Deutsche Post: Briefporto und Paketpreise steigen um bis zu 10,5 Prozent

Veröffentlicht: 26.09.2024
imgAktualisierung: 26.09.2024
Geschrieben von: Hanna Behn
Lesezeit: ca. 2 Min.
26.09.2024
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Briefkästen der Deutschen Post
Oleksandr_UA / Depositphotos.com
Ab 2025 darf der Bonner Logistiker die Preise für die Brief- und Paketbeförderung anheben. Die Bundesnetzagentur gab jetzt die Erhöhungsspielräume bekannt.


Im kommenden Jahr wird der Brief- und Paketversand wieder teurer: Die Bundesnetzagentur veröffentlichte jetzt die durchschnittlichen Erhöhungsmöglichkeiten, die sie der Deutschen Post erlauben will. 

Bundesnetzagentur reagiert auf Sendungsrückgang

Erstmals hat die Bundesbehörde das Portoverfahren nach den Vorgaben des neuen Postgesetzes durchgeführt. Dadurch gibt es nun drei Bereiche („Körbe“), in denen der Bonner Logistiker seine Beförderungsentgelte erhöhen darf: Die Preise für Briefe dürfen bis zu 10,48 steigen. Derselbe Spielraum wird für Geschäftspost gewährt. Pakete für Privatkunden dürfen im Schnitt um 7,21 Prozent steigen.

„Wie die Post die Spielräume bei der Preissetzung für die konkreten Produkte innerhalb der drei Körbe nutzt, obliegt der unternehmerischen Entscheidung“, erklärt die Bundesnetzagentur. So sei es zumindest möglich, dass die Preise einzelner Produkte stärker und andere wiederum schwächer angehoben werden.

Die Behörde begründete die neuen Änderungsspielräume unter anderem mit erheblichen prognostizierten Rückgängen bei den Sendungsmengen im Privatkundenbereich. Die Brief- und Geschäftspost ging um 7 Prozent zurück, bei Paketen waren es gut 3 Prozent weniger.

Deutsche Post: Erhöhungsspielraum ist „schwer nachzuvollziehen“

Derzeit beträgt das Briefporto für einen Standardbrief 85 Cent – die Post könnte es unter bestimmten Voraussetzungen nun auf maximal 1 Euro anheben.

Dem Konzern gehen diese Erhöhungsmöglichkeiten nicht weit genug: „Die Deutsche Post hat die vorläufige Entscheidung der Bundesnetzagentur zum Preiserhöhungsspielraum im regulierten Brief- und Paketgeschäft mit Verwunderung zur Kenntnis genommen“, wird die Deutsche Post u. a. bei der Zeit zitiert. Die Vorgaben seien „angesichts zu erwartender Lohnsteigerungen, schrumpfender Briefmengen und hoher Investitionsbedarfe schwer nachzuvollziehen“.

Die Post- und Paketsparte ist in den vergangenen Jahren stetig geschrumpft. Der Konzern hält weiter an dem Geschäftsbereich fest, kündigte allerdings eine Umstrukturierung an, durch die man die Komplexität der DHL Group reduzieren wolle. So werden die Bereiche Post & Paket Deutschland und E-Commerce künftig als eigenständige Gesellschaften agieren.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 26.09.2024
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Hanna Behn

Hanna Behn

Hanna widmet sich am liebsten den Themen E-Commerce-Trends, Leadership und Unternehmertum.

KOMMENTARE
8 Kommentare
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Klösel
10.10.2024

Antworten

Das ist eine reine Margensteigerungsmaßnahme. Nichts anderes. DHL ist aber seit dem 24.09. also gerade noch rechtzeitig wie eBay passé. Nun beginnt die schöne Zeit ;)
V.F
30.09.2024

Antworten

was hat DHL am EBIT im Jahr 2023? Ah ja, das waren 6,345 Mrd. Und 2022? - nur ganz-wenig mehr 8,436 Mrd.
G.M.
30.09.2024

Antworten

Ja immer weiter so. Seit Jahren steigt der Preis, viele Sendungen kommen weg. Man macht als Kleinunternehmer nur noch Verlust. Ich schließe zum Ende des Jahres und viele weitere werden folgen.
Ralf
28.09.2024

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Wie ich das mal so unter der Hand erfahren steigt das Postaufkommen insgesamt. Nicht Umsonst will die Post die Umlaufzeiten von Briefen verlängern dürfen. Ist ja auch logisch. Im Onlinehandel werden werden Waren ja nicht per Mail geschickt. Abgenommen hat lediglich der normale kleine Brief, da Rechnungen etc. heute eher per Mail geschickt werden, aber Groß und Maxibriefe sowie Warenpost, die hier nicht genannt wird und weder zu Brief noch Paket gehört, ist nahezu seit Einführung explodiert. Daher sind vor allem Briefe zugunsten der Warenpost zurückgegangen. Zwar werden diese getrennt in den Depots verarbeitet, werden aber mit einen und demselben LKW zum anderen Depot transportiert. Nun haben Maxi- und Großbriefe sowie Warenpost ja viel mehr Volumen als kleine Briefe. Daher reicht oft ein LKW nicht mehr und der LKW der z.B. von Saulheim nach Dresden fährt, ist voll und es bleibt einen Teil liegen, der erst am nächsten Tag vom gleichen LKW transportiert wird. Das ist übrigens der Grund warum immer mehr Briefsendungen länger unterwegs sind und sich die Beschwerden bei der Bundesnetzagentur von Jahr zu Jahr erhöhen, obwohl doch angeblich weniger Briefe geschickt werden. Nun gibt es für die Post zwei Möglichkeiten: A) man erhöht die LKW Flotte samt der dazu benötigten Fahrer, was hunderte Millionen kosten würde, oder B) (etwas Aktionärsfreundlicher) man beantragt eine Verlängerung der Briefumlaufzeit, damit man mit der gleichen Transportflotte ohne weitere Kosten weitermachen kann wie bisher. Für was würde man sich als oberster Chef der Post wohl entscheiden? Jetzt versteht man die Begründung, warum Briefpost "weniger" wird und sogleich, warum die Post längere Umlaufzeiten für Briefe haben will.
jens
26.09.2024

Antworten

In den letzten 10 Jahren ist der Paketversand um wieviel gestiegen, 200%. Da sind 3% Rückgang natürlich ne Menge
H.P.
26.09.2024

Antworten

Ich schließe die Deutsche Post/DHL in mein Nachtgebet mit ein. Möge es ihnen in Zukunft viel besser gehen, als ihren Kunden.
K.I
26.09.2024

Antworten

Sehr enttäuschend - so wenig nur
j.scheid
26.09.2024

Antworten

Firmen Warenpost wurde finanziell ausgelagert zu DHL, war vorher Post, die Post aber transportiert und stellt weiter zu. so kann man auch gut die Zahlen drehen, wie man es braucht.