingungen und wirtschaftlichen Stabilisierung" werden hunderte von Milliarden aus den Bürgern und Unternehmen herausgepresst und dann für Dinge ausgegeben, deren Mehrwert aus meiner Sicht nicht nachgewiesen ist/wird. Die Rechnung ist dabei so einfach: Je mehr Geld sich der Staat in die Tasche stopft, desto weniger bleibt im Umlauf und umso schlechter läuft die Wirtschaft, da es zum einkaufen fehlt. Gleichzeitig wird mit dem Finger auf Länder gezeigt, in denen Autokraten sich die Taschen vollmachen und ein schönes Leben führen, während die Bevölkerung hungert. Nicht mehr lange und bei uns ist das nicht anders - besonders die Rentner, die ünftig fast unter dem Existenzminimum auskommen müssen. Aber wenn man 50 Jahre gearbeitet hat, dann darf man gerne auch schnell sterben um die Sozialkassen nicht zu belasten, oder was? Dann lasst doch wenigstens die Sterbehilfe zu, damit sich die Menschen zumindest einen allerletzten Rest Würde bewahren können.